| Islas Canarias Kanarische Inseln |
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| Basisdaten | |||
| Land: | |||
| Verwaltungssitz: | Santa Cruz de Tenerife | ||
| Fläche: | 7.492,36 km² | ||
| Einwohner: | 2.020.947 (2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 269,73 Einw./km² | ||
| Ausdehnung: | Nord-Süd: ca. 340 km West-Ost: ca. 212 km |
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| ISO 3166-2: | ES-CN | ||
| Homepage: | www.gobcan.es | ||
| Politik und Verwaltung | |||
| Amtssprachen: | Spanisch | ||
| Autonomie seit: | 16. August 1982 | ||
| Präsident: | Paulino Rivero Baute (CC) | ||
| Vertretung in den Cortes Generales: |
Kongress: 14 Sitze Senat: 2 Sitze |
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| Gliederung: | 2 Provinzen | ||
| Karte | |||
Die Kanarischen Inseln (span.: Islas Canarias) sind eine geographisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik – etwa 100 bis 500 Kilometer westlich des südlichen Marokko gelegen. Sie bilden eine der siebzehn Autonomen Gemeinschaften Spaniens.
Inhaltsverzeichnis |
Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik in einer geographischen Region, die als Makaronesien bezeichnet wird. Dazu zählen auch die Kapverden, die Azoren, das Madeira-Archipel und die Ilhas Selvagens. Zwischen rund 27° 38' und 29° 30' nördlicher Breite und 13° 22' und 18° 11' westlicher Länge befinden sich die Kanaren zwischen 1.028 und 1.483 Kilometer vom Mutterland Spanien (Kap Trafalgar) entfernt, auf gleicher Höhe mit beispielsweise der Sahara, Kuwait und Florida. Es gilt die Koordinierte Weltzeit UTC, mit Ausnahme der Sommerzeit, die UTC plus einer Stunde entspricht.
Die Kanaren bestehen aus sieben Hauptinseln:
Die sechs Nebeninseln sind:
Einige kleinere unbewohnte Felsinseln sind Anaga, Salmor und Garachico. Der höchste Berg der Kanarischen Inseln ist der 3.718 Meter hohe Pico del Teide. Er liegt auf der Insel Teneriffa und ist gleichzeitig Spaniens höchste Erhebung.
Geologisch sind die Inseln mit einem Alter von etwa 20,6 Millionen Jahren noch jung. Die östlichen Inseln Lanzarote, Fuerteventura und Lobos sind die ältesten. Auch La Gomera entstand schon vor etwa 12 Millionen Jahren. El Hierro und La Palma sind mit etwa 2 bis 3 Millionen Jahren die jüngsten Inseln des Archipels. Lanzarote und Fuerteventura haben als Ausnahme nahezu die gleiche geologische Geschichte durchlaufen. Jede andere Insel weist eine individuelle Entstehungsgeschichte auf.
Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Vor etwa 36 Millionen Jahren begann mit ersten unterseeischen Ausbrüchen die Anhäufung eruptiven Materials. Grund ist hier die Kontinentaldrift der beiden tektonischen Platten des Atlantiks und Afrikas in östlicher Richtung. Letztere bewegt sich mit 1,9 cm pro Jahr langsamer als die des Atlantiks. Beide tektonischen Platten schwimmen auf heißem Magma, der so genannte Hotspot-Vulkanismus, und reiben dabei aneinander. So ist die Erdkruste westlich des nordafrikanischen Kontinents relativ dünn und der Meeresgrund brüchig und instabil. Durch enormen Druck können Stauchungen und damit Risse in der Erdkruste entstehen. Hier kann Magma an die Oberfläche treten und sich anhäufen. Stauchungen der beiden Platten führen zur Anhebung von unterseeischen Gebirgen, deren Spitzen als Inseln an die Meeresoberfläche treten. Die Entstehung der Kanaren scheint also mit der Öffnung des Atlantiks in Verbindung zu stehen. Es wird angenommen, dass nur etwa 5 Prozent des kanarischen Gebirges aus dem Wasser ragen. Die vulkanischen Aktivitäten halten mit großen Ausbrüchen im 18. Jahrhundert auf Lanzarote und dem letzten Ausbruch auf La Palma 1971 bis in die heutige Zeit an.
