Der Hesychasmus ist eine Form der mittelalterlichen byzantinischen Mystik. Der Name wird abgeleitet von hesychia: Schweigen und innere Ruhe. Die im 14. auf Berg Athos wohnenden Mönche führen sich und die von ihnen praktizierte Spiritualität auf Johannes Hesychastes (454-559) zurück. Der 557 verfassten Johannes-Vita sind Züge dieser Gebetsform entnehmbar. Der Hesychasmus erhält durch Gregor Palamas seine volle Ausprägung. Palamas verteidigt ihn erfolgreich gegen die Kritik von Barlaam aus Kalabrien (die Entscheidung fällt 1341). Im Anschluss findet der Hesychasmus weitgehende Anerkennung in der Orthodoxen Kirche. Er wird über den Berg Athos vor allem in Russland und im slawischen Balkangebiet verbreitet. Die Betenden versuchen im Hesychasmus u. a. mit Hilfe der Nabelschau und häufiger Wiederholung bestimmter Formeln, z. B. des Jesusgebets, sowie spezieller Atemtechniken mit „den Energien Gottes“ eins zu werden und eventuell das ungeschaffene Taborlicht zu erblicken.
siehe auch: Meditation