Muhammad ibn Ishaq (محمد بن إسحاق, DMG Muḥammad ibn Isḥāq; * um 704 in Medina; † 768 in Bagdad) war ein arabischer Historiker, bekannt vor allem durch seine Biographie über das Leben des Propheten Mohammed.
Zunächst wirkte er in Medina; im Jahre 733 hielt er sich in Alexandria auf, wo er sich dem Studium des Hadith widmete. Gegen 749 verkehrte er wieder in Gelehrtenkreisen seiner Heimatstadt Medina. Nach der Machtübernahme durch die Abbasiden übersiedelte er nach Bagdad, nicht zuletzt auf Druck seiner medinensischen Zeitgenossen – unter ihnen Malik ibn Anas –, die ihm vorgeworfen haben, die Lehre von der Willensfreiheit des Menschen vertreten zu haben.
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Unter seinen Schriften werden das Kitab al-maghazi („Über die Feldzüge des Propheten“) und das Kitab ta'rikh al-khulafa' („Geschichte der Kalifen“) als die bekanntesten genannt. Ersteres Werk ist auf 300 Manuskriptseiten (unvollständig) in der Rezension seines Schülers Yunus ibn Bukair († 815) erhalten und von M. Hamidullah im Jahre 1981 herausgegeben worden. Zitate oder paraphrasierte Auszüge aus seinen Werken sind bei den späteren Historiographen, beispielsweise in der annalistischen Weltgeschichte von al-Tabari erhalten. In der zweiten Generation nach Ibn Ishaq hat 'Abdalmalik b. Hisham al-Himyari († 834) das erstgenannte Werk unter dem Titel Sirat Muhammad Rasulillah („Biographie des Gesandten Gottes Mohammed“) überarbeitet. Dieses Werk ist heute noch eine der wichtigsten Quellen für die Erforschung von Mohammeds Lebens.
Seine historischen Schriften werden auch unter dem Titel „Das große Buch“ (al-kitāb al-kabīr) genannt, das aus drei Teilen bestand: aus dem Mubtadaʾ: es behandelt den Zeitraum von der Weltschöpfung bis zum Auftreten Mohammeds; aus dem Mabʿaṯ: die „Sendung“ Mohammeds, d. h. die mekkanische Periode der Prophetie; aus dem Maġāzī: die medinensische Periode und die Feldzüge des Propheten. Einige Biographen fügen auch das „Buch der Kalifen“ (Kitāb al-ḫulafāʾ) diesem Sammelwerk hinzu.
Es ist Ibn Ishaqs Verdienst, in der islamischen Historiographie als erster ein Geschichtsbuch verfasst zu haben, das der Chronologie der Prophetie entspricht und mit Kapitelüberschriften versehen ist. Die Folgegenerationen haben diese Besonderheit seines Werks erkannt, und man berichtete über ihn: „Er gehört zu den Menschen, die am besten zusammenhängende Geschichten verfassen konnten“.
Der Orientalist Josef Horovitz würdigt ihn wie folgt: „Das Traditionsmaterial, das ihm von seinen Lehrern überliefert worden war und das er mit zahlreichen von ihm selbst gesammelten Feststellungen erweiterte, stellte Ibn Isḥāq zu einer wohlgeordneten Darstellung des Lebens des Propheten zusammen.“
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