Jens Grand

Jens Grand (* um 1260; † 29. Mai 1327 in Avignon; auch: Johann, Jonas Fursat Grand) war ein dänischer kirchlicher Politiker und nacheinander Bischof von Roskilde, Erzbischof von Lund, Riga und Bremen.

Grand entstammte einer dänischen Adelsfamilie und war mit dem Erzbischof von Lund Jakob Erlandsen und dem einflussreichen dänischen Adelsgeschlecht Hvide verwandt. Eine Gruppe um Stig Andersen Hvide hatte 1286 den König Erik V. von Dänemark ermordet. Grand wurde 1289 (bis 1302) Erzbischof von Lund. Die selbstbewusste Kirchenpolitik Grands in einer Zeit der Abgrenzung und des Machtkampfes zwischen der Kirche und den Trägern der weltlichen Macht reichte dem nachfolgenden König Erik VI. zusammen mit der Familienzugehörigkeit zum Hvide-Clan, Jens Grand nicht nur als politisch unbequem sondern als ausgesprochen bedrohlich anzusehen.

Erik der VI. ließ Grand 1294 in Haft nehmen und auf Schloss Søborg im Norden der dänischen Hauptinsel Seeland einkerkern. Nach über zwei Jahren Haft gelang ihm dort der Ausbruch und die Flucht nach Bornholm, wo er von seiner Burg Hammershus aus den Papst Bonifatius VIII. um Hilfe und Unterstützung bat. Dieser erließ ein Interdikt und legte den Bann auf König Erik VI., was diesen aber nicht sonderlich beeindruckte. Die Krise zwischen Dänemark und der Katholischen Kirche dauerte noch bis zum Jahr 1302. Die Einigung erbrachte Grand nicht die erhoffte Entschädigung, die Vergleichszahlung Dänemarks an die Kirche war eher gering und Grand wurde als Erzbischof von Lund abberufen.

Er wurde von 1304-1310 vorübergehend Erzbischof von Riga und anschließend bis zu seinem Tod Erzbischof von Bremen, wo er sich allerdings bald mit dem Domkapitel so überwarf, dass er Sitz bei der päpstlichen Kurie in Avignon nehmen musste. Hier führte er dann verbittert bis an sein Lebensende Prozesse.


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