Köln-Blumenberg

Wappen von Köln

Blumenberg
Stadtteil 610 von Köln

Lage des Stadtteils Blumenberg im Stadtbezirk Chorweiler
Fläche 3,2 km²
Einwohner 5917 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 1849 Einwohner/km²
Eingemeindung 1986 (Gründung)
Postleitzahl 50765
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Chorweiler (6)
Verkehrsanbindung
DB-Anschluss Köln-Blumenberg
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip)

Blumenberg ist ein Stadtteil im linksrheinischen Norden von Köln innerhalb des Stadtbezirks 6 (Chorweiler).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Blumenberg grenzt im Osten an Fühlingen. Im Süden von Blumenberg befindet sich Chorweiler. Im Westen grenzt Blumenberg an Felder und an eine Waldfläche, die von der Eisenbahnlinie Köln-Neuss-Krefeld durchquert wird und noch weiter westlich liegt das Wasserwerk Weiler. Blumenberg ist ca. 16 km vom Kölner Zentrum entfernt.

Geschichte

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit scheint sich eine Siedlung an der Niederterasse des Rheins befunden zu haben, wie Bodenuntersuchungen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege belegten.

Die ersten Planungen für den neuen Stadtteil begannen 1955. Der Stadtteil sollte nach der Fertigstellung 5000 Einwohner aufnehmen können. Der Bau begann jedoch erst im Jahre 1986. Zusammen mit Neubrück zählt Blumenberg damit zu den jüngsten eigenständigen Stadtteilen.

Der Name Blumenberg ist ein schon länger existierender Euphemismus von Blutberg. Diese Bezeichnung rührt vermutlich von der Schlacht von Worringen 1288 her, welche südlich von Worringen (dem heutigen Fühlingen und Blumenberg) stattfand.

Bevölkerungsentwicklung seit 1990

In Klammern ist der Ausländeranteil in % angegeben.

1990 1995 2000 2005
466 (17,6) 2.111 (23,0) 5.000 (24,4) 5.869 (20,7)

Die Arbeitslosenquote lag am 31. Dezember 2005 bei 13,4%.

Blumenberg hat im Altersdurchschnitt eine äußerst junge Bevölkerung, was auf die anfangs günstigen Haus- und Wohnungspreise zurückzuführen ist. Viele junge Familien entschlossen sich bei Baubeginn Blumenbergs, das Stadtzentrum zu verlassen, und in eine damals noch relativ naturnahe Wohnlage zu ziehen.

Anfangs als Baufläche, ausschließlich für Einfamilienhäuser geplant, findet man mittlerweile in Blumenberg auch viele Mehrfamilienhäuser.

Gegenwart

Ein Wohnviertel in Blumenberg
Ein Wohnviertel in Blumenberg

Der Stadtteil wartet mit einer Ökosiedlung in Reihenhausbauweise auf, die in ihrem Neubaugebiet sowohl bei der Wasserversorgung bzw. Entsorgung (Brauchwasserkreislauf, Grauwassernutzung, Regenwassernutzung) als auch bei der Bauweise versucht, ökologische Dinge des Wohnbaus zu vereinen. Doch Blumenberg hat auch noch einige weitere Vorzüge zu bieten: die guten Einkaufsmöglichkeiten, die gute Infrastruktur, die Nähe zu einem großen Einkaufszentrum, sowie die Möglichkeit die Innenstadt schnell und leicht zu erreichen. Doch gleichzeitig zu dieser relativen Stadtnähe kann man auch die Vorzüge der Natur genießen. Die Erholungsanlage des Fühlinger Sees liegt gleich um die Ecke und auch ansonsten bietet die Landschaft um Blumenberg viel Natur.

Kath. Pfarrkirche St. Katharina von Siena

Aus einem Architekturwettbewerb unter renommierten Baumeistern ging Heinz Bienefeld als Sieger hervor. Er überzeugte mit seinem Entwurf eines „quergestellten“ Kirchenraums die Jury. Hierzu hatte das Preisgericht folgendes zu Protokoll gegeben: „Die Kirche in der Mitte des gesamten Gebäudekomplexes fasziniert durch ihre unkonventionelle, neue Gestaltung. Sie wird bestimmt durch die Ausrichtung der Gemeinde quer zur Längsachse des ‚schiffsförmigen‘ Raumgrundrisses und seiner beiden Zugänge an der Bug- und Heckseite. Der introvertierte Kirchenraum als Spange zwischen zwei Straßen bildet ein überraschendes Raumerlebnis.“

Die weitere Planung des Pfarrzentrums geriet durch den frühen Tod von Heinz Bienefeld ins Stocken. Der Sohn des Verstorbenen, Nikolaus Bienefeld, führte das Werk seines Vaters weiter und plante das Zentrum, zu dem neben der Kirche auch ein Kindergarten samt Spielfläche im Innenhof, Pfarrbüro, Pfarrsaal, Dienstwohnung, Mietwohnungen und Praxen sowie Tiefgarage gehören, im Detail weiter.