Allgemein geht man von einer dreiphasigen Entstehungsgeschichte aus, welche mit Hilfe der Kalium-Argon-Datierung der Laven der Kanaren eindeutig belegt ist:
Die Inselgruppe der Kanaren befindet sich im Atlantischen Ozean am Ostrand des Kanarischen Beckens, welches bis in 6.501 Meter Tiefe abfällt. Dieses Becken besteht aus dessen kleinerem Nordbecken und dem größeren Südbecken. Die Grenzen des gesamten Beckens bilden im Norden die Azorenschwelle, im Süden die Kapverdenschwelle und im Westen der Nordatlantische Rücken. Quer durch dieses Becken verläuft in Ost-West-Richtung die Kanarenschwelle, an deren Ostende sich die Kanaren erheben.
Das mediterran-subtropische Klima der Kanaren ist aufgrund seiner Nähe zum nördlichen Wendekreis zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über angenehm, was dem Archipel den Beinamen Inseln des ewigen Frühlings eingebracht hat. Der gleichbleibend kühle Kanarenstrom, ein Teil des Golfstroms, gleicht die Temperaturen aus, und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara meist fern. Eine Ausnahme bildet die mit Calima bezeichnete Wetterlage, die bei Ostwind trockene, warme Luft mit feinem Saharastaub auf die Inseln bringt. Grundsätzlich kann man zwischen einer Trockenzeit im Sommer und einer regenreicheren Zeit im Winter trennen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittstemperaturen im Sommer kaum höher als 25 °C, im Winter um 17 °C.
Hinzu kommt eine wesentliche Abhängigkeit des Klimas von der Topografie der Inseln. Der Nordostpassat hat dabei wesentlichen Einfluss auf die hohen westlichen Inseln, deren Nordosten durch starke Wolkenbildung an den Gebirgen deutlich feuchter und kühler ist als deren Süden. Da auf diesen Inseln die Höhenunterschiede im Vergleich zur Fläche sehr groß sind, gibt es deutlich zu differenzierende vertikale Klimazonen. Diese reichen von den trocken-heißen Küstenregionen über die feucht-kühle und deshalb oft bewaldete Zone, bis hin zu kühl-trockenen Zonen mit teilweisem Hochgebirgsklima. Wenig Einfluss hat der Passat auf die flachen östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura, auf denen durchweg ein arides Klima herrscht. Außerdem existieren auf allen Inseln in Bereichen tiefer Schluchten und hoher Felswände Mikroklimata mit großer Pflanzenvielfalt.
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Höchsttemperatur (°C) | 21 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 27 | 29 | 28 | 26 | 24 | 22 |
| Durchschnittliche Tiefsttemperatur (°C) | 15 | 15 | 15 | 16 | 17 | 18 | 20 | 21 | 20 | 19 | 18 | 16 |
| Durchschnittliche Niederschlagsmenge (mm) | 18 | 24 | 14 | 7 | 2 | 0 | 0 | 0 | 10 | 13 | 18 | 27 |
| Durchschnittliche Anzahl an Regentagen | 6 | 4 | 3 | 2 | 2 | 1 | 0 | 0 | 2 | 5 | 6 | 7 |
| Durchschnittliche Wassertemperatur (°C) | 19 | 18 | 18 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 23 | 21 | 20 |
Auf den Kanaren konnte, aufgrund der abgeschiedenen Lage, eine autochthone (ortsbezogene) Flora entstehen. Diese als mediterran anzusehende Pflanzenwelt konnte auf den Kanaren überleben und spiegelt eine erdgeschichtlich vergangene Epoche wieder. Denn viele verwandte Arten existierten bereits im Mittelmeerraum, bevor sie im Tertiär durch Eiszeiten ausgestorben sind. In diesem Zusammenhang sind besonders die weltweit größten zusammenhängenden Lorbeerwälder (Laurisilva) auf den Inseln La Palma (Los Tilos) und La Gomera zu nennen. Ganz allgemein betrachtet bestehen heute zur nordafrikanischen und mediterranen Flora enge verwandtschaftliche Beziehungen. Auf dem Archipel ist die Pflanzenwelt stark von der Höhenlage, der Regenmenge und der Bodenbeschaffenheit abhängig. Sie ist daher von Insel zu Insel äußerst unterschiedlich. Die vulkanischen Böden sind sehr fruchtbar und bringen eine große Pflanzenvielfalt von insgesamt rund 2.200 verschiedenen höheren Arten hervor. Viele wurden im Laufe der Zeit durch den Menschen eingeführt, die sogenannten Adventivpflanzen. Die ursprünglich auf den Kanaren beheimateten Arten werden auf eine Anzahl von etwa 1270 geschätzt. Etwa 530 von diesen sind endemisch, einige sogar inselendemisch, das heißt, dass sie nur auf einer der Inseln vorkommen.
