Als Inzens (lat. incendere „anzünden, verbrennen“, mittellat. incensum „Weihrauch, Brandopfer“), Weihrauchdarbringung oder umgangssprachlich Beweihräuchern bezeichnet man in der christlichen Kirche das feierliche Beräuchern mit Weihrauch, wie es in der katholischen und orthodoxen Liturgie meist während eines Gottesdienstes geschieht. Dabei wird das Weihrauchfass an seiner Kette über dem eigentlichen Fass angefasst und hochgehoben, dann erfolgen je nach Art der Inzens unterschiedlich viele „Schwenker“ mit dem Weihrauchfass.
Den Priester begleiten zu diesem Zweck meist zwei Ministranten, der Thuriferar (lat. thus „Weihrauch“) und der Navikular (lat. navis „Schiff“), die das Rauchfass mit glühender Kohle und das Schiffchen mit dem Weihrauch tragen.
Gebräuchlich ist in der römisch-katholischen Liturgie die Inzens vor allem in feierlichen Formen der Messfeier, im Stundengebet der Vesper, bei Andachten und Begräbnissen. Ausgeführt wird sie durch den Zelebranten, den Diakon oder Messdiener.
Inzensiert werden Altar, Kruzifix, Osterkerze, Evangeliar, Brot und Wein bei der Gabenbereitung, Zelebrant, Konzelebrant und Gemeinde sowie der Verstorbene im Sarg.
Die Bedeutung der Inzens variiert je nach Kontext. Sehr geläufig ist die Interpretation als Gebet nach Psalm 141 („Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet zu Dir auf“), aber auch als Ausdruck von Verehrung, als Segnung oder Reinigung. Zu beachten ist auch die Anzahl der Beweihräucherung. So wird z. B. der Leib Christi während der Wandlung mit drei mal drei Schwenkern, die geistlichen Würdenträger mit je drei mal zwei Schwenkern und das gemeine Volk mit drei mal einen Schwenker beweihräuchert.
In einem normalen Gottesdienst wird viermal inzensiert:
In einigen Gemeinden wird auch zum Segen und zum Auszug Weihrauch verwandt.
An Hochfesten und zu besonderen Gelegenheiten wird oft zusätzlich inzensiert:
Andere Gottesdienstformen, bei denen das Weihrauchfass eingesetzt wird: