Als Induktion wird in der Filmsprache eine Folgerung bezeichnet, die der Zuschauer aus einer Abfolge gegeneinander geschnittener Bilder oder Szenen zieht, ohne dass diese Bedeutung aus den Bildern selbst hervorgeht. Sie entsteht vielmehr aus der gedanklichen Verknüpfung des Gesehenen zu einem Bedeutungszusammenhang bzw. einer Kausalkette.
So kann z. B. die Abfolge von Nahaufnahmen eines Messers, einer Hand und einer schreienden Frau einen Mord darstellen, obwohl er selbst nicht abgebildet wird (in Alfred Hitchcocks Psycho etwa). Hitchcock hat in einem Interview erläutert:
Das erste Experiment zur filmischen Induktion war das Kuleschow-Experiment[1]. Der russische Regisseur Lew Wladimirowitsch Kuleschow zeigte damit, dass für die Aussage einer Szene der Schnitt wichtiger ist als die Art der einzelnen Einstellungen.
In seinem Handbuch der Filmmontage schreibt der Filmemacher und Professor für Fernsehpraxis Hans Beller: „Das Wesen des Films muss nicht innerhalb der Grenzen des gefilmten Fragments gesucht werden, sondern in der Verkettung dieser Fragmente.“[2] Der Begriff Induktion wird unter anderem auch vom Theoretiker Knut Hickethier verwendet.
Es existieren hierbei enge Bezüge zum Thema gedankliche Induktion.
Brockhaus-1911: Induktion [2] · Induktion [3] · Magnetische Induktion · Elektrische Induktion · Induktion · Film
Kirchner-Michaelis-1907: Induktion
Lueger-1904: Magnetische Induktion, Magnetischer Kreisprozeß · Induktion [2] · Induktion [1]
Meyers-1905: Magnetische Induktion · Photochemische Induktion · Volta-Induktion · Induktion [2] · Elektrische Induktion · Elektrostatische Induktion · Induktion [1]