Küstriner Vorland

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Markierung
Deutschlandkarte, Position von Küstriner Vorland hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Golzow
Koordinaten: 52° 34′ N, 14° 37′ O
Höhe: 10 m ü. NN
Fläche: 45,97 km²
Einwohner: 2977 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15328
Vorwahl: 033472
Kfz-Kennzeichen: MOL
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 266
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Seelower Straße 14
15328 Golzow
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernd Korb (WG IGKV)
Lage der Gemeinde Küstriner Vorland im Landkreis Märkisch-Oderland
Karte

Küstriner Vorland ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland im Bundesland Brandenburg. Die an der Oder verlaufende östliche Gemeindegrenze bildet gleichzeitig die deutsche Ostgrenze zur Republik Polen. Zusammen mit vier weiteren im Oderbruch gelegenen Gemeinden gehört Küstriner Vorland zum Amt Golzow.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemeindegliederung

Die ehemaligen Gemeinden Gorgast, Küstrin-Kietz und Manschnow bilden je einen Ortsteil. Weitere bewohnte Gemeindeteile sind Schäferei, Kuhbrücke, Herzershof und Neu Manschnow.

Geschichte

Die Gemeinde Küstriner Vorland entstand am 01. Januar 1998 als Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Gorgast, Manschnow und Küstrin-Kietz.

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Ortsteile

Gorgast

1375 erstmals erwähnt, rd. 900 Einwohner.

Küstrin-Kietz

Bei Deutschland verbliebener Teil der ehemaligen Festungsstadt Küstrin, rd. 850 Einwohner.

Küstrin-Kietz war bis zum Ende des zweiten Weltkrieges ein Stadtteil der erstmals 1232 urkundlich erwähnten Stadt Küstrin. Deren zwischen Oder und Warthe gelegene Altstadt mit den teilweise erhaltenen Festungsanlagen wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die inzwischen freigelegten Grundmauern zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der östlich der Warthe gelegene Stadtteil Küstrin-Neustadt, polnisch Kostrzyn nad Odrą, gehört seit 1945 zu Polen, zunächst zur Woiwodschaft Gorzow/Landsberg (Warthe), seit dem 1. Januar 1999 zur Woiwodschaft Lebuser Land.

Küstrin-Kietz (1930 gebildet aus der Langen Vorstadt und dem eingemeindeten Dorf Kietz) wurde mit der Teilung der Stadt Küstrin durch Festlegung der deutsch-polnischen Grenze entlang der Oder entsprechend den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens im Jahre 1945 zu einer selbständigen Gemeinde. Dieser wurden die weiteren westlich der Oder gelegenen Küstriner Stadtteile Kuhbrückenvorstadt und das zur Altstadt gehörende Gebiet zwischen der Oder und dem Oder-Vorflut-Kanal (sogenannte Oderinsel) angegliedert. Die auf Letzterer befindliche Artilleriekaserne der Deutschen Wehrmacht wurde nach 1945 von sowjetischen Armeeinheiten belegt. Die gesamte Oderinsel war daher bis zu deren Abzug 1991 militärisches Sperrgebiet. Die Brücken über die Oder wurden 1945 für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Die Gemeinde wurde 1954 zunächst in Friedensfelde und Ende des Jahres 1954 in Kietz umbenannt. Seit dem 3. Oktober 1991 heißt der Ort als Ergebnis einer Bürgerbefragung wieder Küstrin-Kietz.

Am 30. Mai 1992 wurde mit der Verlängerung der Bahnlinie Berlin-Lichtenberg - Küstrin-Kietz nach Küstrin/Kostrzyn nad Odra ein Eisenbahngrenzübergang für den Personenverkehr eröffnet. Bis dahin diente die Bahnverbindung über die Oder lediglich dem Güterverkehr.

Der Straßengrenzübergang im Zuge der Bundesstraße 1 wurde am 21. November 1992 freigegeben.

Manschnow

1336 erstmals erwähnt, rd. 1.250 Einwohner.

Wappen der Ortsteile

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museum zur Geschichte Küstrins im Kulturhaus Küstrin-Kietz

Bauwerke

  • Herrenhaus der ehemaligen Johanniterkommende in Gorgast von 1840
  • neugotische Kirche in Gorgast von 1888
  • Fort Gorgast, erbaut 1883 - 89, gilt als besterhaltenes Außenfort der Festung Küstrin, zu der es ehemals gehörte
  • Gebäude der ehemaligen Artilleriekaserne auf der bis zum Ende des zweiten Weltkrieges zu Küstrin-Altstadt gehörenden Oderinsel im Ortsteil Küstrin-Kietz, letzte Zeugnisse der Küstriner Garnison auf deutschem Boden, seit dem Abzug der russischen Streitkräfte im Jahre 1991 ungenutzt
  • Kulturhaus in Küstrin-Kietz, multifunktionales Kultur- und Veranstaltungszentrum
  • Mühle an der Alten Oder in Manschnow

Parks

Naturdenkmäler

  • Naturschutzgebiet auf der Oderinsel in Küstrin-Kietz

Wirtschaft, Tourismus und Infrastruktur

Verkehr

  • Durch das Gemeindegebiet verläuft in west-östlicher Richtung die Bundesstraße 1 mit Grenzübergang nach Polen in Küstrin-Kietz. Im Ortsteil Manschnow zweigt die B 112 Richtung Frankfurt (Oder) von der B 1 ab.
  • Mit der Eisenbahn ist die Gemeinde über die grenzüberschreitende Regionalbahn-Strecke Berlin-Lichtenberg - Küstrin/Kostrzyn nad Odra (Ostbahn) zu erreichen. Im Gemeindegebiet befinden sich der Grenzbahnhof Küstrin-Kietz, die Station Gorgast sowie der zur Zeit nicht genutzte Haltepunkt Küstrin-Altstadt auf der Oderinsel. Die Bahnstrecke Küstrin-Kietz - Frankfurt (Oder) wurde 1996 stillgelegt.
  • Die Städtische Straßenbahn Küstrin fuhr bis 1937 auch auf das linke Oderufer, zeitweise bis über den Odervorflutkanal.
  • Für die Fahrgastschifffahrt auf der Oder existiert in Küstrin-Kietz eine Anlegestelle.

Literatur

Weblinks

Quelle:
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