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Vingst |
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| Fläche | 1,1 km² | |
| Einwohner | 10.855 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte | 9868 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung | 1. Apr. 1910 | |
| Postleitzahlen | 51103, 51107 | |
| Vorwahl | 0221 | |
| Stadtbezirk | Kalk (8) | |
| Verkehrsanbindung | ||
| Autobahn | A559 | |
| Stadtbahn-Linie | 9 | |
| Bus-Linie | 153 | |
| Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip) | ||
Vingst ist ein östlicher Stadtteil von Köln.
Inhaltsverzeichnis |
Vingst grenzt im Osten und im Südosten an den Stadtteil Ostheim, im Südwesten an den Stadtteil Humboldt/Gremberg im Westen an Stadtteil Kalk und im Norden an Stadtteil Höhenberg. [1]
Vingst wurde erstmals im Jahre 1003 geschichtlich erwähnt, allerdings gibt es Hinweise, dass der Ort bereits zu römischer Zeit besiedelt war, denn der Name Vingst leitet sich vermutlich aus dem lateinischen Wort „vinitor“ (Winzer) ab, auch führte eine römische Hauptstraße von Porz über Vingst nach Norden.
Lange Zeit war Vingst ein ländlicher Vorort dessen Mittelpunkt der heutige Heßhofplatz war. Es gab den Judenhof (besser bekannt als Heßhof), den Unkelshof, den Gremberger Hof sowie den vor 1180 erbauten, noch heute existierenden Vingster Hof, die allesamt zur Abtei Deutz gehörten, zeitweise aber verpachtet wurden.
Von 1900 bis 1910 führte Vingst mit dem zur Gemeinde gehörenden Gremberg eine eigene Bürgemeisterei innerhalb der Stadt Kalk. Erster und einziger Bürgermeister war Aloys Kuth. Das Bürgemeisterhaus steht auch heute noch in der Heßhofstraße und wird heute als Jugendeinrichtung genutzt. Rund um den Ortskern entstanden in der Gründerzeit einige Wohnhäuser. Durch die Nähe zur Industriestadt Kalk wohnten viele Arbeiter der dortigen Fabriken in Vingst, da eine direkte Bahnverbindung in den Nachbarort bestand.
Bedingt durch die großen Zerstörungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg in den Industriestandorten Kalk und Mülheim wurde schnellstmöglich nach dem Kriegsende neuer Wohnraum benötigt. Da Vingst über große landwirtschaftlich genutzte Flächen verfügte, die zu Bauland umgewandelt wurden, konnten schon in den Jahren 1947 und 1948 eine große Zahl von Übergangswohnhäusern in Schlichtbauweise im Bereich der Würzburger Straße gebaut werden. Diese Häuser sollten nur für einige Jahre bis zur Errichtung von neuen Wohnhäusern bestehen, wurden aber später anstatt dessen von Gastarbeitern und sozial schwächer gestellten Familien als Unterkünfte genutzt. Bis zum Jahre 1957 wurden der östliche und südliche Teil des Ortes weiterhin von den Bauern Honecker und Hundgeburth als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Da die Städtische Wohnungsbaugesellschaft GAG zwei weitere Siedlungsprojekte geplant hatte, wurden die Bauern abgefunden. Als erstes wurde sie „Schweden-Siedlung“ im Bereich der Nobelstraße erbaut. Im Volksmund nennt man diese Siedlung wegen ihrer bunten Bemalung auch „Papageiensiedlung“. Nur unwesentlich später wurde die „Siedlung-Vingst“ zwischen Waldstraße und Kuthstraße gebaut. Ale Wohnsiedlungen waren Projekte des Sozialen Wohnungsbaus und die Wohnungen wurden vornehmlich nur mit Wohnberechtigungsschein der Stadt Köln vermietet. Somit entwickelte sich Vingst innerhalb weniger Jahre vom ländlichen zum Arbeitervorort und später zu Zeiten der allgemeinen Rezession zum „Sozialen Brennpunkt“.
