Der Hypothalamus liegt im Zwischenhirn des menschlichen Gehirns und wird vom Chiasma opticum eingebunden. Nach medial begrenzt das 3. Ventrikel und nach kranial der Thalamus. Das Infundibulum verbindet den Hypothalamus mit der Hypophyse.
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Der Hypothalamus ist das wohl wichtigste Steuerzentrum des Vegetativen Systems, das selbst aus verschiedensten homöostatischen Regelkreisen besteht. Selbst geringste Störungen dieses relativ kleinen, äußerst bedeutsamen Zwischenhirnareals wirken sich auf die Lebensfähigkeit des Individuums aus. Das gesamte vegetative System hat u. a. folgende Aufgaben:
Um seinen Aufgaben nachzukommen, hat der Hypothalamus zum einen zahlreiche neuronale Verbindungen zu anderen Hirnzentren, zum anderen steuert er über Releasing Hormone die Hormonabgabe der Hypophyse. Weiterhin produzieren der Ncl. paraventricularis und der Ncl. supraopticus die Hormone Antidiuretisches Hormon (ADH, Vasopressin) und Oxytocin und geben diese über die Neurohypophyse ins Blut ab.
An der Steuerung der Körpertemperatur ist der Ncl. preopticus beteiligt. Er liegt am rostralen Ende des Hypothalamus in direkter Nachbarschaft der Septumregion und des Organum vasculosum laminae terminalis. Efferent projiziert der Ncl. preopticus GABAerg in das Periaquäduktale Grau (PAG) und den Ncl. Raphe magnus, von wo aus die Thermogenese gesteuert wird. Ebenfalls beeinflusst der Ncl. preopticus die Freisetzung von Tyreoliberin (TRH) aus dem Ncl. paraventricularis. TRH wiederum stimuliert die TSH-Ausschüttung, was zu einer Steigerung der Stoffwechselaktivität über die Schilddrüsenhormone führt.
Der Ncl. paraventrikularis vor allem aber der Ncl. supraopticus produzieren das Nonapeptid Vasopression (Synonym: Antidiuretisches Hormon, ADH oder Vasopressin). Über den Axonalen Transport gelangt dies in den Hypophysenhinterlappen (Synonym: Neurohypophyse) und wird dort in den Hypophysen-Portalkreislauf abgegeben. ADH führt zur verminderten Wasserausscheidung über die Niere und wirkt somit einer Hyperosmolarität entgegen und steigert den Blutdruck.
An der Regulation der Nahrungsaufnahme sind mehrere Kerne beteiligt. Sie ist sehr komplex, und es existieren verschiedene Theorien. Die zwei wichtigsten seien hier genannt:
Auch an der Regulation des Schlafs und der zirkadianen Rhythmik ist der Hypothalamus beteiligt: Der Ncl. tuberomammillaris produziert den Transmitter Histamin und ein Peptid namens Orexin. Orexin wirkt über bestimmte Rezeptoren auf den lateralen Hypothalamus und führt zu gesteigerter Aufmerksamkeit. Mutationen dieses Rezeptors werden für das Krankheitsbild der Narkolepsie verantwortlich gemacht. Außerdem wird Orexin als wake-up-drug z. B. für Kampfjet-Piloten gebraucht. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Schlaflosigkeit zu vermehrter Nahrungsaufnahme und gleichzeitiger Gewichtsabnahme führt, und Orexin Appetit steigernd wirkt. Auch der Ncl. preopticus venterolateralis (VLPO) des Hypothalamus ist beteiligt an der Schlafeinleitung. Läsionen in diesem Kern führen zur Insomnie. Der Ncl. suprachiasmaticus (SCN) enthält direkte Afferenzen aus der Retina. Hier vermuten Forscher den Sitz der Inneren Uhr, Neurone, die für die Circadiane Rhythmik verantwortlich sind. Der SCN kontrolliert sehr stark die Aktivität des Sympathikus. Über dieses vegetative System stimuliert der SCN die Freisetzung von Melatonin aus der Glandula pinealis (Zirbeldrüse). Melatonin wird in den Abendstunden vermehrt ausgeschüttet und trägt zur Schlafeinleitung bei. Die höchste Konzentration findet sich im Blut um drei Uhr morgens. Die anatomische Verbindung vom SCN zur Glandula pineale führt über den Ncl. paraventrikularis zum Seitenhorn des Thorakalmarks. Von dort aus erreichen sympathische Nervenfasern über eine Verschaltung im Ggl cervicale superior begleitend mit den arteriellen Gefäßen die Glandula pineale (Zirbeldrüse). Diese schüttet circadian mit einem Peak um drei Uhr morgens Melatonin aus.
An der Beeinflussung des Sexualverhaltens ist u. a. das corpus mamillare beteiligt. Es ist Teil des Papez-Kreis und wird dem Limbischen System zugerechnet.
Der Hypothalamus weist in einigen Kerngebieten einen sexuellen Dimorphismus auf:
Alle diese Ergebnisse sind heute noch schlecht kontrolliert, da die Fallzahlen klein und die Größenbestimmung schwierig ist. Zudem sagt die Größe nichts über die Qualität einer Veränderung aus. Sie sind aber ein Beispiel dafür, dass kleine Änderungen in relevanten Hirnarealen große Änderungen des Verhaltens bewirken könnten.
Der Hypothalamus greift regulierend in den Hormonhaushalt des Menschen ein. Jedoch sind noch nicht alle Einzelheiten dazu bekannt.
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