Innovationscontrolling

Innovationscontrolling umfasst im Controlling-Bereich eines Unternehmens den Prozess der Steuerung, Planung und Bewertung einer Neuprodukt-Idee (Innovation) bis hin zur Entscheidung über die Realisierung einer Idee. Zur Unterstützung dieser Prozesse werden Methoden wie die Szenario-Technik, Kreativitätsmethoden, TRIZ, QFD, Technologie-Roadmaps, Nutzwertanalysen und Scoring-Modelle angewendet.

Gründe

In frühen Phasen der Ideenbewertung gilt es in interdisziplinärer Team-Zusammensetzung nach ausgewählten Kriterien zu bewerten. Welche Ideen weiterverfolgt werden bzw. den Übergang in ein Projekt finden, hängt nicht ausschließlich von Bewertungsergebnissen ab, sondern auch von der jeweils im Unternehmen praktizierten Risikostrategie.

Zukunftsszenarien helfen, aus eingefahrenen Denkstrukturen auszubrechen und den Blick nach vorne zu öffnen und werden deshalb der Ideengenerierung vorangestellt.

Knut Drachsler vom Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart, nennt folgende Vorteile eines unternehmensinternen Innovationscontrolling:

  • höchstmögliche Absicherung von Investitionsentscheidungen
  • Transparenz von möglichen marktseitigen und technischen Risiken
  • frühzeitige Maßnahmendefinition
  • Minimierung eines späteren Projektabbruchs
  • Vermeidung einer Demotivation der Projektbeteiligten

Durchführung

Der Methodenmix, der innerhalb des Innovationsprozesses im Rahmen des Innovationscontrollings zum Einsatz kommt, ist geprägt vom Betrachtungsgegenstand und den jeweiligen externen und internen Rahmenbedingungen. Je nach Ausgangsposition, Marktdynamik und zu betrachtendem Zeithorizont ist der Entwurf relevanter Zukunftsbilder notwendig. In diesem Rahmen bietet sich der Einsatz von Szenariotechnik oder Technologie-Roadmaps an.

Die Auswahl von geeigneten Kreativitätstechniken in der Phase der Ideengenerierung hängt von der Ausprägung verschiedener unternehmens- und betrachtungsgegenstandsspezifischer Rahmenbedingungen ab. Nach der Ideengenerierung folgt eine grobe Vorauswahl erfolgversprechender Ideen, die mittels Kriterienkatalogen einer genaueren Bewertung unterzogen werden. Entscheidende Bedeutung in Kriterienkatalogen zur Ideenbewertung kommen Einflussfaktoren wie Neuheitsgrad, Kernkompetenzen sowie Wissen über Zukunftsmärkte und Wettbewerber zu. Nur wenige Ideen werden schließlich bis zur Präsentationsreife weiterentwickelt, um in entsprechenden Gremien Realisierungs- und Investitions-entscheidungen treffen zu können.

Quelle:
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