Immunisierungsstrategie

Unter Immunisierungsstrategie versteht die Kommunikationswissenschaft eine Technik der Gesprächsführung, bei der versucht wird, den eigenen Standpunkt allein schon durch die Art und Weise der Argumentation für jedwede Kritik unangreifbar zu machen.

Dies kann geschehen durch der Sache, die zur Diskussion steht, nicht angemessene Angriffe auf die Person des Gesprächsgegners hinsichtlich seiner angeblichen individuellen Eigenschaften, was etwa Moral, Rechtschaffenheit, Wissen oder Intelligenz angeht, oder auch durch die Berufung auf eine dritte, nicht anwesende und deshalb nicht angreifbare Autorität oder auf eine abstrakte Instanz wie etwa die Wissenschaft, Religion oder Gott. Angestrebtes Ziel hierbei ist, den Standpunkt und im ersteren Fall auch die Person des Gegenübers möglichst abzuwerten, um die selbst vertretene Position vor der betreffenden Kritik zu schützen oder zumindest ihr den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen.

Immunisierungsstrategien werden auch im Bereich der Wissenschaft mehr oder minder bewusst eingesetzt, insbesondere bei der Theoriebildung. In der Wissenschaftstheorie versteht man so unter einer Immunisierungsstrategie eine Argumentationsweise, die eine Theorie gegen Kritik immun macht, also deren Kritikimmunität zu erlangen bezweckt.

Derartig immunisierte Theorien lassen sich nicht länger durch sachbezogene Argumente widerlegen. Die so erzielte Kritikimmunität geht allerdings mit einem Verlust an Informationsgehalt der betreffenden Theorie einher. Beispiel: Wenn eine Ceteris paribus-Klausel geltend gemacht wird, aber die durch diese Klausel konstant gesetzten Bedingungen nicht genau spezifiziert werden.

Philosophisch bzw. erkenntnistheoretisch hat der Begriff seinen Ursprung bei Hans Albert und ist in die Konzeption des Kritischen Rationalismus eingebettet.

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