Itzcóatl (Nahuatl für Obsidianschlange; * 1380; † 1440) war von 1427 bis 1440 Herrscher über die aztekische Stadt Tenochtitlán.
Als Sohn des Herrschers Acamapichtili und einer Sklavin konnte er den Thron erst besteigen, nachdem dessen Neffen Huitzilíhuitl und Chimalpopoca Herrscher geworden und den Tod gefunden hatten.
In den ersten Jahren seiner Herrschaft verbündete er sich mit Nezahualcóyotl, dem Herrscher von Texcoco und unterwarf das Reich der Tepaneken und deren Hauptstadt Azcapotzalco.
1430 schmiedete er eine Allianz mit den Herrschern von Texcoco und Tlacopán – den so genannten atzekischen Dreibund –, der die Basis für die unangefochtene Herrschaft der Azteken über die Region bildete.
Itzcóatl forcierte den Ausbau der Stadt Tenochtitlán. Eine große Anzahl von Tempeln, Straßen und Dämmen zur Regulierung des Wasserstandes des Texcoco-Sees, in dessen Mitte die Stadt auf einer künstlichen Insel errichtet war, entstanden während seiner Herrschaft.
Er leitete zudem eine Kulturrevolution ein, mit der er das aztekische Volk zu noch größerem Ruhm führen wollte. Dazu instrumentalisierte er Geschichte und Kultur und ließ einen großen Teil der alten Bücher verbrennen. Trotzdem (oder gerade deswegen) trug er später als einziger aztekischer Herrscher den Beinamen Cemanáhuac tepehua, was soviel bedeutet, wie „Eroberer der“ Welt.
Seine Herrschaft war maßgeblich beeinflusst von seinem Stellvertreter Tlacaélel.
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