Der Begriff Informationsmanagement wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Das dynamische Umfeld der informationstechnischen Entwicklung und die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit Informationsmanagement (genauer: Informations- und Kommunikationsmanagement) beschäftigen, sind der Grund dafür.
Strategisches Informationsmanagement im militärischen Kontext wird von Carsten Bockstette als Planen, Gestalten, Führen, Koordinieren, Einsetzen sowie Kontrollieren von Informationen als Mittel zur erfolgreichen Auftragserfüllung definiert.
Mit Informationsmanagement wird auch die Institution bezeichnet, die für das Management der als Informationsfunktion bezeichneten betrieblichen Funktion und für die IT-Infrastruktur verantwortlich ist (man spricht daher auch vom IT-Management). Die Führungskraft des Informationsmanagements auf strategischer Ebene (Top Management) wird als Chief Information Officer CIO bezeichnet. Systematische Vorgehensweisen, genauer: Methoden, Techniken und Werkzeuge zur Bearbeitung der Aufgaben des Informationsmanagement werden unter der Bezeichnung Information Engineering subsumiert.
Die Grenzen zwischen Informationsmanagement, Kommunikationsmanagement, Wissensmanagement und Dokumentation sind nicht immer eindeutig zu ziehen. Im Unterschied zu Wissensmanagement befasst sich Informationsmanagement nicht mit individuellem und organisationalem Lernen. Ähnlich verhält es sich mit der Abgrenzung zwischen Informationsmanagement und Controlling und Kommunikationsmanagement. Die Aufgaben der genannten Bereiche weisen häufig Überschneidungen auf.
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Unter dem Begriff Informationsmanagement verstehen Stahlknecht und Hasenkamp
Quelle: Peter Stahlknecht, Ulrich Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik. 11. Auflage Springer, Berlin - Heidelberg - New York 2005, S.437, ISBN: 3-540-01183-8
Informationsmanagement beinhaltet alle "(...) Managementaufgaben, die einerseits auf drei Ebenen (entsprechend den behandelten Objekten)
andererseits über die Ebenen hinweg als
realisiert werden müssen."
Dieses Konzept ist auch als Rahmenmodell von Helmut Krcmar bekannt.
Informationsmanagement wird als "das Leitungshandeln (das Management) im Unternehmen in Bezug auf Information und Kommunikation" verstanden und umfasst "alle Führungsaufgaben, die sich mit Information und Kommunikation ... befassen". Sämtliche Aufgaben, die sich mit Information und Kommunikation befassen, werden unter dem Begriff Informationsfunktion zusammengefasst. Das Modell von Lutz J. Heinrich (www.ie.jku.at/heinrich) ist dem leitungszentrierten Ansatz des Informationsmanagements zuzuordnen.
Ziel des Informationsmanagements ist es, eine Informationsinfrastruktur aufzubauen und so zu managen und zu nutzen, dass eine optimale Unterstützung der Informationsfunktion ermöglicht und ein optimaler Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet wird.
Für die Umsetzung der Ziele werden Aufgaben des Informationsmanagements auf strategischer, administrativer und operativer Ebene definiert. Auf strategischer Ebene wird die Informationsinfrastruktur geplant, überwacht und gesteuert; auf administrativer Ebene erfolgen Planung, Überwachung und Steuerung für die Komponenten der Informationsinfrastruktur - z.B. für Anwendungssysteme und Mitarbeiter. Die operative Ebene umfasst Aufgaben der Nutzung der Informationsinfrastruktur (Netzdienste, Wartung etc.).
Auf jeder Aufgabenebene werden zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung Methoden, Techniken und Werkzeuge eingesetzt. Die Gesamtheit dieser Methoden. Techniken und Werkzeuge und ihre Anwendung zur unternehmensweiten Planung, Analyse, Entwurf und Umsetzung von Informationssystemen ist Information Engineering.
