Als Jahrtausend oder Millennium bezeichnet man die Zeitspanne von eintausend Jahren.
Nach der gemeinhin verwendeten Zeitrechnung begann das dritte Jahrtausend mit dem 1. Januar 2001 und wird mit dem 31. Dezember 3000 enden (Jahrtausendwende). Der Grund liegt darin, dass nach dieser Zeitrechnung auch das erste Jahrtausend mit dem 1. Januar im Jahr 1 begann und mit dem 31. Dezember im Jahr 1000 endete. (Siehe auch die Artikel Jahr 0 und Zaunpfahlproblem.)
Würde man sich dagegen nach der Astronomischen Zeitrechnung richten, mit dem Jahr 1 vor Christus als Jahr Null, so könnte man noch wählen zwischen zwei Möglichkeiten für das erste Jahrtausend, nämlich beginnend mit dem 1. Januar 0 oder mit dem 1. Januar 1. Aber man hat diese Wahl nie gemacht, weil niemand und keine Behörde jemals die von Dionysius Exiguus (um das Jahr 500) gegründete und von Beda Venerabilis (um das Jahr 700) in Gebrauch genommene Zeitrechnung, d.h. die christliche Ära ohne Jahr Null, heutzutage das verbreitetste Datierungssystem auf der Erde, ausgeschaltet hat, geschweige ersetzt hat durch die astronomische Zeitrechnung. Richtet man sich trotzdem nach der Astronomischen Zeitrechnung, so begann das dritte Jahrtausend mit dem 1. Januar 2000 und wird mit dem 31. Dezember 2999 enden. Somit wurde das Jahr 2000 auch zu recht (meist unbewusst) als das „Millenniumjahr“ gefeiert. Die Feierlichkeiten für dieses Millenniumjahr begannen – natürlich – in der Silvesternacht vom 31. Dezember 1999 zum 1. Januar 2000. Mathematisch betrachtet ist die "richtige" Zählweise abhängig vom gewählten Axiom, sprich bei diesem Problem der willkürlich gewählten Zeitrechnung.
Im Zahlensystem enden die ersten Zehner mit der Zahl 9, die zweiten Zehner beginnen mit der Zahl 10. Deshalb hat die Zahl 10 ja auch zwei Ziffern, nämlich an der ersten Stelle "1" für einen vollen Zehner und an der zweiten Stelle "0" für null Einer. Entsprechend gilt dies für den Tausender. Aber für die meisten Autoren ist 1 sowohl die erste Ziffer als die erste natürliche Zahl. Im Zehnersystem ist die Ziffer 0 die zehnte Ziffer, nämlich benötigt um die zehnte natürliche Zahl notieren zu können, nämlich 10. Ebenso ist 1000 die tausendste natürliche Zahl.
Für den Jahrtausendwechsel im Kalender wird zwar korrekt argumentiert, dass es kein Jahr null gab, jedoch wird verkannt, dass es im Mittelalter mehrere Kalenderreformen gab, in denen ganze Monate wegfielen. Mit dieser Argumentation hätte man den Jahrtausendwechsel also nicht am 31. Dezember feiern dürfen, sondern erst einige Monate später. Weil dies jedoch sehr unverständlich gewesen wäre, wurde bei den Feiern zum Jahrtausendwechsel der "phäno-"logische Übergang 1999–2000 gefeiert. (Millennium wurde zum Wort des Jahres 1999 gewählt.)
Aber den modernen Historikern zufolge gab es im Mittelalter gar keine Kalenderreformen, in denen Monate wegfielen. Seit dem Jahr 50 vor Christus gab es exakt zwei Kalenderreformen des ursprünglich Römischen Kalenders, die einher gingen mit einer (einmaligen) Verkürzung oder Verlängerung des Jahres um mindestens zwei Tage, nämlich in das Jahr 46 vor Christus ging die Einführung des Julianischen Kalenders einher mit einer (einmaligen) Verlängerung um achzig Tage, und in das Jahr 1582 ging die Einführung des Gregorianischen Kalenders einher mit einer (einmaligen) Verkürzung um zehn Tage. Demzufolge zählte das Jahr 1582 nur 355 Tage. Aber das Jahr 46 vor Christus zählt einfach 365 Tage, da die Julianische Kalenderreform proleptisch war.
Die gleiche „Problematik“ gilt auch für Jahrhunderte und Jahrzehnte.
In der Theologie ist das Millennium das am Ende aller Tage zu erwartende 1000-jährige Reich (Offenbarung des Johannes 20)
Zu den Jahrtausenden existiert in der Wikipedia eine Artikelserie vom 10. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend.
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