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Köln-Deutz

Wappen von Köln

Deutz
Stadtteil 105 von Köln

Lage des Stadtteils Deutz im Stadtbezirk Köln-Innenstadt
Fläche 5,3 km²
Einwohner 15.930 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 3006 Einwohner/km²
Postleitzahl 50679
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Innenstadt (1)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B55 B55a
DB-Anschluss Köln Messe/Deutz
Stadtbahn-Linien 1 3 4 7 8 9
Bus-Linien 150 153 156 250 260
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip)

Deutz (lat. Divitia, seit dem 10. Jahrhundert Tuitium) war eine alte Stadt rechts des Rheins, seit 1888 ist es ein Stadtteil von Köln. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Innenstadt an.

Bürohochhaus KölnTriangle und Lufthansa-Hauptverwaltung während der Kölner Lichter 2006
Bürohochhaus KölnTriangle und Lufthansa-Hauptverwaltung während der Kölner Lichter 2006

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Deutz grenzt im Osten an die Stadtteile Kalk und Humboldt/Gremberg. Im Süden befindet sich der Stadtteil Poll. Im Westen und im Norden grenzt Deutz an den Rhein und im Nordosten an den Kölner Stadtteil Mülheim.

Geschichte

Um das Jahr 310 errichteten die Römer eine Rheinbrücke, um bei den zunehmenden Aufständen der Germanen möglichst schnell Truppen über den Rhein zu bringen. Aber auch für den Handel mit den Germanen war die Brücke nützlich. Zur Sicherung der Brücke wurde auf dem rechten Rheinufer das Kastell Divitia errichtet. Die Rheinbrücke wurde etwa 100 Jahre später abgebrochen. Danach war Köln über mehr als 1400 Jahre ohne einen festen Rheinübergang.

Das alte Kastell wurde 1003 von Erzbischof Heribert von Köln in ein Benediktinerkloster, die Abtei Deutz, umgewandelt. Erzbischof Heinrich I. von Köln erhob 1230 Deutz zur Stadt, die lange Zeit zum Zankapfel zwischen der Stadt Köln, Kurköln und dem Herzogtum Berg wurde. 1583 wird Deutz im Kölner Krieg, der bis 1588 dauerte, vollständig zerstört. Nach dem Frieden von Nimwegen wurden 1678 die Festungswerke geschleift. Erst 1816 bauten die Preußen eine neue Anlage, deren Lage im Straßenverlauf heute noch zu erkennen ist. Am Rheinufer errichteten die Preußen eine Kaserne, die später vom Rheinischen Museum genutzt wurde.

preußische Stadtbefestigung Deutz um 1870
preußische Stadtbefestigung Deutz um 1870

Deutz kam 1803 an Nassau-Usingen, 1806 an das Großherzogtum Berg und 1814 an Preußen. Es wurde die Bürgermeisterei Deutz gebildet, die an den Kreis Köln kam. 1857 wurde die Bürgermeisterei Deutz in die Stadt Deutz und in die Bürgermeisterei Deutz-Land geteilt. Letztere wurde 1867 in Bürgermeisterei Kalk umbenannt. Schließlich folgte 1888 die Eingemeindung in die Stadt Köln.

In den 1840er Jahren wurde Deutz zum Endpunkt mehrerer Eisenbahnlinien. 1859 wurden diese durch die Dombrücke mit den linksrheinischen Eisenbahnen verbunden. Seit Beginn der 1860er Jahre entstanden in Deutz und dem benachbarten Kalk zahlreiche Industriebetriebe, für die innerhalb der engen Stadt Köln kein Platz war. 1907 wurde der seit längerem benötigte leistungsfähige Rheinhafen für die Deutzer Industrie in Betrieb genommen. Die Dombrücke wurde 1911 durch die Hohenzollernbrücke an gleicher Stelle ersetzt. 1913 wurde der heutige Deutzer Bahnhof eröffnet.

1915 wurde als zweite Rheinbrücke die Deutzer Brücke eröffnet. 1959 folgte mit der Severinsbrücke die dritte Brücke, welche Deutz mit der Innenstadt verbindet.

Ab 1922 wurden am Rheinufer nördlich der Hohenzollernbrücke die ersten Bauabschnitte der Kölner Messehallen (Rheinhallen) errichtet.

Am 1. Januar 1975 kam Deutz an den Stadtbezirk Innenstadt.

Der Stadtteil besteht aus einem alten Kern mit engen Straßen und vorgelagerten Wohn- und Gewerbeflächen.

Bürgermeister

  • 1808-1842: Wilhelm Franz Neuhöffer
  • 1843-1867: Gerhard Schaurte
  • 1867-1888: Robert Reisch

Sehenswürdigkeiten / Standort Deutz

  • Hohenzollernbrücke, eine Eisenbahn- und Fußgängerbrücke zur Innenstadt
  • Neu St. Heribert, eine Kirche mit dem bekannten Heribert-Schrein
  • Deutzer Freiheit, eine Einkaufsstraße
  • Festplatz am Rhein (Deutzer Werft zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke)
  • Rheinpark, ein kommunales Freizeit- und Veranstaltungsgelände
  • JugendPark (Städtische Jugendeinrichtung)
  • Ingenieurwissenschaftliches Zentrum (IWZ) der Fachhochschule Köln
  • Kölnarena, eine Mehrzweckhalle (im Volksmund: Henkelmännchen; wegen der Bogenkonstruktion für das Dach)
  • KölnTriangle, ein Bürohochhaus mit öffentlicher Aussichtsplattform
  • Stadthaus Deutz, das Technische Rathaus der Stadt Köln
  • Lommerzheim, bekannte ehemalige Kölschkneipe


Panoramamontage Köln-Deutz


Verkehr

Im Bahnhof Köln Messe/Deutz halten nahezu alle Züge, die auch im Kölner Hbf halten, mit Ausnahme einiger Züge des Fernverkehrs. Dafür halten auf den Tiefbahnsteigen des Bahnhofs einige ICEs der Relation Frankfurt - Düsseldorf, welche nicht bis zum Hauptbahnhof fahren, da sie dort die Fahrtrichtung ändern müssten. Wegen Umbauarbeiten ist der Tiefbahnhof vermutlich das ganze Jahr 2007 über gesperrt, die hier normalerweise haltenden Züge lassen den Halt aus.

Die Kölner Stadtbahn besitzt in Deutz mit der Station Bahnhof Deutz / Kölnarena einen ihrer Knotenpunkte. Hier halten die Linien 1, 3, 4 und 9. Nach der Überquerung des Rheins auf der Deutzer Brücke biegen die Linien 7 und 8 nach Süden Richtung Poll - Porz ab.

Der Autoverkehr kann in Deutz einen Autobahnzubringer Richtung Süden nutzen. Dieser führt über die Autobahn A 559 zu den Autobahnen A 4, A 59 und A 3, also in Richtung Frankfurt am Main, Bonn, Aachen und zum Kölner Flughafen. Richtung Norden führt die Deutz-Mülheimer-Str. und daran anschließend der Pfälzische Ring zur sog. "Stadtautobahn" B 55a an der Zoobrücke. Von hier erreicht man die A 1 und A 3 Richtung Norden, also nach Düsseldorf/Duisburg/Oberhausen, Wuppertal und Dortmund sowie die A 4 in östlicher Richtung nach Olpe. Die Severinsbrücke und ihr folgend der Deutzer Ring sind Teil der B 55.

Wirtschaft

Industriegebiet
Industriegebiet

2005 trennte sich die KölnMesse von den Rheinhallen. Bis 2008 wird innerhalb der historischen Backsteinfassade ein Bürokomplex für den TV-Sender RTL und die ehemalige Kölner Gerling-Versicherung entstehen.

In Deutz hat auch der Landschaftsverband Rheinland seinen Sitz.

Weblinks

Quelle:
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