Hochmoselübergang bezeichnet eine geplante Brücke im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz.
Diese soll im Rahmen eines Neubaus der B 50 das Autobahnkreuz Wittlich mit den Bundesautobahnen 60 und 1 mit der Hunsrückhöhenstraße über die Mosel hinweg verbinden und damit zur Entwicklung einer neuen europäischen Fernstraße zwischen belgisch-niederländischem Raum und dem Rhein-Main-Gebiet beitragen. Das Bauwerk ist rund 1,7 Kilometer lang sowie etwa 160 Meter hoch und in der großen Moselschleife zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach geplant.
Ein solcher Hochmoselübergang wäre das erste und einzige Bauwerk seiner Art im Bereich der Mittelmosel und würde die Strecke zwischen Wittlich in der Eifel und Morbach im Hunsrück erheblich verkürzen. Eine ähnliche West-Ost-Straßenachse gibt es bislang nicht. Er soll die Ortsgemeinden im Landkreis Bernkastel-Wittlich vom Durchgangsverkehr und den damit verbundenen negativen Folgen für die Bewohner befreien. Dadurch soll die Qualität des Wohnumfeldes steigen, die Funktionsfähigkeit insgesamt verbessert und die Entwicklung des Tourismus in Region weiter begünstigt werden. Ferner wäre mit dem Hochmoselübergang die bisher aufgrund des Moseltals schlechte Nord-Ost-Anbindung des Flughafens Frankfurt-Hahn erheblich verbessert.
Kritiker beklagen, der Hochmoselübergang würde einen erheblichen, nicht ausgleichbaren Eingriff in das Landschaftsbild darstellen, Tier- und Pflanzenwelt sowie Landschaft, Erholungswert und Tourismus schwächen. Einwohner der Moselgemeinden Ürzig, Zeltingen-Rachtig, Erden und Lösnich wären unmittelbar betroffen.
Einen ersten Planfeststellungsbeschluss hatte das Bundesverwaltungsgericht Leipzig in letzter Instanz als rechtswidrig bewertet, weil ein europäisches Vogelschutzgebiet nicht hinreichend berücksichtigt worden war. Dieser Beschluss wurde überarbeitet und ergänzt. Es läuft ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren. Bürger können zurzeit Einwände gegen die ergänzende Planung vorbringen.
Der Hochmoselübergang steht in der Prioritätenliste des Landesverkehrsressorts weit oben und ist laut Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) wichtiger Baustein für die Entwicklung der Region Eifel-Hunsrück einschließlich des Flughafens Frankfurt-Hahn. Die Landesregierung hofft noch in diesem Jahr auf Baurecht. Kalkuliert wird mit einer Bauzeit von bis zu fünf Jahren.