Sir John Hawkins (* 1543 in Plymouth; † 12. November 1595 auf See vor Puerto Rico) war ein englischer Seefahrer.
Er war einer der ersten englischen Sklavenhändler und erwarb durch Menschenhandel zwischen Afrika und Westindien großen Reichtum.
Englische wie französische Freibeuter begannen Mitte des 16. Jahrhunderts, spanische Schiffe, Transporte und Städte in der Karibik auszuplündern sowie unerlaubt Handel zu treiben. John Hawkins war einer von ihnen, sein Vetter Francis Drake ein weiterer.
Zunächst hatte Hawkins 1562 mit Hilfe der englischen Krone den Sklavenhandel von Afrika nach Amerika aufgenommen. Die Spanier, die de facto ein Monopol im Sklavenhandel besaßen, sahen in seinen Handelsbemühungen jedoch Schmugglerei. Hawkins verlieh seinen Handelsinteressen mit seinen Schiffskanonen Nachdruck, was man uneingeschränkt als Erpressung bezeichnen könnte, wenn die spanischen Kolonisten nicht ebenfalls unter dem Handelsmonopol gelitten hätten und somit oft interessiert waren.
Bei der dritten Expedition bekam Hawkins 1568 Schwierigkeiten: Auf der Rückreise gerieten die Schiffe in einen schweren Sturm. Nach schweren Wassereinbrüchen in Hawkins' Flaggschiff erreichte man nur noch mit Mühe und Not den kleinen Hafen von San Juan de Ulúa (siehe Hauptartikel: San Juan de Ulúa). Nachdem einige Tage später die spanische Silberflotte in den Hafen einlief, wurde eine Waffenruhe vereinbart, die jedoch von den Spaniern einseitig gebrochen wurde. Beim Gefecht am 23. September 1568 wurden mit Ausnahme der Minion und der Judith alle englischen Schiffe vernichtet. Das spanische Admiralsschiff und eines der spanischen Handelsschiffe wurde versenkt. Hawkins gelang die Flucht an Bord der Minion. Sein, ihn erstmals begleitender, Neffe Francis Drake entkam an Bord der Judith. Beide Schiffe gelangten im Januar 1569 zurück nach England. Von den 408 Besatzungsmitgliedern der englischen Schiffe überlebte jedoch nur eine Handvoll. Jene, die nicht schon bei dem eigentlichen Gefecht getötet wurden, wurden gefangen genommen und fielen der spanischen Inquisition zum Opfer. Von den restlichen Überlebenden kamen während der strapaziösen Rückreise, aufgrund der unzureichenden Wasser- und Lebensmittelbestände oder durch Erschöpfung, die meisten ums Leben. John Hawkins machte Drake im Nachhinein Vorwürfe und behauptete, er habe ihn und seine Kameraden im Stich gelassen. Der wenige gerettete Gewinn reichte aus, um die Gläubiger zufriedenzustellen.
Von Königin Elisabeth I. wurde er zum Schatzmeister befördert und für seine Verdienste zum Ritter geschlagen. Als Vizeadmiral trug er 1588 im Kampf gegen die Spanische Armada zum Sieg der englischen Flotte bei.
1595 nahm war er neben Sir Francis Drake an einem geplanten Angriff auf spanische Städte in der Karibik teil. Er starb jedoch vor Erreichen der ersten Zielstadt San Juan am 12. November 1595 vor Puerto Rico an Fieber.
Über sein Ende und das des Francis Drake siehe den literarischen Bericht in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Buch Gasparan oder die letzte Fahrt des Francis Drake, Benziger-Verlag, Zürich 1996 ISBN 3-545-36531-X. Zur allgemeinen Einordnung in die seefahrts- und entdeckungsgeschichtlichen Zusammenhänge siehe Robert Bohn: Die Piraten, 2. Aufl. München 2005 (Verlag C.H. beck), ISBN 3-406-48027-6