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Köln-Humboldt/Gremberg

Wappen von Köln

Humboldt/Gremberg
Stadtteil 801 von Köln

Lage des Stadtteils Humboldt/Gremberg im Stadtbezirk Köln-Kalk
Fläche 2,8 km²
Einwohner 15.031 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 5368 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888 (Humboldt)
1. Apr. 1910 (Gremberg)
Postleitzahl 51105
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Kalk (8)
Verkehrsanbindung
Autobahn A559
DB-Anschluss Köln Trimbornstr.
Bus-Linien 153 159
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip)

Humboldt/Gremberg ist ein Stadtteil im Osten von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtteil Humboldt/Gremberg grenzt im Norden an Kalk, im Nordosten an Vingst und an Ostheim, im Südosten an Gremberghoven, im Süden an Poll und im Westen an Deutz. [1]

Geschichte

Dadurch, dass es sich um einen Doppelort handelt, haben Humboldt und Gremberg eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte.[2] [3] [4]

Humboldt bis 1910

Die ersten Häuser

Im Bereich des Ortsteils, der zum Verwaltungsbezirk Deutz gehörte, gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur Äcker und Wiesen. Später wurde auf dem Gelände des heutigen Humboldtparks eine kleine Fabrik gebaut, die Sprengstoff herstellte. In der Nähe des Firmengeländes wurden die ersten Häuser für die Mitarbeiter erbaut. Von der Pulvermühle, die 1870 explodierte, ist nur noch der Name der angrenzenden Straße An der Pulvermühle übrig geblieben.

Die Humboldtkolonie entsteht

Die in der benachbarten Stadt Kalk beheimatete Maschinenbau A. G. Humboldt benötigte für ihre Arbeiter ebenfalls Wohnraum. Deshalb entschloss man sich, im freien Feld südlich des Firmengeländes Grundstücke zu kaufen. Es war vorgesehen, an schnurgeraden Straßen auf rechtwinkligen Grundstücken Eigenheime zu errichten. Im Jahre 1875 waren rund um die Wattstraße der mittleren Ost-West-Achse, der sogenannten Humboldtkolonie, 42 Eigenheime mit Nutzgärten entstanden.
Da sich die Fabrik am Anfang der 1880er-Jahre überschuldete und im Jahre 1884 liquidiert wurde, ließ auch die Bautätigkeit auf dem Siedlungsgebiet nach, denn die Nachfolgesellschaft, die Maschinenbauanstalt Humboldt A. G, zeigte an der Fortführung des Projektes wenig Interesse.[5]
Erst am Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Bebauung wegen der zunehmenden Arbeiterschaft im Industriestandort Kalk wieder ein. Von den ursprünglichen Planungen wurde abgewichen, und es wurden auch mehrgeschossige Mietshäuser an geschwungenen Straßen, wie beispielsweise an der Hachenburger Straße, gebaut.
Am 1. April 1888 wurde Humboldt zusammen mit Deutz in die Stadt Köln eingemeindet.
In den Jahren 1898/99 erbaute Eduard Endler für die wachsende Gemeinde die Notkirche St. Engelbert im neugotischen Stil.

Gremberg bis 1910

Die erste urkundliche Erwähnung des Gremberger Waldes erfolgte bereits im Jahre 1003. Die Besiedlung des Ortes, der zur Gemeinde Vingst gehörte, war sehr spärlich. Auf dem in der Mitte des Gremberger Waldes liegenden Gremberger Hof wurden im Jahre 1828 insgesamt 20 Einwohner gezählt. Die übrige Fläche des Ortes bestand nur aus Feldern und Wald.
Erst nachdem 1890 an der direkten Grenze zu Humboldt und Kalk auf der Rolshover Straße die Akkumulatoren-Werke Gottfried Hagen errichtet worden waren, entstanden in Gremberg die ersten Mietshäuser im Bereich der Roddergasse.
Der Name Gremberg leitet sich, wie auch der des in der Nähe liegenden Höhenberg, davon ab, dass hier in der Niederterrasse des Rheins trockeneres Gelände aus den ehemaligen Flussrinnen erhob.
Zusammen mit Kalk und Vingst wurde der Ort am 1. April 1910 nach Köln eingemeindet.

Humboldt/Gremberg ab 1910

1910 bis 1945

Pfarrkirche St. Engelbert
Pfarrkirche St. Engelbert

Seit der Eingemeindung von Gremberg bilden die beiden Orte gemeinsamen einen Stadtteil. Durch die immer weiter fortschreitende Industrialisierung im benachbarten Kalk wurde immer mehr Wohnraum benötigt. So wurde in den 1920er-Jahren eine Siedlung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG im Bereich der Rolshover- und Usinger Straße erbaut. Die Notkirche St. Engelbert reichte zu diesem Zeitpunkt für die größer gewordene Gemeinde nicht mehr aus und wurde abgerissen.
In den Jahren 1926/27 entstand an gleicher Stelle ein Neubau im Stil eines an Romanik und Gotik erinnernden Expressionismus. Die neue Kirche wurde von den Architekten Heinrich Renard und Josef van Geisten entworfen.[6]

1945 bis heute

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahre 1950, verlagerte die Metallbaufirma Ernst Kippes ihr Werk an die Gremberger Straße, nachdem die Fabrik am alten Standort in Kalk durch Bomben zerstört worden war.
Der Architekt Georg Maria Lünenborg baute im Ortsteil Gremberg, an der Lohmarer Straße, 1952/53 die zweite katholische Kirche des Stadtteils. St. Marien wurde als schlichte Saalkirche mit einem niedrigen Seitenschiff und einem freistehenden Turm gebaut.
Am Ende der 1950er-Jahre wurde eine Werksiedlung der Chemischen Fabrik Kalk auf den vorher noch freien Flächen der Lenzwiese gebaut.
Seit 1963 hat auch die evangelische Kirchengemeinde Kalk-Humboldt/Gremberg mit dem Theodor-Fliedner Haus eine Heimat gefunden.
Zu dieser Zeit richtete der Feuerzeughersteller Ronson seine deutsche Produktionsstätte im Ort ein. Am Ende der 1960er-Jahre wurde noch eine weitere große Siedlung an der Kannebäckerstraße sowie einige Wohnblocks für belgische Soldaten an der Sauerlandstraße gebaut.
Im Jahre 1973 wurde aufgrund der mittlerweile starken Bevölkerungszunahme an der Gremberger Straße ein großes Einkaufszentrum, der Toom Markt (heute Real), eröffnet.
Durch die einsetzende Rezession in den 1970er-Jahren und die damit verbundenen Firmenschließungen in Kalk verlangsamte sich das Wachstum des Stadtteils Humboldt/Gremberg. Erst seit den 2000er-Jahren wird nach dem Abriss des Ronsonwerkes und der Stilllegung einer Müllkippe der Chemischen Fabrik Kalk wieder weitergebaut. Dort entstanden neben Ein- und Mehrfamilienhäusern ein Aldi- und ein Lidl- Supermarkt.

Bevölkerungsentwicklung seit 1980

In Klammern ist der Ausländeranteil in Prozent angegeben. [7]

1980 1985 1990 1995 2000 2005
16.161 (17,0) 14.920 (17,7) 14.713 (20,2) 14.684 (25,0) 14.760 (29,6) 15.019 (30,2)

Die Arbeitslosenquote lag am 31. Dezember 2005 bei 21,5 %.

Infrastruktur

S-Bahnstation Trimbornstraße
S-Bahnstation Trimbornstraße
ehem. Fabrikgebäude Fa. Hagen
ehem. Fabrikgebäude Fa. Hagen

Verkehrserschließung

Obwohl im Stadtteil über 15.000 Einwohner leben, wurde ein in den 1970er-Jahren geplanter U-Bahnanschluß nie realisiert. An der Stadtteilgrenze zu Kalk gibt es seit den 1990er-Jahren eine Zusteigemöglichkeit zur S-Bahn an der Trimbornstraße. Den Rest des ÖPNV bewältigen zwei Buslinien der KVB, die sich an der Gremberger Straße/Rolshover Straße kreuzen.
Humboldt/Gremberg verfügt über einen direkten Anschluss an die A 559, eigenartigerweise wurde diese Ausfahrt Kalk/Poll benannt.

Geschäftswelt und Industrie

Neben mehreren großen Supermärkten im Bereich Gremberg sind in Humboldt rund um die Kirche St. Engelbert viele kleinere Geschäfte zu finden. Der einzige klassische Industriebetrieb ist die Firma Kippes. Auf dem Gelände der Ende der 1980er-Jahre in Konkurs gegangenen Firma Hagen ist mittlerweile der Technologiepark Hagen-Campus entstanden. Dort sind Unternehmen aus dem Bereich der Kommunikationstechnologien, Biotechnik-Unternehmen, Unternehmen aus dem medizinisch-technischen Bereich, Designer, Softwareentwickler sowie verschiedene Dienstleister aus dem Consulting-Bereich ansässig.
Ebenfalls auf diesem Gelände befindet sich das Rechtsrheinische Technologie- und Gründerzentrum Köln. Dort finden Existenzgründer und junge Technologieunternehmen im Bereich der Zukunftstechnologien neben günstigen Labor- und Büroräumen umfassende Beratung und Unterstützung bei der Gründung und beim Aufbau ihres Unternehmens.

Schulen und Kindergärten

Neben einem Berufskolleg, zwei Grundschulen und einer Hauptschule gibt es im Stadtteil mehrere Kindergärten

Kirchengemeinde

Die Pfarreien St. Marien und St. Engelbert bilden mittlerweile eine Gemeinschaftgemeinde.

Sehenswürdigkeiten

Ehrengrabstätte im Gremberger Wäldchen
Ehrengrabstätte im Gremberger Wäldchen
Forsthaus im Gremberger Wäldchen
Forsthaus im Gremberger Wäldchen
  • Forsthaus im Gremberger Wäldchen
  • Sammelgrab von 74 sowjetischen Kriegsopfern im Gremberger Wäldchen
  • Pfarrkirche St. Engelbert
  • Humboldtpark





Quellen

  1. Kölner Stadtkarten und Luftbilder 3.Auflage 2005
  2. Kölner Stadt Anzeiger vom 16. Dezember 2003
  3. Kölner Stadt Anzeiger vom 23. April 2004
  4. Webseite der Stadt Köln zum Stadtteil Humboldt/Gremberg
  5. www.werkbahn.de
  6. www.kircheninkoeln.de
  7. Strukturdaten Stadt Köln, Juni 2007 (.zip)

Weblinks

Quelle:
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