In höheren Lagen und in den nördlichen Regionen der höheren Inseln ist die Jahresregenmenge groß, da sich hier die Wolken des Nordostpassats abregnen können. Einige Pflanzen filtern sich die Feuchtigkeit aus den tief hängenden Wolken. Hier ist die Artenvielfalt der Kanaren am größten, die Landschaft grün und nicht selten dicht bewaldet.
In den südlicheren Regionen, sowie auf den flacheren Inseln Fuerteventura und Lanzarote, herrscht ein heißes, trockenes Klima. Einige Pflanzen haben sich beispielsweise durch viele kleine Blätter gegen Feuchtigkeitsverlust daran angepasst. Andere Arten, wie die Sukkulenten, haben einen dickflüssigen Saft, die Wolfsmilch, entwickelt, und können Feuchtigkeit speichern. Andere Arten verholzen.
Natürlich setzt sich die Artenbildung bis heute fort. Das wird einmal durch die adaptive Radiation beschrieben, die besagt, dass manchmal auf natürliche Weise veränderte Pflanzen in einer Population auftreten, sogenannte genetische Mutationen, die sich an andere Bedingungen anpassen können, und sich dabei andere Lebensräume erschließen können als es ihre Ahnen tun. Mit Vikarianz wird ein weiterer Schritt beschrieben. Der besagt, dass eine bestehende Population durch Erdrutsche oder Vulkanausbrüche, die auf den Kanaren nicht selten sind, getrennt wird. Eine Trennung kann auch durch die Verteilung von Samen durch Wind oder Vögel auf andere Inseln geschehen. Obwohl diese räumlich getrennten Populationen den gleichen klimatischen und geologischen Bedingen ausgesetzt sein können, werden sich wahrscheinlich eigenständige Arten entwickeln, da kein Genaustausch mehr zwischen ihnen stattfindet.
Die Tierwelt wird auf den Kanaren hauptsächlich von Reptilien und Vögeln bestimmt.
Bei den Reptilien trifft man am häufigsten auf die Kleine Kanareneidechse (Gallotia caesaris) mit einer Länge bis zu 35 cm. Eine Besonderheit auf El Hierro ist die unter Naturschutz stehende Population der größten Echsenart des Archipels, der Gallotia simonyi machadori (spanisch: Lagarto gigante) mit einer Länge von bis zu 75 cm. Sie ist eine Unterart der größten urzeitlichen Eidechsenart Gallotia simonyi simonyi des Archipels, welche ausgestorben ist. Des Weiteren lebt auf der Inselgruppe der Kanaren-Skink und der Kanaren-Gecko. Schlangen hingegen existieren auf den Inseln nicht. Das größte Reptil der Kanaren ist die in Küstennähe lebende Meeresschildkröte (Caretta). Überhaupt ist die Meeresfauna artenreich. Erwähnenswert sind unter anderem einige Rochenarten, Engelshaie, Schwertfische, große Thunfische, Brassen, Papageifische, Zacken- und Ziegenbarsche, Flügelbutts und Pollacks. Zudem konnten bisher 28 Wal- und Delfinarten im Archipel nachgewiesen werden.
Die größte Vielfalt präsentieren jedoch die Vögel, von denen es viele endemische Arten gibt. Dazu zählen der Kanarische Buntspecht und die Kanarische Waldohreule, sowie endemische Arten des Rotkehlchens und des Blaufinken. Zur weiteren Vogelwelt des Archipels zählen unter anderem Amseln, Zaunkönige, Stieglitze, Finken, Meisen, Kolkraben, diverse Krähenarten, Falken, Schleiereulen, Wachteln, Rebhühner, Sturmtaucher und natürlich unzählige Möwen. Als Symbol der Kanarischen Vogelwelt gilt der Kanarienvogel (Serinus canarius). Der vom Aussterben bedrohte Fischadler ist manchmal an steilen Küsten auszumachen. Außerdem werden die Inseln von vielen Zugvögeln aufgesucht.
