Hilmar Hoffmann

Hilmar Hoffmann (* 25. August 1925 in Bremen) ist ein deutscher Kulturschaffender und Kulturfunktionär, der sich in verschiedenen Kulturbereichen für eine Umwertung von Hoch- und Breitenkultur („Kultur für alle!“) eingesetzt hat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

In Essen studierte er Regie an der Folkwang Hochschule für Musik und Theater und arbeitete als Regieassistent.

1951 wurde er in Oberhausen Direktor der Volkshochschule und gründete dort die Westdeutschen Kulturfilmtage (später Internationale Kurzfilmtage Oberhausen), die 1962 Plattform für das Oberhausener Manifest wurde, in dem die Protagonisten der Bewegung "Junger deutscher Film" (darunter beispielsweise Alexander Kluge, Edgar Reitz, Peter Schamoni u. a.) "Papas Kino" für tot erklärten. Ab 1965 war er Sozial- und Kulturdezernent der Stadt.

Zwischen 1970 und 1993 war er Kulturstadtrat in Frankfurt am Main und initiierte die städtische Förderung freier Gruppen im Kulturbereich. Zu den geförderten Institutionen gehörte auch das erste Kommunale Kino in Deutschland. Wichtig waren ihm auch Einrichtungen wie Museen (das Museumsufer), Stadtteilbibliotheken und soziokulturelle Zentren wie Bürgerhäuser. Aufgrund seines hervorragenden Rufs blieb der Sozialdemokrat auch im Amt, als die Stadtregierung von der CDU gestellt wurde.

Von 1993 bis 2001 war er Präsident des Goethe-Instituts e.V. (München).

Er lehrte Filmtheorie und Kulturpolitik an den Universitäten von Bochum, Frankfurt, als Gastprofessor in Jerusalem und Tel Aviv. Zudem engagiert er sich in der "Stiftung Lesen" (Mainz), deren Leiter er fünf Jahre war. Inzwischen plädiert er für eine Abkehr von der ideologisch linken Ausrichtung soziokultureller Arbeit und plädiert für eine zunehmende Betonung der "Sinnlichkeit" von Kultur. Außerdem erregte sein Vorschlag Aufsehen, die angespannte Finanzlage staatlicher Museen durch den Verkauf von Archiv- und Depotstücken zu entlasten.

Anfang Oktober 1996 unterzeichnete Hilmar Hoffmann die „Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform“. [1]Sogar der Präsident des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, hielt einen Boykott gegen die Rechtschreibereform für sinnvoll“, hieß es seinerzeit in einem Bericht des Goethe-Instituts New York. [2] Als Mitglied des deutschen PEN-Zentrums rief der Goethe-Instituts-Chef Hilmar Hoffmann seine Kollegen auf, sich angesichts der ungebrochenen Ablehnung in weiten Teilen der Bevölkerung für eine Rücknahme der Reform auszusprechen. [3] Schließlich unterzeichnete Hilmar Hoffmann Anfang Oktober 2004 auch den Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform.

Seit 2001 ist Hoffmann Vorsitzender der hessischen Kulturkommission. Er ist auch Vorsitzender des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main. Weiterhin ist er Vorsitzender des Programmbeirats von RTL, (Köln).

Auszeichnungen


Wichtige Veröffentlichungen

  • Kultur für alle. Perspektiven und Modelle. 1979
  • Das Taubenbuch. 1982
  • Kultur als Lebensform. 1990
  • Die großen Frankfurter. 2004
  • Lebensprinzip Kultur. 2006
  • Frankfurts starke Frauen. 2006

Weblinks

Quellen

  1. Die nicht beachteten Unterzeichner der Frankfurter Erklärung. In: Münchner Erklärung zur Rechtschreibreform. In: Süddeutsche Zeitung vom 30. November 1996, S. 7
  2. Bericht des Goethe-Instituts New York
  3. Wilm Herlyn: Rechtschreibung. dpa-Chef plädiert für „Kundenumfrage“. In: DER SPIEGEL Nr. 32, 7. August 2000, S. 90 - Im Vorspann dieses SPIEGEL-Interviews mit dem dpa-Chef Wilm Herlyn wird auf die durch die Rückkehr der FAZ zur herkömmlichen Rechtschreibung ausgelöste Debatte hingewiesen)


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