Internierungslager

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US-Internierungslager Camp X-Ray, Guantánamo Bay, Cuba
US-Internierungslager Camp X-Ray, Guantánamo Bay, Cuba

Ein Internierungslager ist in der Regel ein von einem Staat organisiertes Lager, in dem tatsächliche oder mutmaßliche politische Gegner oder Kriegsgefangene gefangen gehalten werden. Die Gefangenen werden von militärischen oder paramilitärischen Einheiten des Staates bewacht.

Die internierten Personen sind entweder Zivilisten (im o.g. Fall) oder Soldaten neutraler Mächte (z.B. Armée de l'Est oder die deutsche Schutztruppe 1916 in Kamerun). Ein Internierungslager, in dem Soldaten eines gegnerischen Landes interniert werden, ist ein Kriegsgefangenenlager.

So wurden z.B. Kriegsgefangene oder politisch nicht Erwünschte bzw. für gefährlich gehaltene Bürger interniert, in den USA während des Zweiten Weltkriegs beispielsweise Landsleute japanischer Abstammung und in kleinerer Anzahl Deutsch-Amerikaner, Mexikaner und Italiener. In Großbritannien wurden in den Internierungslagern während des Zweiten Weltkrieges auch nach Großbritannien geflüchtete Juden aus Deutschland, wie etwa Gerhard Leibholz, sowie deutsche Antifaschisten interniert.

Im Zuge der Entnazifizierung und der Re-education wurden nach dem Zweiten Weltkrieg viele Angehörige nationalsozialistischer Organisationen und mutmaßliche Kriegsverbrecher in Internierungslagern unter Arrest gestellt, darunter aber auch viele Unschuldige [1]. Die Alliierten beabsichtigten, führende Nationalsozialisten und Angehörige von SS, Waffen-SS, Gestapo und SD mit dieser Internierung zu neutralisieren und ihre eigenen Truppen vor einem vermeintlichen Guerillakrieg zu bewahren. Im Vordergrund stand die politische Säuberung; die nationalsozialistische Elite wurde vor dem Nürnberger Militärgericht zur Verantwortung gezogen, die mittlere Ebene der NS-Funktionäre in anderen Verfahren. Bis zum Beginn dieser Verfahren wurden sie interniert [2]. Es gab sowjetische Lager, US-amerikanische, französische und britische Lager. Im Internierungslager Bad Nenndorf saßen vor allem Personen ein, die von den Briten als höchste Sicherheitsgefahr angesehen wurden, Offiziere der deutschen Abwehr, höchste Wehrmachtsfunktionäre und Diplomaten. Bis Internierte vor die Spruchgerichte gestellt wurden, vergingen viele Monate, teilweise sogar bis zu drei Jahre. Mit Lagerhaft von dieser Dauer wurde die Strafe teilweise schon vorweggenommen.

Nach dem Rückzug der deutschen Besatzungsmacht wurden in Frankreich ab Oktober 1944 (im Zusammenhang mit "Säuberungen" (épuration) und etwa 10.000 - 15.000 Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren) 170 Lager mit 60.000 Internierten, die der Kollaboration verdächtigt wurden, eingerichtet [3].

In der DDR wurde vom Ministerium für Staatssicherheit eine solche Einrichtung („Vorbeugekomplex“) geplant, aber nie umgesetzt.

Siehe auch

Quellen

  1. Peter Reif-Spirek/Bodo Ritscher (Hg.): Speziallager in der SBZ, Berlin, Ch. Links Verlag 1999, ISBN 3861531933
  2. Heiner Wember, Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 1991, ISBN 3-88474-152-7 (Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens; Bd.30), S.7f.
  3. Joel Kotek,Pierre Rigoulot: Das Jahrhundert der Lager. Gefangenschaft, Zwangsarbeit, Vernichtung, Propyläen 2001, ISBN 3549071434

Weblinks

Wiktionary
Wiktionary: Internierungslager – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
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