| Wappen | Karte |
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| Basisdaten | |
| Staat: | Russland |
| Föderationskreis: | Ural |
| Föderationssubjekt: | Oblast Swerdlowsk |
| Gemeindeart: | |
| Fläche: | 195.000 km² |
| Einwohner: | ca. 1.336.500 (Januar 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | |
| Höhe: | 237 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 62xxxx |
| Telefonvorwahl: | 343 |
| Geografische Lage: | 56,85° Nord, 60,60° Ost |
| Kfz-Kennzeichen: | zunächst 66, jetzt 96 |
| Stadtgliederung: | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
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| Offizielle Website: | http://www.ekburg.ru/ |
| E-Mail-Adresse: | |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Arkadi Tschernezki (seit 1992) |
| Liste der Städte in Russland | |
Jekaterinburg (russisch Екатеринбург ( anhören ?/i)) (1924-91 Swerdlowsk (Свердловск)) ist eine wichtige Industrie- und Universitätsstadt am Ural in Russland mit 1.336.500 Einwohnern (Stand: 2006). Jekaterinburg befindet sich nur knapp 40 Kilometer von der imaginären Trennlinie zwischen Europa und Asien entfernt, welche im Westen bei der Stadt Perwouralsk verläuft. An dieser Stelle steht eine Europa-Asien-Säule. Die natürliche Grenze wird von dem Ural (Gebirge) gebildet. Der Zeitunterschied zu Moskau beträgt zwei Stunden und zu Mitteleuropa vier Stunden.
Jekaterinburg ist die viertgrößte Stadt Russlands. Die Region ist heute die drittwichtigste Region in Russland nach Moskau und Sankt Petersburg. Ebenfalls in Jekaterinburg niedergelassen haben sich mehrere Generalkonsulate, darunter eines der USA, eines der Tschechischen Republik und eines von Großbritannien. Im Sommer 2005 hat auch ein deutsches Generalkonsulat in der Stadt seine Arbeit aufgenommen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Region wurde bereits im 11. Jahrhundert von den Nowgorodern erschlossen. Die industrielle Erschließung begann Ende des 17. Jahrhunderts. Die Gründung der Stadt erfolgte 1723 durch Wassili Tatischtschew. Im 18. und Jahrhundert war es das landesweite Zentrum der Metallverarbeitung. Jekaterinburg wurde im 20. Jahrhundert weltweit bekannt, weil die Bolschewiki hier 1918 den letzten Zaren, Nikolaus II., mitsamt seiner Familie ermordeten. Zu Ehren von Jakow Michailowitsch Swerdlow trug die Stadt von 1924 bis 1991 den Namen Swerdlowsk. Während des 2. Weltkrieges lagerten hier die Kunstschätze der Eremitage. 1991, in den Putschtagen, lag hier der Bunker mit der „Ersatzregierung“ der Sowjetunion. Die erste Dampflokomotive Russlands wurde ebenfalls in dieser Stadt gebaut. Die wohl berühmteste mit Jekaterinburg verbundene Persönlichkeit ist Boris Jelzin, der ehemalige Präsident Russlands, der aus der Nähe der Stadt stammt und an ihrem Polytechnikum studierte.
Das Klima der Region ist gemäßigt kontinental, allerdings mit großen Temperaturschwankungen. Die Sommer sind bis zu 35 °C warm, aber kürzer als in Mitteleuropa. Frühjahr und Herbst sind ausgesprochen kurz. Die Winter hingegen können bis zu 5 Monate dauern und erreichen Temperaturen bis -35 °C .
Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt - und mittlerweile ein Wallfahrtsort für Anhänger des russischen Zarentums - ist eine Kathedrale an der Stelle, an der der letzte russische Zar mit seiner gesamten Familie von den Bolschewisten erschossen wurde. Doch auch architektonisch Wertvolles gibt es in der Stadt: Einige Kathedralen im russischen Stil (die bekannteste davon ist die im 19. Jahrhundert erbaute Swjato-Wosnesenski-Kathedrale) ebenso wie die 1739 erbaute sogenannte Bergkanzlei. In einem Vorort liegt die Heilige-Dreifaltigkeits-Kathedrale, deren Mönch einst Grigori Jefimowitsch Rasputin war. Das Bild der Stadt wird durch eine diversifizierte Kulturlandschaft geprägt. Sehr schön ist das im Stil des sozialistischen Klassizismus erbaute Rathaus, die Universität und mehrere Institute. Das Zirkusgebäude aus den 80er-Jahren und die prächtige Oper vom Anfang des 20. Jahrhunderts sind nur Ausschnitte der architektonisch bedeutenden Vielzahl von Gebäuden.
Ein modernes Wahrzeichen ist der unvollendete Fernsehturm.
Die Stadt Jekaterinburg ist nach Moskau die zweitwichtigste Industriemetropole der Russischen Föderation. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert gibt es in der Stadt Ansiedlungen der Metallindustrie. Die Industrialisierung wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts intensiviert. Neben dem Maschinenbau sind Metallverarbeitung und -verhüttung (Unternehmenssitz von VSMPO-AVISMA), Lebensmittelproduktion, Holzverarbeitung und chemische Industrie vertreten. Einen Schwerpunkt bildet mit über 40 angesiedelten Unternehmen die Produktion von Rüstungsgütern.
Doch nicht nur Industrieansiedlungen gibt es in der Stadt, Jekaterinburg ist auch ein Zentrum des russischen Banken- und Finanzwesens. In der Stadt gibt es weiterhin eine Reihe ausländischer Konsulate und den Sitz des Präsidenten des russischen Föderationskreises Ural.
Im mittleren Ural ist Jekaterinburg daneben einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte. Es existiert ein internationaler Flughafen (Kolzowo) und eine Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn, die sich hier mit einer weiteren Eisenbahnhauptstrecke vom nördlichen Ural hinunter nach Tscheljabinsk und Orsk kreuzt. Wichtige Autobahnen führen in die benachbarten russischen Metropolen Tjumen, Omsk und Tscheljabinsk.
Der öffentliche Personennahverkehr wird hauptsächlich getragen von Buslinien, Trolleybussen und einer Straßenbahn (29 Linien), es gibt jedoch seit 1991 auch ein kleines U-Bahnsystem.
Mehrere Theater (Oper, Ballett, Komödien), eine Philharmonie, ein ständiger Zirkus, ein Zoo, eine Kunstgalerie und eine Vielzahl von Museen sorgen für das kulturelle Leben der Stadt. Bekannt ist vor allem ein großer Museumspark für den Bergbau im mittleren Ural.
In der Stadt sind mehrere ausländische Kulturinstitute vertreten, u.a. das British Council und die Alliance Française. Das Goethe-Institut Moskau unterhält eine Kontaktstelle in der Stadt. Es fördert des Weiteren einen deutschen Lesesaal in der Gebietsbibliothek und kooperiert mit einem Sprachlernzentrum für den Deutschunterricht.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und die Robert Bosch Stiftung haben deutsche Lektoren und Lehrer in die Stadt entsandt.
Weiterführende Bildungseinrichtungen:
| Commons: Jekaterinburg – Bilder, Videos und Audiodateien |
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