| Iwano-Frankiwsk | |
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Oblast: | Oblast Iwano-Frankiwsk |
| Rajon: | Kreisfreie Stadt |
| Höhe: | 249 m |
| Fläche: | 83,73 km² |
| Einwohner: | 218.400 (2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 2.608,38 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 76000- |
| Vorwahl: | +380 342 |
| Geographische Lage: | keine Angabe |
| Stadtgliederung: | 1 Stadt, 5 Landgemeinden |
| Stadtverwaltung | |
| Bürgermeister: | keine Angabe |
| Adresse: | wul. Hruschewskoho 21 76004 M. Iwano-Frankiwsk |
| Webseite: | http://www.mvk.if.ua/ |
Iwano-Frankiwsk (ukrainisch Івано-Франківськ/Iwano-Frankiwsk) (bis 1962 Станиславів/Stanislawiw; polnisch Stanisławów; deutsch Stanislau) ist das Oblast-Zentrum (Gebietshauptstadt) der Oblast Iwano-Frankiwsk in der West-Ukraine. Die Universitätsstadt liegt im Karpatenvorland, das Teil der historischen Landschaft Galizien ist.
Inhaltsverzeichnis |
Iwano-Frankiwsk teilt weitgehend die Geschichte der Ukraine bzw. Galiziens/Polens
Als Stanisławów wurde die Stadt 1662 von der polnischen Adelsfamilie Potocki in der von 1569–1772 bestehenden Woiwodschaft Ruthenia gegründet, einer administrativen Einheit des Polnisch-Litauischen Gemeinwesens (Adelsrepublik). Die Stadt bekam das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Die militärische Befestigung an strategisch günstiger Lage auf einem Plateau am Zusammenfluss der Nadwirnaer Bystryza und der Solotwinaer Bystryza kurz vor der Mündung in den Dnister bot natürlichen Schutz.
Es lebten zu dieser Zeit viele verschiedene Ethnien mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen in der Stadt. Die Bevölkerung bestand zu je einem Drittel aus Ukrainern und Polen und ein Drittel bekannte sich zum jüdischen Glauben. Die von den Deutschen durchgeführte Vernichtung der jüdischen Bevölkerung (Holocaust) war das Ende des für Ostgalizien typischen vielsprachigen Völkergemisches.
russisch Ивано-Франковск/Iwano-Frankowsk/Ivano-Frankovsk bzw. Станиславoв/Stanislawow/Stanislavov, polnisch Stanisławów, deutsch und jiddisch Stanislau, ungarisch Sztanyiszló.
Aus Meyers Konversationslexikon von 1888:
Iwano-Frankiwsk besitzt eine sehenswerte Altstadt, die in den Jahren nach der Unabhängigkeit der Ukraine nahezu vollständig renoviert wurde. Architektonisch erinnert der Stadtkern von Iwano-Frankiwsk in vielem an das alte Österreich-Ungarn. Dazu kommen einerseits die typischen sowjetischen Verwaltungsgebäude und in den Außenbezirken („Microrajons“) Plattenbauten und andererseits neue, private Wohnhäuser, die keinen einheitlichen Bebauungsplänen unterworfen sind.
Im Stadtzentrum befindet sich ein künstlicher See, der in der Sowjetzeit am Ort eines jüdischen Friedhofs angelegt wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft des Sees befindet sich noch heute ein gut erhaltener jüdischer Friedhof, innerhalb dessen Mauern während des Zweiten Weltkriegs eine große Anzahl von Juden und Angehörigen anderer Volksgruppen zusammengetrieben, ermordet und verscharrt wurden.
Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs werden im Zentrum der Stadt in der letzten Zeit zunehmend ältere Gebäude abgerissen, um größeren Einkaufspassagen Platz zu machen.
Iwano-Frankiwsk liegt an der wichtigen Eisenbahnstrecke Lwiw–Tscherniwzi (Czernowitz). Außerdem zweigen Strecken nach Stryj und über die Karpaten (Jablunyza- oder Tatarenpass) nach Transkarpatien ab.
Der Nahverkehr wird mit Bussen, Trolleybussen (O-Bussen) und Linientaxis (Marschroutkas) abgewickelt.
In den Vorkarpaten, etwa 80–100 Kilometer westlich der Stadt, finden sich um Drohobytsch seit dem 19. Jahrhundert Erdöl- und Erdgaslagerstätten.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde von der Sowjetunion der Bau einer Erdgastrasse (Pipeline) vom Gasfeld Urengoi in Sibirien nach Uschhorod zur Versorgung Westeuropas beschlossen und an der Stadt vorbeigeführt.
Es gibt eine quirlige Kunst- und Kulturszene um den Schriftsteller Jurij Andruchowytsch (* 1960), der Iwano-Frankiwsk kurzerhand zum legendären Macondo des Gabriel García Márquez erklärte. Zu ihr gehören auch die Schriftstellerin Halyna Petrosanjak (* 1969) und der Schriftsteller Taras Prochasko.
Die Stadt beherbergt neben der nach Wassyl Stefanyk benannten Vorkarpaten-Universität außerdem die „Staatliche Technische Hochschule für Erdöl und Erdgas“, eine Medizinische Akademie und ein Geistliches Seminar der Griechisch-Katholischen Kirche
Bekannt sind der Fußballverein Spartak („Spartakus“, früher Prikarpattja („Vorkarpaten“)) sowie der Schachverein Mistez.
Zu den bekannten zeitgenössischen Persönlichkeiten der Stadt gehören u. a.: