Unter Inspiration versteht man in der christlichen Theologie die (offiziell von allen christlichen Kirchen vertretene) Lehre, dass die Bibel in besonderer Weise von Gottes Geist eingegeben, inspiriert sei (lat. divinitus inspirata, gr. θεόπνευστος / theópneustos, wörtlich gottgehaucht). Deswegen wird die Bibel auch Wort Gottes genannt.
Diese Lehre wird im Detail unterschiedlich interpretiert. Gemäß einer Verbalinspiration wird der Wortlaut der Bibel selbst als von Gott inspiriert angesehen, während aus Sicht der Realinspiration ein offenbarter (göttlicher) Sachverhalt (z.B. eine Prophetie oder eine Gotteserfahrung) in menschliche Worte gefasst worden ist. Ein weiteres Verständnis von Inspiration fasst Offenbarung nicht im Sinne der Mitteilung eines wörtlichen Rede oder eines Sachverhaltes auf, sondern vielmehr im Sinne einer Selbstoffenbarung Gottes. Demnach besteht die Inspiration der Heiligen Schrift darin, dass der Leser (oder Hörer) durch sie die Erfahrung machen kann, dass Gott ihn persönlich anspricht und in ihm Glauben weckt. Dies ist auch bei anderen Texten möglich; die besondere Stellung der Bibel ergibt sich dieser Ansicht nach daraus, dass sie zugleich das ursprüngliche Zeugnis von Gottes Handeln an den Menschen (besonders in der Person Jesu Christi) darstellt.
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