Igarka

Wachturm eines Gulag in der sibirischen Taiga
Wachturm eines Gulag in der sibirischen Taiga

Igarka (russ. Игарка) ist eine russische Hafenstadt am Jenissei in der Region Krasnojarsk in Zentralsibirien, 163 km nördlich des Polarkreises. Sie erlangte traurige Bekanntheit als östliche Endstation der Polarkreiseisenbahn die unter Josef Stalin erbaut werden sollte. Heute hat die Stadt nur noch 8.045 Einwohner (2005).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Jenissei führte hier eine Wassermenge 1949[1] (Januar: 4.960 m³/sec, Juni 75.000 m³/sec).

Geschichte

Igarka wurde 1927 als Sägewerk und Hafen für den Holzexport gegründet und bekam 1931 den Status als Stadt zugesprochen.

Unter Josef Stalin wurde beschlossen im Bezirk Igarka einen Hochseehafen am Jenissei zu bauen. Von der Stadt Salechard bis zum Hafen Igarka sollte eine 1200 km lange Polarkreiseisenbahn gebaut werden. Projekt Nr. 501 am Fluss Ob und Projekt Nr. 503 am Jenissei würden sich zur ‘Mertvaya doroga’ (The Dead Road) verbinden. So entstand im Norden der Krasnojarsker Region das Bauprojekt N 503. Die Zentrale war im Dorf Ermakowo. Nach Stalins Tod wurde der Bau im Sommer 1953 gestoppt. Einzig die Telefonleitung zwischen Salechard und Igarka blieb bis 1976 in Betrieb.

In Igarka wurde am 1. Juli 1991 ein Museum zum Thema Permafrost eröffnet. Von 1936-1942 bestand dort ein wissenschaftliches Labor in 7 bis 10 m tiefen Gängen im Permafrost bei Temperaturen von Minus 5-6 °C. Neben verschiedenen Erdschichten sind auch bis zu 30.000 Jahre alte Lärchen im Boden erhalten geblieben.

An der Mündung der Kureika (Fluss) in der Stadt Kureika existierte ein Pantheon für Stalin.

Wirtschaft

Lage von Igraka am Jenissei
Lage von Igraka am Jenissei

Der Hafen von Igarka wurde 1928 in Betrieb genommen und diente dem Umladen der Erzeugnisse von Lessosibirsk von den Flussschiffen auf Hochseeschiffe. Der Hafen erreichte seine Glanzzeit Mitte der 70er, Anfang der 80er Jahre des 20ten Jahrhunderts als bis zu 1.236.000 Kubikmeter Holz verschifft wurden und er damit der zweitgrösste Hafen für Holz in der Sowjetunion war.

Igarka verlor seit dem Umbruch die über Hälfte der Einwohner. Einwohnerentwicklung: 8.045 (2005); 8.627 (2002); 18.820 (1989);

1988 wurde das Erdoelfeld Wankor 130 km westlich von Igarka entdeckt. [2] Dies könnte die wirtschaftliche Bedeutung von Igarka als Hafenstadt wieder verstärken.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. Wassermenge
  2. Erschließung des Wankor-Ölfeldes


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