| Hrywnja | |
|---|---|
| Land: | Ukraine |
| Unterteilung: | 100 Kopijka |
| ISO-4217-Code: | UAH |
| Abkürzung: | ₴, hrn. |
| Wechselkurs: (Juni 2007) |
1 EUR = 6,764 UAH 1 UAH = 0,1478 EUR |
Hrywnja
(ukrainisch Гривня; wissenschaftliche Translit.: Hryvnja) ist seit der Währungsreform im September 1996 die Währungseinheit der Ukraine. Der ISO-Code ist UAH; ein Hrywnja wird in 100 kopijka (Kopeken) unterteilt.
Inhaltsverzeichnis |
Bereits während der Zeit der Kiewer Rus gab es unter der Bezeichnung Griwna/Hrywnja eine allgemeingültige Geldeinheit, die knapp einem Pfund Silber (400 g) entsprach.
Eine Theorie besagt, dass das Wort "Hrywnja" von den goldenen und/oder silbernen Schmuckstücken stammt, die um den Hals (Griwa, Zagriwok) getragen wurden. Es wurden auch kleinere Währungseinheiten benutzt: Nogata (Bär oder Wolf), Kuna (Nerz oder Zobel), Wekscha (Eichhörnchen). Es galt: 1 Hrywnja = 20 Nogata = 25 Kuna = 100 Wekscha.
Im 11. Jahrhundert wurde Griwna als Masseinheit benutzt. Im 12. Jahrhundert entsprach eine Silbergriwna einem Gewicht von ca. 204 Gramm.
Später war Hrywnja als Bezeichnung für Kupfermünzen (2,5 oder 3 Kopeken), oder Hrywenik (гривеник) für eine Silbermünze im Wert von 10 Kopeken gebräuchlich. Bis in sowjetische Zeiten hielt sich diese traditionelle Benennung.
In den Wirren nach der Oktoberrevolution, in der auf bis dahin russischem Gebiet gegründeten Ukrainischen Volksrepublik, hieß die Währung zunächst Karbowanez. Nach dem Zusammenschluss mit der auf dem ehemaligen Habsburgergebiet entstandenen Westukrainischen Volksrepublik am 22. Januar 1918 beschloss der Zentralrat am 1. März 1918 die Einführung einer neuen Währungseinheit: die Hrywnja. Sie war in 100 Einheiten geteilt und hatte den Wert eines halben Karbowanez'. Die Geldscheine wurden im Laufe des Jahres 1918 in Berlin gedruckt. Vorerst wurden weiterhin Karbowanzen ausgegeben, die dann gleichzeitig mit den Hrywnjas im Umlauf waren.
Ausgabe der Geldscheine in chronologischer Reihenfolge:
Nach dem Anschluss an die Sowjetunion galt in der Ukraine zunächst der "Bolschewistische Tausender", der jedoch einen sehr schlechten Kurs gegenüber dem Karbowanez hatte. Erneut gab es zwischen 1922 und 1924 Währungsreformen, die zunächst den sowjetischen Tscherwonez, dann den sowjetischen Karbowanez und später schließlich den Rubel einführten.
Nach der Auflösung der Sowjetunion und der Gründung eines neuen ukrainischen Staates 1991 wurde eine Übergangswährung (Kupon-Karbowanez/купоно-карбованець) eingeführt, die wegen der wirtschaftlichen Krise in dieser Zeit unter einer Hyperinflation zu leiden hatte. So war der mittlere Jahreskurs 1992 135 Kupons für eine Mark, 1995 gab es für eine DM 102.886 Kupons. (Quelle:[1])
Am 25. September 1996 verkündete Präsident Leonid Kutschma per Erlass eine Währungsreform, die eine neue Währung unter dem alten Namen "Hrywnja" mit sich brachte. Die Währung, die von 2. bis 16. September 1996 in Umlauf gebracht wurde, ist vergleichsweise kursstabil. Beginnend mit einem Kurs von ca. 1,21 Hrywnja für eine Mark, war der durchschnittliche offizielle Jahreskurs für einen Euro 2003 7,46 Hrywnja ([2]). Im Januar 2004 galt der offizielle Wechselkurs 1 Euro = 6,68 Hrywnja.([3])
Kursmünzen gibt es in Stückelungen zu 1 Hrywnja, sowie 1, 2, 5, 10, 25 und 50 Kopeken.
Auf der Vorderseite des Geldscheines ist der Großfürst von Kiew Wladimir I. der Große (ukrainisch Володимир Великий, *960, †1015) abgebildet. Großfürst Wladimir I., illegitimer Sohn des Großfürsten Swjatoslaw I. aus dem Geschlecht von Rurikiden und der fürstlichen Dienerin Maluscha, regierte zwischen 980 und 1015 das Reich von Kiew. Unter seinem Regiment kam es zu gewaltiger Ausdehnung des Reichs und 988 zur Christianisierung der Rus. Dem letzteren Ereignis verdankt er seinen Beinamen der Heilige oder der Apostelngleiche. Damit knüpft die Ukraine historisch an die staatliche Tradition der Kiewer Rus, deren Erbe nun jetzt drei ostslawische Völker - Russen, Ukrainer und Weißrussen - teilen.
Die Rückseite des neuen Hrywnja-Scheines von 2004 zeigt im Gegensatz zu seinen Vorgänger den mittelalterischen Hrad (die Burg) von Wladimir I. in Kiew. Die Scheine im alten Design von 1992, 1994 und 1995 zeigten auf der Rückseite die Ruinen von Chersones, einer alten griechischen Kolonie auf der Krim. Großfürst Wladimir I. hat die Stadt 988 erobert und ließ sich hier in einer Kirche taufen. Von Chersones aus hat sich das Christentum über die Ostslawen verbreitet.
Am 1. Dezember 2003 hat die Nationalbank der Ukraine den 20-Hrywnja-Schein im neuen Design eingeführt. Der zeigt auf der Vorderseite genau wie auch seien Vorgänger den aus Ostgalizien stammenden ukrainischen Dichter Iwan Franko (ukrainisch Іван Франко, *27. August 1856, †28. Mai 1916). Im Hintergrund sind die Abhänge der Ukrainischnen Karpaten zu erkennen. Franko zählt neben Taras Schewtschenko zu den wichtigsten Größen in der ukrainischen Literatur und symboliesiert die Westukraine. Nach ihm wurde 1962 die Stadt Stanislau in Iwano-Frankiwsk umbenannt, ebengleichen Namen trägt auch Oblast Iwano-Frankiwsk.
Eine Abbildung des Lemberger Opernhauses schmückt die Rückseite des Geldscheines. Im Vordergrund ist die Alegorie der Gloria (ukrainisch Слава, polnisch Slawa), einer geflügelten Frauenfigur mit gebogenem goldenem Palmenzweig in beiden Händen, abgebildet. Diese Alegorie krönt den Tympanon des Opernhauses zwischen dem Genius des Dramas (links) und dem Genius der Musik (rechts). Das Theater wurde 1897-1900 vom Lemberger Architekten Zygmunt Gorgolewski erbaut und zählt zu den schönesten in der Ukraine und auch in ganz Ost- und Mitteleuropa. 1956 wurde das Theater nach Iwan Franko benannt, 2000 erfolgte neue Umbenennung und jetzt führt das Theater den Namen von Solomija Kruschelnyzka.
Auf der Vorderseite ist Prof. Mychajlo Hruschewskyj (ukrainisch Михайло Грушевський, *29. September 1866, †25. November 1934 ) abgebildet. Hruschewskyj war zunächst als Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität Kiew tätig, seit 1894 hatte er Professur für de facto ukrainische Geschichte an der Universität Lemberg inne. 1898 begann er in Lemberg die Arbeit an seinem Monumentalwerk Geschichte der Ukraine-Rus, welches er bis 1927 schrieb. Die Arbeit führt die ukrainische Gesichte bis in die 1660er auf und gilt als konzeptuales Grundwerk der ukrainischen Geschichtsschreibung. Während der ukrainischen Revolution 1917-1920 stand Prof. Hruschewskyj der Centralna Rada vor, der provisorischen politischen Repräsentanz der ukrainischen Nation, vor und war demnach das erste nominelle Staatsoberhaupt der Ukrainischen Volksrepublik. In der Sowjetunion galt Hruschewskyj als bürgerlich-nationalistischer Historiker und die Veröffentlichung seiner Werke wurde erst 1989 erlaubt. Auf dem neuen 50-Hrywnja-Schein von 2004 ist Hruschewskyj im wesentlich jüngeren Alter abgebildet als auf dem alten von 1996.
