Hey Joe ist ein amerikanischer Folksong aus den 1960er Jahren. Das Lied ist inzwischen ein populärer Rock-Standard und wurde schon von den verschiedensten Interpreten in allen möglichen Stilen aufgenommen. Der Songtext handelt von einem Mann, der, nachdem er seine Frau erschossen hat, die Flucht ergreift. Die bekannteste Version ist die von Jimi Hendrix.
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Die tatsächlichen Ursprünge von Hey Joe sind unklar. 1962 wurde von Billy Roberts (William Moses Roberts Jr.) erstmals das Copyright für den Song in den USA registriert. Roberts ist somit offiziell auch der Autor des Songs. Wahrscheinlich hat er ihn noch ein paar Jahre früher geschrieben. Es gibt Tonbänder von 1961, auf denen Roberts seinen Song eingespielt hat. Diese wurden jedoch nie veröffentlicht.
Roberts wurde vermutlich in Seattle geboren. Im US-Bundesstaat Kalifornien war er ein beliebter Folksänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler. Er zog durch Cafés und Clubs an der amerikanischen Westküste, in denen er als Musiker arbeitete. Später nahm er mit der Band „Grits“ das Country-Rock Album „Thoughts of California“ auf.
Roberts ließ sich wahrscheinlich von älteren Werken inspirieren: 1955 veröffentlichte seine damalige feste Freundin Nina Miller das Lied „Baby, Please Don't Go Downtown“, das eine ähnliche, wiederkehrende Akkordfolge hat. Der Country-Hit "Hey Joe" von Carl Smith ist nicht nur gleichnamig, sondern hat auch das selbe Frage-Antwort-Format. Die Anfang des 20. Jahrhunderts geschriebene Ballade "Little Sadie" könnte Roberts ebenfalls beeinflusst haben, da diese auch von einem Mann erzählt, der seine Frau erschossen hat und nun auf der Flucht ist.
Der Kritik an der offiziellen Urheberschaft, die besagt, "Hey Joe" sei ein traditionelles Folklied und bereits weit vor 1962 geschrieben, mangelt es bis heute an Beweisen. Des weiteren stellen sie die Autorität großer amerikanischer Musikarchive in Frage.
Seit 1966 besitzt der Musikverlag "Third Story Music" die Rechte an "Hey Joe". Als offiziellen Autor nennt dieser Billy Roberts.
Billy Roberts und "Hey Joe" gewann sehr viele Fans in der Musikszene in Los Angeles. Dino Valenti begann damit, sich die Rechte für das Lied zu sichern. Dino Valenti hatte Kontakt zu David Crosby, der The Byrds gut kannte. Die Band, die selbst nur 2 Hits in den US Top-40 hatte, brachten den Song 1965 in ihre Setliste ein. Kurze Zeit später wurde er von der Band Love aus Los Angeles aufgenommen. Noch im selben Jahr coverte The Surfaris aus Kalifornien das Lied. Jede gute Band war zu dieser Zeit auf der Suche nach neuem Material. So kam es, dass fast jede kalifornische Musikgruppe Hey Joe spielte. Eine weitere Version zwischen von 1966 war die von The Leaves. Gleichzeitig war es die erste, die es in die Top-40 der US-Charts schaffte. Langsam wurde das Lied zu einem Garage-Rock-Klassiker. Seitdem wurde "Hey Joe" noch von hunderten anderen Interpreten gecovert.
Der Folkrock-Sänger Tim Rose nahm 1966 den Song in einer langsamen, schweren und mit viel Ernst und Tragik gesungenen Version auf. Jimi Hendrix und sein Manager Chas Chandler hörten Tim Rose mit "Hey Joe" bei einem Auftritt im Cafe Wha in New York City.
Anderen Quellen zufolge sei Hendrix von der langsamen Version des Stücks der Britischen Band "The Creation" zu seiner eigenen Version von Hey Joe beeinflusst worden: Chandler und Hendrix haben die Band mehrere Male in London gesehen. Allerdings wurde die Version von "The Creation" erst später als die von Jimi Hendrix veröffentlicht. Unklar ist, ob die Bandmitglieder von "The Creation" Tim Rose und seine Version kannten bzw. sich an dieser orientierten. Die Version von Jimi Hendrix wurde im Dezember 1966 veröffentlicht und im darauffolgenden Jahr zum Welthit.
1990 nahm Tim Rose "Hey Joe" mit dem Titel "Blue Steel 44", welcher im originalen Songtext ("I' m gonna buy me a new blue steel 44") ebenfalls auftaucht, erneut auf.
Die Austro-Metal-Band Drahdiwaberl veröffentlichte auf ihrem Album "Sitzpinkler" eine Version im österreichischem Dialekt, mit dem Titel "Heast Franz", welche ebenfalls von einem Amokläufer handelt. ("Ich hab' eine lange Liste, da steh'n alle Arschlöcher drauf.")
1980 wurde der Song von der ungarischen Bluesband Hobo Blues Band auf dem Album Középeurópai Hobo Blues mit ungarischem Text gecovert.