Mit einem symbolischen Spatenstich am 3. August 2001 wurden die Bauarbeiten zum neuen katholischen Pfarrzentrum auf einem Grundstück im Bereich von Döbraberg- und Schneebergstraße begonnen.

Am 11. Dezember 2001 wurde dann in einer feierlichen Zeremonie der Grundstein gelegt. In den folgenden Monaten schritten die Bauarbeiten gut voran und man konnte schon bald die Ausmaße und Proportionen des Bauwerks erkennen. Markant wirken die einzelnen Schichten des aus Beton gegossenen Kirchenkörpers. Die Färbung entstand insbesondere durch verschiedenfarbige Steinzugaben. Zusammen mit dem Boden ergeben sich zwölf Schichten, die an die zwölf Grundsteine der Mauern Jerusalems in der Offenbarung erinnern sollen. Der abgesenkte Boden und das erhöhte pagodenförmige Dach in der Mitte der Kirche bewirken im Zusammenspiel mit dem quergestellten Altarraum, dass trotz der großen Ausmaße ein intimer Bereich entsteht. Dieser intensiven, verinnerlichenden Wirkung und Konzentration auf den Altar und die sich halbkreisförmig darum versammelnde Gemeinde vermag sich kaum ein Besucher dieses Ortes zu entziehen.

Auch der Innenraum der Kirche spiegelt wider, mit welchen Materialien gebaut wurde. So wurde der Tabernakel in ein Geflecht aus Baustahlmatten gesetzt. Der auch wie im Außenbereich „gespitzelte“ Beton – hierbei wurden die im Beton zugegeben Steine beiepielsweise Quarze, Granitkiesel durch aufmeißeln gebrochen, damit diese schönen, teilweise glitzernden Farben ohne Zementschleier wirken können -. Auch ergibt sich im Zusammenspiel mit dem Fensterband unterhalb der erhöhten Decke ein interessantes „Licht und Schattenspiel“ im Altarraum.

Erst nach der feierlichen Weihe durch Kardinal Joachim Meisner am 14. Dezember 2003 wurde die Weimbsorgel durch die Orgelbaufirma als Kircheninstrument eingebaut und ebenfalls feierlich eingeweiht.

Parallel zum Innenausbau der Kirche entstand der Kirchturm, der mit seinem markanten Äußeren das Pfarrzentrum weithin sichtbar macht. Dieses für den Stadtteil Blumenberg markante Zeichen verdeutlicht: Gott ist anwesend. Im Inneren des Kampanile erhebt eine Glocke der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher/Westfalen, 2003 gegossen, ihre sonore, weithin hörbare Stimme und lädt zu Gebet und Gottesdienst ein.

Text aus (http://www.pfarrverband-awb.de)

Infrastruktur

S-Bahnstation Blumenberg
S-Bahnstation Blumenberg

Neben einem DB-Anschluss (Linie S11), der die Bewohner innerhalb von 20 Minuten zum Kölner Hauptbahnhof bringt, sind noch eine Vielzahl städtischer Einrichtungen entstanden, wie z.B. eine Gemeinschaftsgrundschule, drei Kindergärten und diverse Spielplätze und Sportanlagen. Derzeit wird ein Altenwohnheim gebaut.

Literatur

  • Bienefeld, Heinz: Kath. Pfarrzentrum Köln- Blumenberg. In: Kunst u. Kirche 59 (1996) S. 54-55
  • Hüser, Martina: Umweltverträglichkeitsuntersuchung Blumenbergsweg, Köln: Stadt Köln, Der Oberstadtdirektor, Dezernat VIII, Stadtplanungsamt - Verkehrsplanung, 1992.
  • Simons, Angela: Ein vorgeschichtlicher Siedlungsbereich auf der Niederterrasse des Rheins : Köln-Blumenberg / Angela Simons u. Elisabeth Maria Spiegel. In: Archäologie in Köln 1 (1992) S. 13-19

Weblinks

Quelle:
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