Eine komplette Änderung wurde 2004 auf der Rückseite des Scheines vorgenommen. Diese zeigt nicht mehr das Gebäude der Werchowna Rada, des ukrainischen Parlaments, sondern das ehem. Pädagogische Museum (sog. Lehrerhaus) in Kiew. 1917-1918 tagte hier die Centralna Rada, das heutige Parlamentshaus der Werchowna Rada wurde erst 1936 eingeweiht. Damit soll bessere Verknüpfung mit der historischen Persönlichkeit auf der Vorderseite des Geldscheines hergestellt werden. Das Bild ist mit den Figuren einer Bäuerin und eines Arbeiters umrahmt, diese Motive kommen oft in auf den Hrywnja-Scheinen, die 1918-1919 gedruckt wurden, und sollen auf dei sozialdemokratische Ausrichtung der damaligen Republik hindeuten.
Die Vorderseite des 100-Hrywnja-Scheins zeigt den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko (ukrainisch Тарас Шевченко, *9. März 1814, † 10. März 1861). Der in der Leibeigenschaft geborene und später mit Unterstützung des russischen Malers Karl Brjullow losgekaufte Dichter prägt mit seinem Freiheitsstreben und Leidensweg noch bis heute stark das nationale Bewußtsein der Ukrainer. In Gegensatz zum alten 100-Hrywnja-Schein von 1996, wo Schewtschenko im hohen Alter mit traditioneller ukrainischen Müze aus Lammfell abgebildet wurde, zeigt der neue Schein von 2006 den Dichter in seinen jungen Jahren. Diese Änderung hat die Nationalbank der Ukraine auf Anliegen mehrer Schewtschenko-Kenner und Historiker vorgenommen. Das neue Bild ist eine Abbildung des bekannteste Selbstbildnisses des Dichters, welches er in den Zeiten seiner höchsten Popularität gezeichnet hat. Im Hintergrund des Schewtschenko-Bildes ist das Gesicht von Katharina, der Heldin gleichnamiger Schewtschenko-Drama, zu sehen.
Geändert wurde auch die Rückseite der Banknote. Zeigte sie im Design von 1996 die Kiewer Sophienkathedrale mit dem bekannten Glockenturm, so ist jetzt die Dnipro-Landschaft mit Tschernetscha Hora (deutsch Mönchenhügel) zu sehen. Tschernetscha Hora, auch Tarasowa Hora (Taras-Hügel) genannt, ist ein Hügel am Dnipro-Ufer bei Kaniw und die letzte Ruhestätte von Schewtschenko. Den Wunsch am Ufer des Dnipro in der Ukraine bestattet zu werden, hat Schewtschenko 1845 in seinem gedichteten Vermächtnis (Заповіт) geäußert. Im Vordergrund ist auch ein blinder Kobzar mit Bandura und einem Begleitjungen abgebildet. Früher zogen diese meist blinden Sänger wie die mittelalterischen Troubadure von Ort zu Ort und sangen ihre Balladen von ruhmreichen und freiheitlichen Kosakenzeiten. So ist Kobzar auch zu einem Sinnbild des ukrainischen Bewußtseins geworden. Auch Schewtschenko wird öfters der Große Kobzar genannt. Das Bild auf der Rückseite des 100-Hrywnja-Scheins stammt von einer seiner Skizzen.
Das Symbol der Währung
ist im Unicodestandard auf der Position U+20B4 zu finden: ₴ (Nur mit geeignetem Schriftsatz sichtbar)
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