Als Japaner bezeichnet man die Einwohner Japans, die Inhaber der japanischen Staatsbürgerschaft oder auch die Nachfahren von Japanern. Obwohl diese drei Gruppen zu bis zu 99% deckungsgleich sind, gibt es zahlreiche Ausnahmen.
Die Japaner sind ein Mischvolk mit Anteilen frühzeitlicher Protojapaner, kontinentaler Ostasiaten und südostasiatischer (austronesischer) Insulaner.
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Was ein Japaner ist, definieren japanische Soziologen anhand von drei Kriterien:
Ein scharfes Ja-Nein-Kriterium ist nur die japanische Staatsbürgerschaft. Japanische Vorfahren lassen sich ebenfalls an der Staatsangehörigkeit festmachen. Inwieweit die Japaner ethnisch eine Einheit sind und welche Theorien zur Herkunft es gibt, wird weiter unten betrachtet. Die „japanische Kultur“ ist das weichste Kriterium.
Als hāfu (ハーフ), „Halbe“ aus engl. „half“, werden in Japan mit einem abwertenden Unterton diejenigen bezeichnet, von denen nur ein Elternteil Japaner ist.
Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Gruppen, die nur eines oder zwei der vorgenannten Kriterien erfüllen:
Menschen besiedelten Japan nach einigen Quellen bereits vor 100.000 Jahren, spätestens aber seit 25.000 v.Chr., als es während der Eiszeit mit dem Festland verbunden war.
Nach der Eiszeit bildete sich in Japan die Jōmon-Kultur, eine Jäger- und Sammler-Kultur mit der namengebenden Jōmon-Keramik. In der späten Jōmon-Zeit fand bei dieser Bevölkerung der Übergang zu Sesshaftigkeit und Landwirtschaft statt.
Ab dem 1. Jahrtausend vor Christus wanderte von oder über Korea die Yayoi-Bevölkerung nach Nord-Kyūshū ein. Von dort aus breitete sie sich bis in die Kantō-Ebene aus. Die Yayoi waren Reisbauern, die Nassfeldbau betrieben. Je weiter sie nach Norden vordrangen, um so mehr gingen ihre Erträge zurück, und es dauerte sehr lange, die Reispflanzen an die kalten Verhältnisse in Nordjapan anzupassen (Reisbau auf Hokkaidō gibt es erst seit dem Ende des 19. Jh.!)
Archäologische bzw. anthropologische Funde (Schädel, Zähne, Hügelgräber), aber auch genetische Untersuchungen zeigen wesentliche Unterschiede zwischen Jomon und Yayoi bzw. modernen Japanern, wohl aber Gemeinsamkeiten zwischen Yayoi und Koreanern sowie Jomon und Ainu sowie den Bewohnern der Ryukyu-Inseln auf. Yayoi- und Jōmon-Bevölkerung haben sich miteinander vermischt. Der Anteil von „Yayoi“-Genen in der Bevölkerung nimmt von Nord-Kyūshū aus nach Norden und Süden ab und ist bei den Bewohnern der Ryūkyū-Inseln und bei den Ainu am geringsten.
Die Ainu werden gängigen Theorien nach als Nachfahren von Gruppen der Jōmon-Kultur gesehen, die von den Yayoi nach Norden abgedrängt wurden und sich dort mit sibirischen Bevölkerungsgruppen (den Niwchen) vermischt haben. Genetische Untersuchungen stützen diese These.
Japanischen Mythen zufolge einte der legendäre Kaiser Jimmu, ein Abkömmling der Sonnengöttin Amaterasu, im Jahre 660 v. Chr. die Jomon-Stämme und gründete im Süden der Hauptinsel Honshu das Yamato-Reich, dessen Linie sich ungebrochen bis heute fortgesetzt haben soll. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte habe sich die Yamato dann immer weiter nach Norden ausgedehnt.
Die japanischen Gründungslegenden wurden allerdings erst im 8. Jh. (frühestens 710) niedergeschrieben und dienten der politischen Selbstbehauptung des unabhängigen Kaisertums. Problematisch ist dabei, dass ein Brand in der Beamtenschule des Hofes (der daigaku) ältere Schriftzeugnisse vernichtete.
Die zahlreichen und sehr tiefgreifenden Änderungen, die Japan seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebt hat, haben bei den Japanern immer wieder zu Identitätskrisen geführt. Zahlreiche Bücher wurden von Japanern und Ausländern (aus japanischer Sicht) geschrieben, die versucht haben zu ergründen, was Japaner sind und was sie ausmacht. In der Nachkriegszeit hat sich dazu eine eigene Literaturgattung herausgebildet, die als Nihonjinron bezeichnet wird. Bücher, die dem Nihonjinron zuzurechnen sind, beschäftigen sich mit folgenden vier Thesen:
Diese vier Grundthesen und alle ihre Ableitungen sind mittlerweile von der Japanwissenschaft vielfach verworfen worden, insbesondere die Anleihen bei den europäischen Rassentheorien des 19. Jahrhunderts haben heftige Ablehnung erfahren. Der Einfluss einzelner Thesen, wie etwa das Konzept von amae besteht jedoch weiterhin. Viele Bücher, die dem Nihonjinron zuzurechnen sind, sind nicht nur eher populärwissenschaftlich, sie sind auch populär geworden.
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