Jyllands-Posten (deutsch: Jütlands-Post) mit Sitz in Viby bei Århus ist die größte dänische Tageszeitung mit einer durchschnittlichen Auflage von 150.000 Exemplaren pro Tag. Sie gilt als bürgerlich-konservatives Organ. Seit 2003 wird das Blatt von der Aktiengesellschaft JP/Politikens Hus herausgegeben, das auch die Tageszeitungen Politiken und Ekstra Bladet publiziert.
Jyllands-Posten lässt sich in Bezug auf die Reichweite der Berichterstattung und die politische Grundhaltung ein wenig mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Die Welt vergleichen. Im Vergleich zu Politiken hat die Zeitung einen sehr großen Wirtschaftsteil, aber einen kleineren Kultur-Teil.
Gegründet wurde Jyllands-Posten am 2. Oktober 1871. In den 20er und Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts sympathisierte das Blatt zeitweise mit faschistischen Ideen. Später unterstützte die Zeitung die Konservative Volkspartei Dänemarks; [1] einer ihrer Autoren in dieser Zeit war der dänische Pastor, Autor und Widerstandskämpfer Kaj Munk. Ein liberaler Rechtsschwenk erfolgte in den 1990er-Jahren. Medial lieferte Jyllands-Posten dem in der Mitte der 1990er-Jahren aufkommenden Rechtspopulismus um Pia Kjaersgaard und seit 2001 den einwanderungsfeindlichen Positionen des rechtsliberalen Anders Fogh Rasmussen "Begleitschutz". [2]
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Die Herkunft der Jyllands-Posten aus Jütland ist dem Blatt anzumerken, insbesondere wird dies beim Vergleich mit der linksliberalen Zeitung Politiken deutlich, die sehr Kopenhagen-lastig ist. Die Zeitung ist insofern auch ein Sprachrohr für die anderen Regionen Dänemarks, die im zentralistischen dänischen Staat im ständigen Konflikt mit Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks, stehen. Dies wird auch bei den Leserbriefen deutlich; Jyllands-Posten erhält oftmals Briefe von Lesern, die Ausländern und Europa sehr reserviert gegenüber eingestellt sind, und diese Leserbriefe werden, auch wenn sie sehr scharf formuliert sind, regelmäßig unkommentiert veröffentlicht. Die Position der Zeitungsredakteure gegenüber der EU liegt dagegen mehr auf der politischen Linie der derzeitigen Regierungsparteien als auf der der Linie der EU-skeptischen und radikal einwanderungsfeindlichen[3], national konservativen Dansk Folkeparti, so dass die Zeitung zur europäischen Integration zwar kritisch, letztendlich aber positiv eingestellt ist.
Das Blatt stellt sich vor allem gegen die traditionell tolerant liberale Haltung "Kopenhagens" und dessen progressive Haltung zur 68-Bewegung und ihren Folgen. Beispielhaft ist hier die Auseinandersetzung um das alternative Wohnprojekt Christiania, dass von liberaler Seite Kopenhagens lange Zeit hingenommen wurde, während das Blatt und rechtspopulistische und konservative Politiker gegen dieses Projekt protestieren und polemisieren. [4]
Die Berichte des Blattes sind sachlich formuliert, doch ist der Schreibstil oftmals direkter und provokativer angelegt als bei vergleichbaren deutschen Zeitungen.
Im September 2005 veröffentlichte das Blatt zwölf Karikaturen unter dem Titel Das Gesicht Mohammeds (dänisch: Muhammeds ansigt). Diese stellten Mohammed unter anderem als Terroristen dar. Da die Abbildung von Mohammed im Islam nicht erlaubt ist, wurde gegen diese Karikaturen demonstriert und eine Bestrafung der Zeitung und der Karikaturisten gefordert. Dies wurde mit der Begründung der Pressefreiheit in den westlichen Ländern abgelehnt. Durch weitere Veröffentlichungen der Karikaturen in europäischen Zeitungen entwickelte sich daraus eine internationale diplomatische Krise zwischen der EU und einer Reihe muslimischer Staaten, insbesondere arabischen Ländern und dem Iran.
Näheres im Hauptartikel Mohammed-Karikaturen von Jyllands-Posten