Königlicher Hausorden von Hohenzollern

Der Hausorden von Hohenzollern wurde am 5. Dezember 1841, in insgesamt drei Klassen, von Fürst Friedrich Wilhelm Herrmann Constantin von Hohenzollern-Hechingen († 1869) und Fürst Carl Anton Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen († 1885) als Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden gestiftet und nach dem Übergang der beiden Fürstentümer an Preußen (am 12. März 1850) von König Friedrich Wilhelm IV. am 16. Januar 1851 zu einem Königlichen Hausorden mit zwei getrennten Ordnungen (königlich preußische und fürstlich hohenzollerische) erhoben. Er war keine reine Kriegsauszeichnung und konnte in der Form des Adlers somit auch an zivile Personen verliehen werden, die sich gegenüber dem Hause Hohenzollern ausgezeichnet hatten.

Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden
Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden

Der königliche Orden hatte gemäß den Statuten von Oktober 1861 zwei Abteilungen mit je vier Klassen: die militärische Abteilung der Kreuze mit und ohne Schwerter sowie die zivile Abteilung der Adler; die Rangstufen hießen Großkomtur mit/ohne Stern, Komtur mit/ohne Stern, Ritter und Inhaber.

Der fürstliche Orden hatte gemäß den Statuten von 1891 folgende Klassen: Ehrenkreuz 1. Klasse, Ehrenkomturkreuz, Ehrenkreuz 2. Klasse, Ehrenkreuz 3. Klasse, goldene Ehrenmedaille und silberne Verdienstmedaille. Die Inschrift des Ordens lautete: „Für Treue und Verdienst“. Ab Ende 1866 wurden für Kriegsverdienste zwei gekreuzte Schwerter an der Dekoration angebracht.

In der Abteilung der Adler, die vor allem an Wissenschaftler, Lehrer und Künstler vergeben wurde, trug man statt eines Kreuzes einen schwarzen preußischen Adler mit vollen Regalien und mit dem Hohenzollernwappen auf der Brust. Dem Kopf des Adlers war ein Ring in Blau mit dem Ordensmotto „Vom Fels zum Meer“, das den geschichtlichen Weg der Hohenzollern veranschaulichen sollte, unterlegt.

In der Abteilung der Kreuze war das Ordenskreuz weiß emailliert mit schwarzer Umrahmung. Im Avers zeigte das Medaillon im weißen Feld den schwarzen preußischen Adler mit dem Hohenzollernschen Wappenschild auf der Brust, welcher von einem blauen Band mit dem Ordensmotto „Vom Fels zum Meer“ umgeben war. Das Medaillon im Revers zeigte auf weißem Felde den königlichen Namenszug, der von einem blauen Band mit dem Datum 18. Januar 1851 umgeben war. Der „Hohenzollern“ wurde in der 2. und 3. Klasse an einem weißen Band mit zwei beiderseitigen schwarzen Streifen und einem schwarzen Streifen in der Mitte des Bandes getragen, in der 1. Klasse an einer Ordenskette mit abwechselnd den Hohenzollernschen, Reichserbkämmerischen und burggräflich Nürnberger Wappenschildern.

In Kriegszeiten wurde der Orden ausschließlich an Offiziere verliehen, die sich durch ihre besonderen Dienste für das Vaterland sowie durch außergewöhnliche Tapferkeit hervorgetan hatten. Dieser wurde ab 1864 durch zwei gekreuzte Schwerter kenntlich gemacht.

Das komplizierte Auszeichnungssystem des Königreichs Preußen und auch des Deutschen Kaiserreichs sah vor, dass kein Soldat für eine Leistung zweimal dieselbe Auszeichnung erhalten konnte. Ein Offizier, der bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse besaß, bekam für eine wiederholte außergewöhnliche Leistung diesen Hausorden. Er war somit eine Zwischenstufe zum Militärverdienstorden Pour le Mérite.

Der Königliche Hausorden war daher im Ersten Weltkrieg eine sehr bedeutende Auszeichnung, die insgesamt 8.291 mal vergeben wurde.

Nach 1918 wurde er noch vom Ex-Kaiser Wilhelm II. in seinem Doorner Exil als „Hausorden“ (also Privatorden) an Deutsche und Ausländer bis etwa 1936 verliehen. Danach trat das Verbot Hitlers bezüglich der Verleihung ehemaliger deutscher dynastischer Orden in Kraft. Nach 1936 wurde der „Hohenzollern“ bis zum Tode des Ex-Kaisers im Jahre 1941 nur an nichtdeutsche Staatsbürger vergeben.

Ordensträger

Weblinks

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