Johannes Canaparius
Johannes Canaparius war ein Benediktinermönch und Abt im Kloster Sti. Bonifacius et Alexius auf dem Aventin in Rom. Man schreibt ihm traditionell die Vita sancti Adalberti episcopi Pragensis, das Leben des Heiligen Adalbert von Prag (* 956 - † 997) zu (entstanden um 1000). In diesem Werk wird zum ersten Mal die Stadt Danzig erwähnt, unter dem Namen „urbs Gyddanyzc“.
Johannes Fried hat die Verfasserschaft des Canaparius bestritten und stattdessen Bischof Notger von Lüttich als Autor ins Spiel gebracht.
Der Deutschordenspriester Nicolaus von Jeroschin übersetzte die Vita im 14. Jahrhundert ins Deutsche.
Ausgaben der lateinischen Vita
- Monumenta Germaniae Historica, Scriptores (in folio) Bd. 4, S. 581-595;
- Johannes Canaparius, S. Adalberti Pragensis episcopi et martyris vita prior, hrsg. von Jadwiga Karwasińska, Monumenta Poloniae historica, Seria nova 4/2, Warschau 1969;
- Jürgen Hoffmann, Vita Adalberti. Früheste Textüberlieferungen der Lebensgeschichte Adalberts von Prag (Europäische Schriften der Adalbert-Stiftung-Krefeld, Band 2), Essen 2005
Literatur
- Johannes Fried, Gnesen – Aachen – Rom. Otto III. und der Kult des hl. Adalbert. Beobachtungen zum älteren Adalbertsleben, in: Michael BORGOLTE (Hg.), Polen und Deutschland vor 1000 Jahren. Die Berliner Tagung über den „Akt von Gnesen“, Berlin 2002, S. 235 ff.
Weblinks