Quelle: Heinrich, Lutz J.: Informationsmanagement. Seit 1985 im Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München / Wien, 8. Aufl. 2005 (1. bis 3. und ab 8. Aufl. mit Ko-Autor). ISBN 3-486-57772-7
Ziel des Ubiquitous Information Management ist es, eine geeignete Informationsinfrastruktur aufzubauen und so zu managen und zu nutzen, dass eine optimale Unterstützung jeglicher Informationsfunktion der unterschiedlichen technischen und betriebswirtschaftlichen IT-Lösungen, an jedem Ort zu jeder Zeit, mit unterschiedlichen Zugangsmedien zu ermöglichen und ein optimalen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Diese Definition erweitert damit die Definition nach Heinrich um eine flächendeckende und allgegenwärtige Facette.
Informationsressourcenmanagement befasst sich mit der Nutzung, Planung und Steuerung von externen und internen Informationsressourcen innerhalb eines Unternehmens oder einer sonstigen Organisation. Information wird als Produktionsfaktor verstanden. Das Management hat hier die Aufgabe, die Verfügbarkeit der Produktionsfaktoren sicherzustellen und geeignete Betriebsmittel zur Deckung der Nachfrage nach Information bereit zu stellen. Dazu gehört auch die Schaffung und Pflege der inner- und außerbetrieblichen Einrichtungen zur Informationsversorgung.
Der Betrachtungspunkt liegt hier auf dem Umgang mit Information am (persönlichen) Arbeitsplatz (engl.: Information Handling). Das Management unterstützt die individuelle Informationsverarbeitung durch Wahrnehmen operativer und administrativer Aufgaben.
Bei diesem Ansatz wird die Unternehmensorganisation strategisch an den Geschäftsprozessen ausgerichtet, folglich wird auch die Informationsinfrastruktur auf die Unterstützung der Geschäftsprozesse hin angelegt. Das Management umfasst die Integration der Funktionsbereiche in die Informationsverarbeitung.
Das Management handelt leitungsorientiert in Bezug auf Information und Kommunikation im Unternehmen. Umfasst werden dabei alle Führungsaufgaben, die sich mit Kommunikation im Unternehmen und im unmittelbaren Unternehmensumfeld befassen.
Dieser Ansatz wird vertreten von Heinrich, Lutz J.: Informationsmanagement. Seit 1985 im Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München / Wien, 8. Aufl. 2005 (1. bis 3. und ab 8. Aufl. mit Ko-Autor). ISBN 3-486-57772-7
Aufgabe des Managements ist es, das informationswirtschaftliche Gleichgewicht im Unternehmen oder der Organisation sicherzustellen. Information wird als Produktionsfaktor verstanden, kann also hergestellt werden. Der Aufgabenbereich umfasst:
Die oben genannten Aufgaben sind eine grobe Beschreibung der Analyseaufgaben, strategischen Aufgaben, Realisierungsaufgaben und operativen Aufgaben des Informationsmanagements.
Das Management von Informationssystemen befasst sich mit dem Einsatz von Informationstechnik und -technologie zur Erfüllung und Unterstützung der betrieblichen Informationsaufgaben (siehe Abschnitt ´Management von Information´). Die Definition des Informationssystems ist wissenschaftlich noch umstritten, im Allgemeinen fasst man hier jedoch das (Anwendungssystem)+(Mensch)=(Informationssystem) zusammen. Als Anwendungsystem wird (Hardwaresystem)+(Softwaresystem)=(Anwendungsystem) verstanden. Der Aufgabenbereich umfasst
Die strategischen Aufgaben des Informationsmanagements umfassen nach Lutz J. Heinrich (Informationsmanagement, seit 1985 im Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München / Wien, 8. Aufl. 2005, 1. bis 3. und ab 8. Aufl. mit Ko-Autor, ISBN 3-486-57772-7):
Die strategische Ebene der Aufgaben des Informationsmanagements sind in der Sichtweise von Information als strategischer Erfolgsfaktor begründet. Die strategische Ebene schafft die Voraussetzungen für die Gestaltung und Nutzung der Informationsinfrastruktur auf administrativer Ebene. Es wird folglich die Architektur der Informationsinfrastruktur festgelegt.
Die Situationsanalyse geht der Zielplanung voraus und umfasst die Bestimmung der Rollen der Informationsfunktion sowie die Ermittlung der inner- und außerbetrieblichen Bedingungen für die Umsetzung des Leistungspotenzials der Informationsfunktion. Man kann vier strategische Rollen für Informationsfunktionen unterscheiden:
Die Strategische Situationsanalyse lässt sich in weitere Teilbereiche unterteilen, zum Beispiel in
Die einzelnen Prozesse der Analysen verlaufen analog. Zuerst werden die Faktoren bestimmt, die die Materie charakterisieren, dann wird der Ist-Zustand erhoben und dem Soll-Zustand gegenüber gestellt, nachdem dieser definiert wurde.
Die Strategische Zielplanung ist Voraussetzung für die Strategie-Entwicklung und die strategische Maßnahmenplanung. Ihr geht die Situationsanalyse voraus. Ziel der strategischen Zielplanung ist die Festlegung der Sach- und Formalziele im Unternehmen (strategische Ziele). Dies kann reagierend, agierend oder interagierend erfolgen. Folgende Punkte sind zu definieren:
Sind die obigen Punkte definiert, geht man in die Strategie-Entwicklung über.
Die Strategieentwicklung legt die Art und Weise (Strategie) fest, nach der die strategischen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Sie ist daher die Voraussetzung für die strategische Maßnahmenplanung. In die Entwicklung einbezogen werden die Komponenten und Eigenschaften der Informationsinfrastruktur sowie die Formalziele des Unternehmens. Ergebnis der Entwicklung sollte eine konsistente Strategie sein, die die Kultur und die Eigenschaften des Unternehmens einbezieht. Man klassifiziert Strategien
je nach Ihrer Ausprägung.
Aufgabe der strategischen IT-Planung ist es, den strategischen IT-Plan für die unternehmensweite, langfristige und die Wettbewerbsposition positiv beeinflussende Gestaltung der Informationsinfrastruktur zu erarbeiten. Dabei wird vom Ergebnis der strategischen Situationsanalyse und dem der strategischen Zielplanung unter Berücksichtigung der IT-Strategie ausgegangen. Die Maßnahmen zur Erreichung der strategischen IT-Ziele im Rahmen der IT-Strategie, also die strategischen Maßnahmen zur Gestaltung der Informationsinfrastruktur, werden entwickelt und die dafür erforderlichen Budgets geplant. Mit der strategischen Maßnahmenplanung wird der Aktionsspielraum (das Erfolgspotenzial) für die planbaren Erfolgsrealisierungen auf der administrativen und der operativen Ebene des Informationsmanagements geschaffen.
Administrative Aufgaben sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich mit einzelnen, aber wesentlichen Komponenten der Informationsinfrastruktur (zb. Projekte, Personal, Datensystem) oder mit einzelnen, aber wesentlichen Eigenschaften der Informationsinfrastruktur (zB. Schutz und Sicherheit) beschäftigen.
Zu den administrativen Aufgaben zählen:
Neben den strategischen Aufgaben und administrative Aufgaben umfasst das Informationsmanagement weitere Aufgaben, die häufig als operative Aufgaben sowie teilweise als Analyseaufgaben oder Realisierungsaufgaben klassifiziert werden.
Zu den operative Aufgaben zählen:
Informationsmanagement wird mittlerweile an vielen Hochschulen als Wahlfach angeboten, häufig als Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik. Demgegenüber ist das Angebot an vollwertigen Studiengängen bislang noch überschaubar.
Universitäre Bachelorstudiengänge (Abschluss jeweils Bachelor of Science):
Universitäre Masterstudiengänge (Abschluss jeweils Master of Science bzw. of Arts):
Universitäre Magisterstudiengänge (Abschluss jeweils M.A. - Magister Artium ):
Darüber hinaus gibt es auch an Fachhochschulen entsprechende Studienangebote: