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Die Hoheitsgewässer oder Zwölfmeilenzonen (früher Dreimeilenzonen) sind die Bereiche der Küstengewässer eines Landes, innerhalb denen das jeweilige staatliche Recht Geltung hat.
Die Hoheitsgewässer zählen zum Staatsgebiet eines Staates. Dessen Rechte sind allerdings insofern eingeschränkt, als die friedliche Durchfahrt fremder Schiffe normalerweise nicht verboten werden darf.
Die Geltung des Rechts ist faktisch nur durchsetzbar, wenn der Staat auch die Möglichkeit hat, innerhalb der Hoheitsgewässer gegen Rechtsbrecher vorzugehen. Daher wurden Hoheitsgewässer in vergangenen Jahrhunderten oft nicht anerkannt, später einigte man sich dann auf die Weite eines Kanonenschusses. Durch die Entwicklung der Waffentechnik war dies impraktikabel, die Grenze wurde schließlich mit drei Seemeilen (3 sm x 1,852 km/sm = 5,556 km) festgelegt. Als Basislinie für die Entfernung von der Küste dient dabei die Küstenlinie, welche durch den Verlauf des mittleren Hochwassers (Tidengewässer) oder durch den mittleren Wasserstand (Seegebiete die vernachlässigbar kleinem Tidenhub unterliegen, z. B. Ostsee) gebildet wird. Buchten gehören zu den Hoheitsgewässern, wenn ihre Einfahrt so schmal ist, dass die Hoheitsgewässer beider Seiten einander überlappen.
Seit 1921 beanspruchte die Sowjetunion eine Ausdehnung der Dreimeilenzone auf 12 Seemeilen. Ihr folgten später andere Staaten, beispielsweise Island und Dänemark (für die Färöer-Inseln) seit 1958 für die Fischereigrenze. Auf den Genfer Seerechtskonventionen (1958 und 1960) kam es diesbezüglich zu keiner Einigung. Seit dem Seerechtsübereinkommen (SRÜ) der UN vom 10. Dezember 1982 haben Küstenstaaten das Recht, ihre Hoheitsgewässer auf 12 Seemeilen auszudehnen. Die USA haben das SRÜ bisher nicht unterzeichnet.
Außerhalb der Hoheitsgewässer befindliche Einrichtungen liegen Offshore. An die Hoheitsgewässer schließt sich die Ausschließliche Wirtschaftszone an, in der der Staat ebenfalls begrenzte Hoheitsrechte besitzt. Weitere Regeln gibt es für den Bereich des Kontinentalsockels. Für Staaten, die aus Archipelen bestehen, gibt es eine besondere Regelung hinsichtlich der Archipelgewässer.
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