Das Hochgebet ist die im Deutschen übliche Bezeichnung für das große Eucharistiegebet. Andere Bezeichnungen dafür sind Kanon der Messe oder Anaphora. Das Hochgebet ist das Herzstück der eucharistischen Liturgie. Das Hochgebet gibt es in den römisch-katholischen, orthodoxen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Kirchen.
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Das Hochgebet (zuerst von Carl Anton Baumstark zu Beginn des 20. Jahrhunderts so bezeichnet) besteht aus
Diese Elemente können mehrfach und in unterschiedlicher Reihenfolge erscheinen, keins darf aber völlig fehlen.
Das älteste schriftlich überlieferte Hochgebet, teilweise im Hochgebet II des jetzigen Römischen Messbuchs enthalten, stammt von dem Gegenpapst Hippolyt von Rom (um 217, griechisch). Die ältesten lateinischen Hochgebetstexte finden sich im 4. Jahrhundert, z.B. bei Ambrosius von Mailand, die heutige Form (Hochgebet I des jetzigen Messbuchs) im 6. Jahrhundert bei Papst Gregor I.. Bis zur Liturgiereform wurde das Hochgebet jahrhundertelang vom Priester auf Latein und leise gebetet. Das jetzige Römische Messbuch bietet insgesamt vier Hochgebete zur Auswahl (vgl. Gotteslob Nr. 360 und 367-369). Darüberhinaus gibt es weitere approbierte Hochgebete.
Der nach der Liturgiereform aufgekommene Vorschlag, den Bischofskonferenzen verschiedener Länder die Erstellung weiterer Hochgebete zu überlassen, wurde von Papst Paul VI. abgelehnt. Ohne Billigung des Hl. Stuhls ist hier keine lirurgische Kreativität erlaubt.
In der orthodoxen und den orientalisch-orthodoxen Kirchen sind eucharistische Liturgien mit verschiedenen Hochgebeten ab dem 4. und 5. Jahrhundert in Gebrauch. Das Hochgebet in der ostkirchlichen Liturgie hat auch die obige Grundstruktur, ist aber gelegentlich ausführlicher und variantenreicher als die katholischen. Ein bestimmter Zeitpunkt oder eine einzelne Formel für die Wandlung der Gaben ist nicht definiert, das Hochgebet wird als unteilbares Ganzes betrachtet, das das Geheimnis der Verwandlung von Brot und Wein bewirkt. Jedoch gilt die Epiklese als unverzichtbar.
Die anglikanische Kirche hat das Hochgebet im Wesentlichen von der katholischen Kirche übernommen.
In der lutherischen Kirche war das Hochgebet in der Nachfolge Martin Luthers auf die Einsetzungsworte Jesu reduziert worden. Theologischer Grund war die Betonung des Opfergedankens im altrömischen Messkanon. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es jedoch Bestrebungen, das Hochgebet in evangeliumsgemäßer Form für die lutherische Abendmahlsliturgie wiederzugewinnen. Seit dem Agendenwerk 1956 ist eine mögliche Reihenfolge im Gemeindegottesdienst:
In lutherischen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist diese sogenannte Abendmahlsform B in Gebrauch.