Horizont

Dieser Artikel behandelt die Grenzlinie zwischen Erde und Himmel. Zu weiteren Bedeutungen siehe Horizont (Begriffsklärung).
Ein Sonnenaufgang am Horizont
Ein Sonnenaufgang am Horizont

Der Horizont (griechisch ορίζοντας „der Gesichtskreis“; o. russisch горизонт "Brennender Schirm") ist die Grenzlinie zwischen der sichtbaren Erde und dem Himmel. Der Begriff Horizont wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Gesichtskreis eingedeutscht.

Genauer betrachtet sind einige Bedeutungen zu unterscheiden, die sich alle durch unterschiedliche Sichtweiten und scheinbaren Entfernungen zum Horizont unterscheiden:

  • Geometrischer Horizont: Er ist die Schnittlinie der Himmelskugel mit einer Ebene, die im Beobachtungsort senkrecht zur Lotrichtung steht.
  • Optischer Horizont: Durch die Lichtbrechung erscheint der Horizont weiter entfernt und die Erde größer.
  • Radiohorizont: Radiowellen verhalten sich ähnlich wie Licht. Auch hier wird die Brechung durch einen größeren scheinbaren Erddurchmesser berücksichtigt.
  • Nautischer Horizont, Kimmung, Kimmlinie: der natürliche Horizont am Meer.
  • Natürlicher Horizont oder Landschaftshorizont: die Grenzlinie zwischen Himmel und Erde, wie sie von den örtlichen Bedingungen (der Landschaft) abhängt.

Horizont in der Nautik, Kimmlinie

Die Kimm ist die auf offenem Meer sichtbare Grenzlinie zwischen Wasser und Himmel. Auf sie beziehen sich Messungen von Höhenwinkeln z. B. mit einem Sextanten.

Wegen der Erdkrümmung (mittlerer Erdradius 6371 km) erscheint die Kimm umso tiefer unter dem mathematischen Horizont, je höher sich der Beobachter über dem Meeresspiegel befindet.

Daher müssen die Höhenwinkel um die Kimmtiefe verkleinert werden. Diese Beschickung beträgt

\kappa=1{,}75\cdot\sqrt{H}

(in Bogenminuten; Höhe H in Metern; Details siehe Artikel Sichtweite.)

Nach der DIN-Norm 13312 "Navigation; Begriffe, Abkürzungen, ..." soll für die Kimmtiefe in der Seefahrt die Abkürzung Kt, im Englischen die Abkürzungt D (von "dip of horizon"), in der Luftfahrt die Abkürzung Dip verwendet werden; als Formelzeichen wird für die Seefahrt k empfohlen.

Horizont in Mathematik, Astronomie und Geodäsie

Blick auf den Erdhorizont (Space Shuttle Endeavour, 2002)
Blick auf den Erdhorizont (Space Shuttle Endeavour, 2002)

Der Horizont im mathematischen Sinn ist ein Großkreis, der die Sphäre oder Himmelskugel in zwei gleiche Hälften teilt und dessen "Pol" der Zenit ist.

Geometrischer Horizont
ein Großkreis im o.e. Sinn, der in der Astronomie zwei Bezugspunkte kennt:
  • Geozentrischer (Wahrer) Horizont: die horizontale Ebene geht durch den Erdmittelpunkt
  • Topozentrischer (Scheinbarer) Horizont (häufiger verwendet): durch einen Ort an der Erdoberfläche. Der Unterschied im Höhenwinkel eines Gestirns entspricht der Parallaxe, während die Azimute dieselben sind.

Er ist die Basis des Horizontsystems - ein Koordinatensystem, in dem Gestirne und terrestrische Messpunkte durch Richtung (Azimut, Kurs) und Höhenwinkel angegeben werden. Senkrecht zum Horizont - also durch den Zenit - verlaufen die Vertikalkreise, von denen der Meridian genau in Nord-Süd-Richtung liegt.


Siehe auch

Wiktionary
Wiktionary: Horizont – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
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