Köln-Weiden

Wappen von Köln

Weiden
Stadtteil 307 von Köln

Lage des Stadtteils Weiden im Stadtbezirk Lindenthal
Fläche 3,6 km²
Einwohner 16.506 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 4585 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 50858
Vorwahl 02234
Stadtbezirk Lindenthal (3)
Verkehrsanbindung
Autobahn A1
Bundesstraße B55
DB-Anschluss Köln-Weiden West
Stadtbahn-Linie 1
Bus-Linien 141 143 145 961 963 965
Quelle: Strukturdaten der Stadt Köln (.zip)
Römergrab-Infotafel
Römergrab-Infotafel
Römergrab an der Aachener Straße
Römergrab an der Aachener Straße

Weiden ist ein Stadtteil am westlichen Stadtrand von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Weiden grenzt im Osten an Müngersdorf und Junkersdorf, im Süden an die Bundesautobahn 4, südlich dieser befindet sich Frechen, im Westen an Königsdorf und im Norden an Lövenich.

Geschichte

Antike

Römische Münze des Constantin I.
Römische Münze des Constantin I.

Die in Weiden gefundene wahrscheinlich im 2. Jahrhundert angelegte römische Grabkammer gilt als die am besten erhaltene nördlich der Alpen. Die Ausgräber fanden im Jahr 1843 auf dem Grundstück der heutigen Aachener Straße 1328 eine offenbar durch einen Gutsbesitzer aus römischer Zeit wohl gefüllte Grabkammer. Die vorgefundenen größeren Gegenstände, einen aus weißem Marmor gearbeiteten Sarkophag, drei Bildbüsten und zwei Sessel aus Stein, die ein Korbgeflecht nachahmen, werden ergänzt durch eine Anzahl römischer Münzen und weiterer Kleingegenstände des damaligen Alltags.

Die geschichtliche Datierung des Fundes erfolgte durch vergleichende Auswertung. Kriterien hinsichtlich Materialbearbeitung sind zum Beispiel die angewandte Formgebung, so die dargestellte Haartracht, eine bestimmte Kleidungsart (Mode) oder die vorgefundenen Münzprägungen. Diese reichen von Vespasian über Tetricus I., Claudius Gothicus und Maximian bis zu Konstantin dem Jüngeren, also etwa vom Jahre 70 bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts. Der Sarkophag selbst dürfte eines der spätesten Kunstwerke in der Grabkammer sein.

Mittelalter und Neue Zeit

Seit Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Weiden ein reines Straßendorf zu beiden Seiten der Aachener Straße, die zugleich auch die Verwaltungsgrenze bildete. Während der südliche Teil direkt dem Amt Königsdorf unterstellt war, gehörte der nördliche Teil zur Herrlichkeit Lövenich im Kurfürstentum Köln. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort. Durch Einführung der in Frankreich gültigen Verwaltungsreform 1798 wurde die Mairie Weiden Hauptort des Canton de Weyden, der unter anderem die damaligen Mairien Lövenich, Longerich und Müngersdorf ferner die Orte Kriel und Lind (Marie Efferen), Marsdorf (Marie Frechen) und Widdersdorf (Marie Freimersdorf) umfasste. Der Kanton Weiden gehörte zum Arrondissement Köln im Département de la Roer.

1802 wurden die Kantone aufgelöst und die Vielzahl der kleinen Gemeinden zu Großbürgermeistereien zusammengefasst.

1815 kam Weiden an das Königreich Preußen und 1816 an die Bürgermeisterei Lövenich im Kreis Köln. 1927 wurde die Bürgermeisterei Lövenich in Amt Lövenich und 1937 in Amt Weiden umbenannt.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden sowohl ein neues Siedlungsgebiet entlang der Bahnstraße als auch die Goethe- und Schillerstraße für die Anlage einer Villenkolonie planmäßig erschlossen.

Bis zur Eingemeindung nach Köln im Jahr 1975 gehörte Weiden zusammen mit Üsdorf, Groß- und Kleinkönigsdorf und Junkersdorf der Gemeinde Lövenich an.

Städtepartnerschaft

Durch die Eingemeindung der Gemeinde Lövenich konnte der Stadtbezirk 3 und damit die Stadt Köln weitere Städtepartnerschaften gewinnen. Der Partnerschaftsclub betreut derzeit die Partnerschaften mit Benfleet, Igny und Diepenbeek.

Freizeit

Sport

Wegen seiner zahlreichen Vereine und den vielen verschiedenen Kapazitäten an Turnhallen an den drei Schulen des Kölner Bezirks verfügt Weiden über ein großes Sportangebot. Des Weiteren besitzt Weiden ein Hallenbad, über das es in letzter Zeit eine Kontroverse zur Schließung aufgrund mangelnder Kundschaft gibt. Es laufen Bestrebungen das Hallenbad als „Bürgerbad“ zu erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Als das Zentrum von Weiden kann das von 1966 bis 1970 errichtete Rhein-Center angesehen werden, ein Einkaufszentrum, das vor einigen Jahren als schönstes Einkaufszentrum in Europa ausgezeichnet wurde.

Verkehr

Stadtbahn-Haltestelle Weiden-West
Stadtbahn-Haltestelle Weiden-West

Eine entscheidende Veränderung des Ortsbildes bewirkte die 1840/41 erstellte Bahnstrecke Köln–Aachen, deren hoher Bahndamm die historische Flurverbindung zwischen Weiden und Lövenich zerschnitt. Erst die Eröffnung des Bahnhofes im Jahre 1870 beendete die Abhängigkeit von der Aachener Straße als Verkehrsweg und führte zu einer Erweiterung des Dorfes in Richtung der Bahnanlagen.

Die Straßenbahnlinie L, ausgehend vom Bahnhof Lövenich, verband das Neubaugebiet mit der Stadt Köln. Der Streckenabschnitt Lövenich–Junkersdorf wurde 1956 durch eine Buslinie ersetzt. Erst in den letzten Jahren wurde dieser Schritt revidiert, seit Juni 2006 fährt die Straßenbahn bis zum neu erbauten Bahnhof Weiden-West. Hiermit soll eine deutliche Entlastung der Aachener Straße vor allem vom Pendlerverkehr erreicht werden.

Bildung

Weiden besitzt mit der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Clarenhofgrundschule zwei Grundschulen. Außerdem gibt es mit dem Georg-Büchner-Gymnasium und der Martin-Luther-King-Hauptschule zwei weiterführende Schulen.

Literatur

Chrstian Schuh: Kölns 85 Stadtteile. Emons, Köln 2003, ISBN 3-89705-278-4

Weblinks

Quelle:
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