Der Humbucker (dt.: "Brummunterdrücker", von engl. hum = Brummen und dem umgangssprachl. Verb buck = unterdrücken) wird als Tonabnehmer auf elektrischen Gitarren (sog. E-Gitarren) eingesetzt. Er wurde von Mitarbeitern der Firma Gibson (Seth Lover und Walter Fuller) Mitte der 50er Jahre entwickelt und besteht aus zwei Einzelspulen- bzw. Singlecoil-Pickups. Diese Spulen sind gegenläufig gewickelt und in Reihe geschaltet. Nebengeräusche (z. B. aus dem Stromnetz eingestreute Brummtöne) werden dadurch stark vermindert. In guter Näherung wird nur das Nutzsignal, also die Saitenschwingung, an den Verstärker übertragen. Der Humbucker kann aber auch mittels elektrischer Schaltung parallel geschaltet werden, so dass sich eine weitere, weniger basslastige Klangvariante ergibt.
Das Prinzip des Humbuckers ist in der Elektroakustik als Brummkompensationsspule bekannt.
Die Klangcharakteristik des Humbuckers ist im Gegensatz zum Single Coil weniger höhenreich, dafür hat er mehr Frequenzanteile im Bassbereich. Der Grund hierfür ist die durch größere Induktivität des Tonabnehmers tiefer liegende Resonanzfrequenz. Im Allgemeinen ist der Strom des Ausgangssignals des Humbuckers größer als der eines Singlecoils, was schneller zu einem Übersteuern der Eingangsstufe des Gitarrenverstärkers und damit zu (erwünschten) Verzerrungen führt.
Ab 1957 löste der Humbucker den bis dahin verwendeten P-90-Tonabnehmer (Soapbar) auf den teureren Gibson-Instrumenten ab. Diese Humbucker werden auch heute noch wegen des damaligen Aufklebers bzgl. einer damals noch laufenden Patentanmeldung „Patent applied for“ (PAF) genannt.
Eine Sonderform des Humbuckers ist der sog. „P-Style“ an E-Bässen (benannt nach dem Fender Precision Bass, wo er erstmals zum Einsatz kam), oftmals auch split-coil genannt. Der P-Style (oder auch P-Pickup) besteht aus zwei kurzen Singlecoils, die versetzt angeordnet sind und jeweils nur 2 der 4 Saiten des E-Basses abnehmen. Dadurch werden zwar die Nebengeräusche aufgehoben, man erhält aber mehr Höhen als beim herkömmlichen Humbucker (jedoch nicht so viele wie beim Singlecoil). Der P-Style wird bei modernen Bässen gerne mit einem separaten Singlecoil kombiniert (sog. PJ-Konfiguration – J nach dem Jazz Bass, der zwei Singlecoil-Pickups hat).
Eine weitere Sonderform ist der so genannte stacked Humbucker, bei dem die zwei Spulen nicht neben-, sondern übereinander angeordnet sind. Die untere Spule überträgt dabei aufgrund von Abschirmmaßnahmen keine Saitenschwingungen, sondern dient als sog. „Dummy-Spule“ ausschließlich der Brummunterdrückung. Stacked Humbucker werden in verschiedenen Singlecoil-Baugrößen (z. B. Standard Fender Stratocaster, Fender Telecaster oder P 90) hergestellt und können wie Singlecoils klingen, ohne aber an Brummeinstreuungen zu leiden.
Es gibt mittlerweile auch Humbucker im Singlecoil-Format, welche einen Humbucker-Klang weitergeben, jedoch nur die Größe eines Single Coils haben.
Auch kann bei einem normalen Humbucker durch so genanntes coil splitting einer der Single Coils aus der Signalkette abgetrennt werden, wodurch dann der andere Single Coil allein als Tonabnehmer fungiert und auch das Klangbild eines Single Coil wiedergibt.
Einige Gitarristen und Bands, die mit Humbucker-Sounds assoziiert werden: