Internationales Maritimes Museum Hamburg

Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden.
Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden.

Das Internationale Maritime Museum Hamburg ist eine Museumsneugründung in Hamburg. Dafür wird derzeit in der Hamburger Speicherstadt der Kaispeicher B mit großem Aufwand um- und neugebaut. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2008 geplant und soll der Stadt ein „Schiffahrtsmuseum von Weltrang“ geben.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellung

Gezeigt werden sollen die Bestände des Instituts für Schifffahrts- und Marinegeschichte von Peter Tamm, einer umfangreichen Sammlung von Schiffsmodellen, Schiffsminiaturen, Konstruktionsplänen, Gemälden, Aquarellen, Grafiken, Uniformen und Waffen. Zusammen zählt die Sammlung über 40.000 Einzelstücke, dazu mehr als eine Million Fotos. Der Bereich der historischen Marineuniformen und -auszeichnungen gilt als der historisch bedeutsamste weltweit.

Vorgesehen sind außerdem ein Archiv und eine Bibliothek.

Kritik

Kritiker wie der Schauspieler Rolf Becker werfen der Sammlung eine zu große Fokussierung auf militärische Aspekte und insbesondere einen zu unkritischen Umgang mit Fragen der NS-Zeit vor.[1] Das Institut versucht, die Vorwürfe durch einen wissenschaftlich anerkannten Beirat, der bei der Konzeption der Ausstellungen helfen soll, zu entkräften.

Der Kaispeicher B von aussen.
Der Kaispeicher B von aussen.

Als weitaus problematischer wird die Finanzierung durch die Stadt angesehen: Während der wohlhabende Eigentümer Peter Tamm dem Museum die Ausstellungsstücke zwar unentgeltlich zur Verfügung stellt, werden die 30 Millionen Euro teuren Baumaßnahmen für den Umbau des Kaispeichers vollständig von der öffentlichen Hand finanziert, hinzu kommen Erschließungskosten von 5 Millionen Euro. Dies alles ohne dass die Stadt Hamburg ein Mitspracherecht bezüglich der Inhalte erhält. Die Zuschüsse für die neue, private Stiftung, die das Museum betreiben soll, stünden in krassem Kontrast zu den allgemeinen Kürzungen in der Hamburger Kulturförderung, die obendrein mit dem Museum für Hamburgische Geschichte und dem Altonaer Museum auch zwei Institute beträfen, die sich bereits seit Jahrzehnten auch mit der Schiffahrtsgeschichte beschäftigen.

Hinzu kommt, dass die für den Beschluss zuständige Senatorin Dana Horáková eine gute Bekannte Peter Tamms aus jener Zeit ist, als sie beim Axel-Springer-Verlag als Journalistin Karriere machte und Tamm dort Vorstandsvorsitzender war. „Die Kultursenatorin schenke einem langjährigen Freund ein Museum, weil er in seiner Villa keinen Platz mehr habe“, lauteten denn auch zynische Kommentare.

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. http://news.web-hh.de/tamm.php?lid=22694

Quelle:
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