Der Begriff Involution bezeichnet in der Mathematik eine selbstinverse Abbildung. Die Bezeichnung leitet sich von dem lateinischen Wort involvere „einwickeln“ ab.
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Eine lineare Abbildung
mit
ist eine Spiegelung. Ersetzt man
durch eine beliebige, nichtleere Menge und verzichtet auf die Linearität, dann erhält man den Begriff der Involution.
Eine Abbildung
mit identischem Definitionsbereich und Zielbereich A heißt genau dann eine Involution, wenn für alle
gilt:
.
Diese Forderung lässt sich auch kompakter formulieren als
oder
bzw.
Dabei bezeichnet
die Identität auf A.
Gelegentlich wird die Identität
selbst nicht als Involution angesehen.
.
(also ein Element der symmetrischen Gruppe Sn), dann ist π genau dann involutorisch, wenn es sich als Produkt aus lauter disjunkten 2-Zyklen schreiben lässt.
eines beliebigen Vektorraums V über einem Körper K ist genau dann involutorisch, wenn das Minimalpolynom von f die Form x2 − 1, x − 1 oder x + 1 hat. Das bedeutet: Ein involutorischer Endomorphismus ist stets diagonalisierbar, wenn K nicht die Charakteristik 2 hat, und alle seine Eigenwerte sind aus E = { − 1; + 1}.
durch die Abbildung
eine Involution gegeben, die nicht diagonalisierbar ist.Die Abbildungen

und

sind Involutionen, denn es gilt

und
für alle
.Ist allgemein G eine abelsche Gruppe, so ist die Abbildung
(bei additiver Schreibweise) bzw.
(bei multiplikativer Schreibweise) ein Gruppenautomorphismus und eine Involution. Für eine nichtabelsche Gruppe ist diese Abbildung zwar auch eine Involution, aber kein Gruppenhomomorphismus.
Beim Rechnen mit komplexen Zahlen ist das Bilden der konjugiert-komplexen Zahl eine Involution: Für eine komplexe Zahl z = a + bi mit
ist die konjugiert-komplexe Zahl
. Nochmalige Ausführung der Konjugation liefert 
In der Menge
der quadratischen Matrizen über einer Menge M ist das Transponieren
,
eine Involution.
Im Restklassenkörper
ist die Abbildung
eine Involution:
In der Geometrie sind Punkt- und Geradenspiegelungen Involutionen.
Involutorische Chiffren weisen die Eigenart auf, dass der Algorithmus zum Verschlüsseln und zum Entschlüsseln identisch ist. Sie sind damit besonders bequem zu handhaben. Ein einfaches Beispiel aus der Kryptologie ist die Verschiebechiffre ROT13, bei der zur Verschlüsselung jeder Buchstabe um den um 13 Stellen im Alphabet verschobenen Buchstaben ersetzt wird. Die zweimalige Anwendung dieser Methode ergibt eine Verschiebung um 26 Buchstaben und damit wieder den ursprünglichen Klartext. In der Geschichte gab es aber auch wesentlich komplexere involutorische Verschlüsselungsverfahren. Das wohl bekannteste Beispiel ist die deutsche Verschlüsselungsmaschine ENIGMA, die im Zweiten Weltkrieg im Nachrichtenverkehr des deutschen Militärs verwendet wurde.
Unter einer Körperinvolution versteht man üblicherweise eine Involution, die zugleich ein Körperautomorphismus ist.
Von einer Körperinvolution σ über einem Körper K fordert man also

sowie für alle 
und
Die bekannteste nichttriviale Körperinvolution ist die Konjugation über den komplexen Zahlen. Aus diesem Grund benutzt man für eine Körperinvolution oft die gleiche Schreibweise wie für die komplexe Konjugation: Anstelle von σ(a) wird häufig
geschrieben.
Ein anderes Beispiel ist der Automorphismus des Körpers

der durch

definiert ist. Man beachte, dass er im Unterschied zur komplexen Konjugation den Betrag nicht erhält:
aber 
Brockhaus-1809: Die Mathematik
Brockhaus-1911: Involution · Mathematik
Eisler-1904: Involution · Mathematik
Herder-1854: Involution · Mathematik
Kirchner-Michaelis-1907: Involution · Mathematik
Lueger-1904: Involution der Schnitt- und Kraftrichtungen · Involution · Mathematik