Im Hexadezimalsystem werden Zahlen in einem Stellenwertsystem zur Basis 16 dargestellt.
Alternative Bezeichnungen für hexadezimal (von griech. "hexa" und lat. "decem") sind hexadekadisch (reines Griechisch) und sedezimal (reines Latein). Falsch ist die seltene Bezeichnung hexagesimal die gleichbedeutend mit sechsagesimal ein Zahlensystem zur Basis 60 bezeichnet.
In der Datenverarbeitung wird das Hexadezimalsystem neben dem Oktalsystem oft verwendet, um die Datenworte bei Computern, die oft aus Oktetten bestehen, in einer zweistelligen Hexadezimalzahl darzustellen. Im Gegensatz zum Dezimalsystem eignen sich das Hexadezimalsystem mit seiner Basis als vierte Zweierpotenz (16 = 24) sowie das Oktalsystem mit seiner Basis als dritte Zweierpotenz (8 = 23) nämlich gut zur Notation, da stets eine feste Anzahl Zeichen benötigt wird (zur Darstellung eines Oktetts mit 8 binären Ziffern werden nur zwei Hexadezimalziffern benötigt).
Wir sind es gewöhnt, im Dezimalsystem („10er-System“) zu rechnen. Das bedeutet, unser „arabisches“ (eigentlich indisches) Zahlensystem verwendet 10 Symbole zur Notation der Ziffern (0 bis 9). Das Hexadezimalsystem enthält dagegen 16 Ziffern. Seit Mitte der 1950er Jahre werden zur Darstellung der sechs zusätzlichen Ziffern die Buchstaben A bis F oder a bis f als Zahlzeichen verwendet. Dies geht auf die damalige Praxis der IBM-Informatiker zurück. So lassen sich mit einer einstelligen hexadezimalen Zahl die Dezimalzahlenwerte von 0 bis 15 darstellen:
| hexadezimal | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | A | B | C | D | E | F | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| dual | 0000 | 0001 | 0010 | 0011 | 0100 | 0101 | 0110 | 0111 | 1000 | 1001 | 1010 | 1011 | 1100 | 1101 | 1110 | 1111 | 10000 |
| dezimal | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |
| oktal | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 20 |
Inhaltsverzeichnis |
Um hexadekadische von dekadischen Zahlen unterscheiden zu können, existieren mehrere Schreibweisen. Üblicherweise werden hexadekadische mit einem Index oder Präfix versehen.
Verbreitete Schreibweisen sind: 7216, 72H, 0x72, "72, 72h, $72 und X'72' wobei das Präfix 0x und das Suffix h insbesondere in der Programmierung und technischen Informatik Verwendung finden. Die Schreibweise mit dem Dollar-Präfix ist in den Assemblersprachen bestimmter Prozessorfamilien üblich, zum Beispiel beim Motorola 68xx und 68xxx oder beim MOS 65xx; die Schreibweise X'72' ist in der Welt der IBM-Großrechner üblich.
Der Übersicht dienende Trennpunkte können bei Hexadezimalzahlen alle vier Stellen gesetzt werden, trennen also Gruppen von jeweils sechzehn Bit. Die Bedeutung der 1.000016 = 65.53610 unter den hexadekadischen Zahlen entspricht also jener der 1.00010 unter den dekadischen.
Zum Vergleich ein voller Vierundsechzig-Bit-Bus mit und ohne Trennpunkte: FFFF.FFFF.FFFF.FFFF und FFFFFFFFFFFFFFFF
Dezimale Zahlen werden wo sie nicht der zu erwartende Normalfall sind indexiert: 11410
Oktale Zahlen werden meist durch eine obligatorische führende Null gekennzeichnet: 017
Gezählt wird wie folgt:
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | A | B | C | D | E | F |
| 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 1A | 1B | 1C | 1D | 1E | 1F |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 2A | 2B | 2C | 2D | 2E | 2F |
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
| F0 | F1 | F2 | F3 | F4 | F5 | F6 | F7 | F8 | F9 | FA | FB | FC | FD | FE | FF |
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
| FF0 | FF1 | FF2 | FF3 | FF4 | FF5 | FF6 | FF7 | FF8 | FF9 | FFA | FFB | FFC | FFD | FFE | FFF |
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
| FFF0 | FFF1 | FFF2 | FFF3 | FFF4 | FFF5 | FFF6 | FFF7 | FFF8 | FFF9 | FFFA | FFFB | FFFC | FFFD | FFFE | FFFF |
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
Für die hexadezimalen Ziffern und Zahlen sind keine eigenständigen Namen gebräuchlich. Hexadezimalzahlen werden daher Ziffer für Ziffer gelesen.
Beispiele:
Da das Hexadezimalsystem ein Stellenwertsystem ist, haben die Stellen nach dem Komma (das auch hier manchmal als Beistrich, manchmal als Punkt geschrieben wird) den Stellenwert
, wobei B die dezimale Basis 16 und n die Position der jeweiligen Nachkommastelle ist. Die erste Nachkommastelle (n=1) hat damit den Stellenwert
, die zweite Nachkommastelle (n=2) hat den Stellenwert
, die dritte Nachkommastelle (n=3) hat den Wert
und so weiter.
Da die Zahl 16 nur über den einzigen Primfaktor 2 verfügt, sind Perioden eher die Regel:
![]() |
|
1 | ![]() |
|
0,316 | ![]() |
|
0,1C716 | ![]() |
|
0,13B16 |
![]() |
|
0,816 | ![]() |
|
0,2A16 | ![]() |
|
0,1916 | ![]() |
|
0,124916 |
![]() |
|
0,516 | ![]() |
|
0,24916 | ![]() |
|
0,1745D16 | ![]() |
|
0,116 |
![]() |
|
0,416 | ![]() |
|
0,216 | ![]() |
|
0,1516 | ![]() |
|
0,116 |
Das Hexadezimalsystem eignet sich sehr gut, um Folgen von Bits (verwendet in der Digitaltechnik) darzustellen. Vier Stellen einer Bitfolge (ein Nibble, auch Tetrade) werden wie eine Dualzahl interpretiert und entsprechen so einer Ziffer des Hexadezimalsystems, da 16 die vierte Potenz von 2 ist. Die Hexadezimaldarstellung der Bitfolgen ist leichter zu lesen und schneller zu schreiben:
Binär Hexadezimal Dezimal
1111 = F = 15
1.1111 = 1F = 31
11.0111.1100.0101 = 37C5 = 14.277
1010.1100.1010.1011 = ACAB = 44.203
1.0000.0000.0000.0000 = 1.0000 = 65.536
1010.1111.1111.1110.0000.1000.0001.0101 = AFFE.0815 = 2.952.661.013
Computersoftware stellt daher Maschinensprache oft auf diese Weise dar.
Eine Möglichkeit, eine Zahl des Dezimalsystems in eine Zahl des Hexadezimalsystems umzurechnen, ist die Betrachtung der Divisionsreste, die entstehen, wenn die Zahl durch die Basis 16 geteilt wird.
Im Beispiel der 127810 sähe das so aus:
1278 : 16 = 79 Rest: 14 (= E) (Nr:1278-(79*16)=14) 79 : 16 = 4 Rest: 15 (= F) (Nr:79-(4*16)=15) 4 : 16 = 0 Rest: 4 (Nr:4-(0*16)=4)
Die Hexadezimalzahl wird von unten nach oben gelesen und ergibt somit 4.F.E.
Um eine Hexadezimalzahl in eine Dezimalzahl umzuwandeln, muss man die einzelnen Ziffern mit der jeweiligen Potenz der Basis multiplizieren. Der Exponent der Basis entspricht der Stelle der Ziffer, wobei der Zahl vor dem Komma eine Null zugeordnet wird. Dazu muss man allerdings noch die Ziffern A, B, C, D, E, F in die entsprechenden Dezimalzahlen 10, 11, 12, 13, 14, 15 umwandeln.
Beispiel für 4FE16:

Für das Zählen und Rechnen im Hexadezimalsystem gibt es eine Eselsbrücke: A = 10 und B = 11 kann sich jeder merken. C wie zwölf, D wie dreizehn, E für vierzehn kommt vor F wie fünfzehn.
Formuliert im Dezimalsystem:

Formuliert im Hexadezimalsystem:

| Wiktionary: Hexadezimalsystem – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |