IBA Sachsen-Anhalt 2010

Unter dem Motto "Neue Perspektiven für Städte im Umbruch" wird im Jahre 2010 eine Internationale Bauausstellung in Sachsen-Anhalt stattfinden. Insgesamt beteiligen sich 17 Städte, darunter die kreisfreien Städte Dessau-Roßlau, Halle/Saale und Magdeburg, an diesem Wettbewerb.


Inhaltsverzeichnis

Situation in den sachsen-anhaltinischen Städten und Lösungsansätze

In Sachsen-Anhalt stehen zurzeit etwa 200.000 Wohnungen, vor allem Plattenbauten aus DDR-Zeiten, leer. Diese sollen bis spätestens 2010 weitestgehend abgerissen werden. Ziel dieser IBA ist es, die dadurch entstehenden Freiflächen so zu nutzen, dass gleichzeitig die Lebensqualität der Stadtbewohner steigt oder zumindest konstant bleibt. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Teilnehmerstädte verschiedene Konzepte zugelegt.

Aschersleben

Die Stadt Aschersleben hat seit 1990 rund ein Viertel ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals 34.000 auf nun 26.000 Einwohner geschrumpft. Das Konzept der Stadt lautet "Von außen nach innen". Das bedeutet, dass die zum Teil leerstehenden Randgebiete der Stadt abgerissen werden, um somit eine Stärkung der Innenstadt zu bewirken. Durch das immense Verkehrsaufkommen am Innenstadtring wurden bereits einige geschädigte Häuser abgerissen, die es eigentlich wert waren, erhalten zu bleiben. Die hinterlassenen Lücken wurden durch verschiedene moderne Kunstwerke ersetzt. So soll bis 2010 die erste "Drive Thru Gallery" Deutschlands entstehen.

Bernburg

Bernburg hat seit 1990 rund ein Viertel seiner Einwohner verloren und ist von ehemals 40.000 auf 31.000 Einwohner geschrumpft. Das Konzept der Kreisstadt an der Saale lautet "ZukunftsBildung". Dafür wurden bereits 3 Sekundarschulen zu einer Ganztagsschule mit dem Namen "Campus Technikum" zusammengelegt, an der praxisnah gelehrt werden soll, um vor allem dem Abbruch der Lehre bei Schülern vorzubeugen und um später zu erreichen, dass Betriebe besser mit den Schulen zusammenarbeiten.

Bitterfeld-Wolfen

Bitterfeld-Wolfen, entstanden am 1. Juli 2007 durch die Fusion der bis dahin selbstständigen Städte Bitterfeld, Wolfen, Thalheim, Greppin und Holzweißig, hat seit 1990 rund ein Drittel ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals rund 70.000 Einwohnern auf 48.000 geschrummpft. Besonders schwer traf es den Ortsteil Wolfen, der rund die Hälfte seiner EInwohner verlor. Das Konzept der Stadt lautet "Die Chemie stimmt-Netzregion Bitterfeld-Wolfen". Das Ziel der Stadt bis 2010 ist es, einen Synergieeffekt durch enge Kooperation der fusionierten Städte und der Bürger sowie den Wegfall überflüssige Infrastruktur zu erreichen, ohne viel Arbeitsplätze zu verlieren.

Dessau-Roßlau

Die ehemalige anhaltinische Residenzstadt, entstanden am 1. Juli 2007 durch die Fusion der bis dahin selbstständigen Städte Dessau und Roßlau, die bereits einmal von April 1935 bis April 1946 in dieser Form bestand, verlor seit 1990 rund ein Fünftel ihrer Einwohner und ist von rund 110.000 auf heute rund 92.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der drittgrößten Stadt Sachsen-Anhalts lautet "Stadtinseln-urbane Kerne und landschaftliche Zonen". Der Plan der Stadt sieht vor, leerstehende Gebäude in der Innenstadt abzureißen und die entstandenen freien Flächen landschaftlich zu gestsalten. Das Konzept passt vorallem kulturell zum nahen Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

Halberstadt

Die Stadt Halberstadt hat seit 1990 rund 15 Prozent ihrer Einwohner verloren und ist von 45.000 auf heute 39.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der Stadt lautet "Kultivierung der Leere". Der Plan der Stadt sieht vor, die dicht bebaute Innenstadt aufzulockern und landschaftlich zu gestalten. Außerdem soll so ein neuer Typ von Wohngebiet entstehen. Während der Bauausstellung 2010 wird dort die Ausstellung "Ästhetik der Leere" stattfinden.

Halle/Saale

Die größte Stadt Sachsen-Anhalts hat seit 1990 rund 30 Prozent ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals 320.000 Einwohnern (historischer höchststand, hervorgerufen durch die Fusion mit der zuvor selbstständigen Stadt Halle-Neustadt) auf rund 230.000 geschrumpft. Das Thema der Stadt lautet "Balanceakt Doppelstadt". Der Plan der Stadt sieht vor, die doch sehr unterschiedlichen Teile der Doppelstadt näher zusammenzuschweißen und aus der Neustand einen kulturellen Leuchtturm zu schaffen. Außerdem soll der erst kürzlich neu gestaltete Riebeckplatz ein Ort der modernen Architektur werden.

Köthen

Die Kreisstadt Köthen hat seit 1990 rund ein Fünftel ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals 36.000 Einwohnern auf rund 29.000 geschrumpft. Das Thema zur IBA der Stadt lautet "Homöopathie als Entwicklungskraft". Der Plan der Stadt sieht vor, Köthen zum nationalen Zentrum der Homöopathie zu machen. Bis 2010 sollen sich so möglichst viele Unternehmen der Gesundheitsbranche in Köthen ansiedeln.

Eisleben

Seit 1990 hat die Lutherstadt 15 Prozent ihrer Einwohner verloren und ist von 27.000 Einwohnern 1990 auf 23.000 Einwohner heute geschrumpft. Das Thema der Stadt lautet "K³-kleiner, klüger, kooperativ". Die Stadt sieht vor, bis 2010 einen "Lutherweg" einzurichten um so den städtischen Tourismus zu stärken. Außerdem sollen brachliegende Grundstücke in der Innenstadt an private Investoren verkauft werden, um so Gastronomie und Einzelhandel anzulocken.

Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg hat seit 1990 rund ein Fünftel ihrer Einwohner verloren und ist von 56.000 auf heute 44.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der Stadt lautet "Campus Wittenberg". Das Szenario der Stadt 2010 sieht so aus, dass alle Bildungseinrichtungen stärker miteinander zusammen arbeiten. Forschungs- und Bildungstourismus soll angeboten und das Stadthaus zum Tagungszentrum umgewandelt werden.

Magdeburg

Die Landeshauptstadt und zweitgrößte Stadt des Landes präsentiert sich mit dem Thema "Leben an und mit der Elbe". Magdeburg hat seit 1990 rund ein Fünftel ihrer Einwohner verloren und ist von 280.000 auf 230.000 Einwohner geschrumpft. Die Stadt hat bereits einige große Erfolge beim Stadtumbau zu verzeichnet, wovon die Goldmedaille 2002 und die Silbermedaille aus den Jahren 2003, 2004 und 2005 beim nationalen Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" zeugen. Bis zum Ende des IBAs sollen die heruntergekommenen Regionen im Südosten der Stadt restauriert, die Elbe als neuer Lebenspartner und das alte Elbufer als Zentrum der Ökonomie wiederentdeckt werden.

Merseburg

Die ehemalige Chemiearbeiterstadt ist von hoher Arbeitslosigkeit und Wegzug geprägt. So verlor sie von 1990 bis heute rund ein Viertel ihrer Einwohner und ist von 44.0000 auf 34.000 Einwohner geschrumpft. Vor allem kreative Köpfe, vor allem junge Leute, verlassen die Stadt genauso schnell wie kürzlich eingetroffene Migranten. Um den entgegenzuwirken, nimmt die Stadt beim IBA mit dem Thema "Neue Milieus-neue Chancen" teil. Die Stadt soll so mehr von Kreativen und Ausländern gestaltet werden, um diese besser zu integrieren.

Quedlinburg

Die Stadt Quedlinburg hat sein 1990 etwa ein Fünftel ihrer Einwohner verloren und ist von 28.000 auf 23.000 Einwohner geschrumpft. Um durch den Wegzug aber nicht das größte Flächendenkmal Deutschlands zu gefährden, werden die Fachwerkhäuser der wunderschönen Altstadt zu einem neuen Lebensraum für Bürger entwickelt. So wollen die Stadtoberhäupter vorallem den Tourismus und die Wirtschaft in der Innenstadt stärken.

Sangerhausen

Die Einwohnerzahl der Stadt blieb von 1990 bis heute aufgrund vieler Eingemeindungen konstant. Jedoch verlor die Kernstadt etwa ein Viertel ihrer Bewohner. Das Thema der Stadt lautet "Abgestimmtes Handeln" und sieht vor, bis 2010 aus Sangerhausen eine Stadt voller unterschiedlicher ihrer Geschichte angepasster Stadtviertel zu machen, um sie so von der Menge abzuheben.

Staßfurt

Staßfurt hat seit 1990 rund ein Drittel ihrer Einwohner verloren und ist von 31.000 auf heute 22.000 Einwohner geschrumpft. Durch ein Bergsenkungsgebiet in der Innenstadt verlor die Stadt bereits ihr Rathaus, eine Kirche und Wohnhäuser. Jetzt soll aber Schluss mit dem ständigen Wasserabpumpen sein. Die alten Ruinen in der Stadtmitte wurden entfernt, die Bergsenke, die zum Teil bis zu 7 Meter tief ist, soll geflutet werden. So soll eine "Neue Mitte", passend zum Thema der Stadt ("Aufheben der Mitte"), entstehen, die sich zum zentralen Versammlungs- und Veranstaltungsort entwickeln soll. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee besuchte die Stadt am 23.2.2006, um sich persöhnlich vor Ort zu erkunden.

Stendal

Die Stadt Stendal hat seit 1990 rund ein Drittel ihrer Einwohner verloren und ist von 50.000 auf nun mehr 36.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der Stadt zur IBA 2010 lautet "Zentraler Ort im ländlichen Raum". Die Stadtverwaltung hat das Ziel vor Augen, Stendal und die Altmark so zu modernisieren, dass sich spätestens bis 2010 hier eine stabile Wirtschaft entwickelt. Dazu tauscht die Stadt Informationen mit Städten in Mecklenburg-Vorpommern, Kanada und Skandinavien aus.

Wanzleben

Die Stadt Wanzleben hat seit 1990 rund ein Fünftel ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals 6.000 auf 5.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der Stadt lautet "Urbane Familienfelder". Die Stadt beschäftigt sich als einzigste Teilnehmerstadt des IBA mit einem heutzutage sehr wichtigen Thema, nämlich mit der Familie, dem Urprung des Geburtenrückgangs und dem Bevölkerungsschwund. Bis 2010 sollen so in der Stadt verschiedene Häuser für verschiedene Familientypen entstehen. Außerdem solen dann alle Stadtbewohner am Geschehen in Wanzleben mitwirken.

Weißenfels

Die südlichste Teilnehmerstadt hat seit 1990 rund ein Viertel ihrer Einwohner verloren und ist von ehemals 38.000 auf 30.000 Einwohner geschrumpft. Das Thema der Stadt zur IBA lautet "Grün der Zeit". Bis 2010 sollen in Weißenfels so ein Netzwerk der Lebensmittel- und Pharmaindustrie entwickeln.

Quellen

http://www.iba-stadtumbau.de/

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