Kamjanez-Podilskyj (ukrainisch Кам'янець-Подільський/Kam'janez-Podilskyj; rumänisch Cameniţa; polnisch Kamieniec Podolski; jiddisch: Kumenetz-Podolsk) ist eine Stadt in der Oblast Chmelnyzkyj der Ukraine mit 93.300 Einwohnern (2004).
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Kamjanez-Podilskyj liegt ca. 20 km nordöstlich von Chotyn in einer landschaftlich reizvollen und strategisch außergewöhnlichen Lage. Der Fluss Smotrych mäandert hier ca. 60 m tief eingeschnitten in den Kalkstein der podolischen Platte. Einer dieser Mäander umschließt einen ca. 700 × 500 m großen Umlaufberg, auf dem mit Unterstützung von Befestigungsmauern die Altstadt errichtet wurde. Der Zugang zu dieser strategisch so günstig liegenden Stadt wurde zusätzlich durch den Bau einer Festung gesichert. Heute verbindet eine moderne Brücke die Altstadt mit der im Osten nahezu im Schachbrettmuster errichteten Neustadt.
Kamjanez-Podilskyj ist eine der ältesten Städte der Ukraine. Das genaue Alter der Stadt lässt sich nicht angeben. In Chroniken wird der Ort aber schon im Jahr 1106 als Stadt erwähnt. Vom 14. bis 18. Jahrhundert erlebte Kamjanez Aufschwung- und Blütezeit. Von 1373 bis 1430 stand sie unter litauischer Herrschaft, danach war sie mit einer kurzen Unterbrechung von 1672 bis 1699 (türkisch-tatarisch) bis 1792 zu Polen gehörig. Seit dem 14. Jahrhundert war Kamjanez eine der bedeutendsten polnischen Festungen in der Ukraine. 1772 kam Kamjanez unter russischen Einfluss. 1918 wurde hier die erste ukrainische Universität gegründet und 1919 war die Stadt Interimssitz der Ukrainischen Nationalregierung. 1922 wurde die Ukraine eine Teilrepublik der Sowjetunion. Infolge des deutschen Angriffes auf die Sowjetunion 1941 litt auch Kamjanez unter den Kriegshandlungen, unter den Unterdrückungen und dem Holocaust. Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau. Heute ist die Stadt Teil der unabhängigen Ukraine.
Die Einwohnerschaft von Kamjanez wurde im wesentlichen von drei Bevölkerungsgruppen bestimmt: Polen, Ukrainern und Armeniern. Jede Bevölkerungsgruppe hatte bestimmte Wohnquartiere und hinterließ Spuren in der gesamten Stadtarchitektur. In der Blütezeit der Stadt soll es über 30 Kirchen und Klöster gegeben haben.
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