Ende der 1980er Jahre wurde in Vingst mit einer großen Sanierungsmaßnahme begonnen. Zuerst wurden die Übergangshäuser an der Würzburger Straße kernsaniert, und mit neuen Fassaden versehen. Ein Haus wurde äußerlich in seinen Ursprungszustand zurück versetzt und blieb als Baudenkmal erhalten. Anschließend folgte die „Siedlung-Vingst“. Bei dieser Baumaßnahme wurde festgestellt, dass die Bausubstanz der zu sanierenden Häuser teilweise sehr schlecht war, sodass es sich günstiger erwies einen Großteil der Wohnblocks abzureißen und mit Neubauten zu ersetzen. Während der Umbauphase mussten die Mieter der „Siedlung-Vingst“ in Ersatzwohnungen der „Schweden-Siedlung“ umziehen. Um genügend Ersatzquartiere zur Verfügung stellen zu können, hatte die GAG seit 1995 keine Leerstände an neue Mieter vermittelt. Da die „Schwedensiedlung“ mittlerweile in Gesamtheit als „Gruppenbaudenkmal der 1960er Jahre“ definiert worden war, gestaltete sich das abschließende Sanierungsprojekt für den Bauträger sehr schwierig. Nach einen langen Streit zwischen den Denkmalschützern und der GAG konnte erst im Jahre 2002 nach einem Kompromiss mit der Sanierung begonnen werden. Bei einem Teil der Siedlungshäuser wurde der Denkmalschutz aufgehoben, somit konnten diese abgerissen und mit neuen Häusern in ähnlichem Baustil ersetzt werden. Der andere Teil der Siedlung blieb weiter denkmalgeschützt. Die GAG verpflichtete sich die Optik der Wohnblocks zu erhalten. Die einzige Änderung die zugelassen wurde, waren neue angehängte Balkone. Das Sanierungprojekt wird erst zirka 2012 mit dem Bau des „Vingstveedel“ an der Ostheimer Straße abgeschlossen sein.
Verbunden mit der Modernisierung haben sich verschiedene Bürger-Initiativen zur Verschönerung des Stadtteils gebildet. Unter anderem besteht seit dem Jahre 2003 die Aktion „Blühendes HöVi“ , von der alleine im Jahre 2007 über 45.000 Osterglocken in die Grünflächen der Orte Höhenberg und Vingst gepflanzt wurden.
| 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 |
|---|---|---|---|---|---|
| 13.626 | 12.367 | 12.697 | 12.289 | 11.187 | 10.766 |
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Mit der Pfarrkirche St.Theodor verfügt die katholische Gemeinde Vingst über eines der modernsten Gotteshäuser im Stadtgebiet Köln. Bei einem Erdbeben am 13. April 1992 wurde die alte Kirche so schwer beschädigt, dass sie bis auf den Turm, der auf eigenen Fundamenten ruht, abgerissen werden musste. Die neue Kirche wurde nach Plänen de Architekten Paul Böhm errichtet und am 16. März 2002 geweiht.
Seit der Beschädigung der Kirche bildet die Pfarrei St.Theodor eine Gemeinschaftsgemeinde mit St.Elisabeth in Höhenberg, die von Kölns erstem „alternativen Ehrenbürger“ Pfarrer Franz Meurer geleitet wird.
Pfarrer Meurer führte aufgrund der schlechten sozialen Situation der Orte Vingst und Höhenberg ein vorbildliches soziales Netzwerk ein, welches beispielsweise eine Kleiderkammer und eine Lebensmittelausgabe für Sozialschwache sowie die zum größten Teil durch Spenden finanzierte Sommerferienfreizeit „HöVi-Land“ beinhaltet.
Ein bezeichnender Dialog, der den Menschen Meurer beschreibt ist folgender:
Auf einem Symposium stellte der Leiter des Gesundheitsamtes Köln fest: „Was nützt es, dass ein Pastor Frikadellen verteilt. Wir müssen die Probleme strukturell lösen.“Meurer erwiderte kurz und knapp: „Das sei zwar gut und richtig, aber solche strukturellen Lösungen blieben doch seit Jahrzehnten aus. Und so lange brate ich lieber Frikadellen für alle.“
Im März 2007 sorgte Meurer abermals für Schlagzeilen. Er spendete die Kollekte einer Sonntagsmesse, trotz Widerstandes des Erzbistum Köln, für den Bau der neuen Moschee im Norden der Stadt.[3]
An die Kirche angeschlossen ist das benachbarte große Seniorenwohnhaus An St. Theodor
Die 1957 erbaute evangelische Erlöserkirche der Gemeinde Vingst-Höhenberg wurde im Jahre 1957 erbaut und bietet Platz für 300 Personen. Während der Bauphase von St. Theodor genoss die Gemeinde ein Gastrecht, sodass auch katholische Gottesdienste in der Erlöserkirche stattfanden. An die Kirche angeschlossen sind ein Kindergarten und das „Blockhaus“, eine Jugendeinrichtung. Als zweite Predigtstätte steht der evangelischen Gemeinde das 1966 eingeweihte Paul-Gerhardt-Haus am Marbergweg zur Verfügung. Der Gottesdienstraum bietet für zirka 120 Gläubige Platz.
Am Vingster Ring befindet sich das Natur-Freibad, besser bekannt als Vingster Baggerloch
Am Ende der Lustheider Str. ist das Vereinsgelände des SSV Vingst 05 der neben der traditionsreichen Fußballabteilung auch über eine Tennisabteilung verfügt.
Die traditionelle Vingster Kirmes findet jeweils am zweiten Oktoberwochenende statt.
Karnevalssonntag zieht der, durch die Vingster KG Fidele Vingster organisierte, Karnevalszug durch die Vingster Straßen.
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