Mit mehreren tausend Arten ist die Insektenwelt vertreten. Dazu gehören zahlreiche Schmetterlinge mit endemischen Unterarten. Häufig anzutreffen sind Libellen. Auch Heuschrecken sind häufig. Lästig werden konnten aus Afrika kommende gefräßige Heuschreckenschwärme bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Heute werden diese schon draußen auf dem Meer mit Insektiziden so traktiert, dass es diese Bedrohung praktisch nicht mehr gibt.
Insgesamt gibt es auf dem Archipel 142 Naturschutzgebiete, die sich auf 301.304 Hektar ausdehnen. Darunter sind 11 Naturparks mit einer Gesamtfläche von 111.022 Hektar, sowie 131 verschiedene Naturreservate, Naturdenkmäler, Landschaftsschutzgebiete, Orte von wissenschaftlichem Interesse und Ländliche Parks. Ebenfalls dazugehörig, haben die Kanaren in ihrer autonomen Gemeinschaft die meisten Nationalparks in Spanien, vier von insgesamt 13, mit einer Gesamtfläche von 32.681 Hektar[1]:
Die wichtigsten Städte auf den Kanarischen Inseln sind (mit Angabe der Einwohnerzahl vom 1. Januar 2005)[2]:
Die Bevölkerung der Kanarischen Inseln ist im vergangenen Jahrhundert stetig angestiegen. Der Trend verstärkt sich weiter, so dass laut INE im Mai 2006 die 2-Millionen-Einwohner-Marke überschritten worden ist. Das resultiert hauptsächlich durch Einwanderungen, angeführt von Deutschen (35.574 offiziell gemeldet) und Briten (33.705 offiziell gemeldet)[3](Stand 2007). Einen Großteil machen ältere Menschen aus, die ihren Wohnsitz im Ruhestand auf die Inseln verlagern. Verlässliche Angaben über die Anzahl dieser Personengruppe gibt es laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht.
| Gebiet | 2002 | 2003 | 2004 |
|---|---|---|---|
| Andere aut. Regionen | 24.052 | 25.195 | 25.629 |
| Venezuela | 3.459 | 5.672 | 4.361 |
| Vereinigtes Königreich | 2.362 | 2.977 | 4.110 |
| Deutschland | 2.402 | 2.941 | 3.007 |
| Argentinien | 3.804 | 2.297 | 2.031 |
| Marokko | 1.620 | 1.448 | 1.977 |
| Uruguay | 1.143 | 1.690 | 1.803 |
| Italien | 1.108 | 1.294 | 1.471 |
| Kuba | 1.273 | 1.206 | 1.347 |
| Kolumbien | 3.288 | 838 | 1.143 |
| China | 595 | 556 | 845 |
| Andere Länder | 7.267 | 8.129 | 13.611 |
| Summe | 28.321 | 29.048 | 35.706 |
Quelle: Kanarisches Institut für Statistik ISTAC[4]
Bis ins 15. Jahrhundert war der Archipel von den Guanchen bewohnt. Durch die spanische Eroberung wurde zwar deren Kultur nahezu vernichtet, jedoch vermischten sich viele dieser Ureinwohner mit den neuen Siedlern, einige bekamen sogar Ländereien zurück. Deshalb hat noch heute eine nicht gerade geringe, aber dennoch nicht zu beziffernde Anzahl der Einheimischen guanchische Vorfahren. Den größten Teil der heutigen Bevölkerung bilden Spanier. Der Ausländeranteil auf den Kanaren liegt bei 12,3 Prozent (Stand: 2007)[5], wobei zehn Gemeinden bereits bei über 30 Prozent liegen.
| Gebiet | Bevölkerung |
|---|---|
| Spanien | 1.746.020 |
| Ausland gesamt | 222.260 |
| EU außer Spanien | 93.422 |
| restliches Europa | 9.087 |
| Afrika | 26.732 |
| Amerika | 80.201 |
| Andere Länder | 12.818 |
Quelle: Kanarisches Institut für Statistik ISTAC (Stand: 1. Januar 2005)[6]
Über 90 Prozent der Kanarischen Bevölkerung sind römisch-katholisch.
Am 26. November 2005 ernannte Papst Benedikt XVI. Francisco Cases Andreu zum neuen Bischof der Diözese der Kanarischen Inseln. Er wurde der Nachfolger des am selben Tag aus Altersgründen zurückgetretenen Bischofs Ramón Echarren Ystúriz. - Siehe auch: Liste der Bischöfe der Kanarischen Inseln
Sitz des Bischofs ist der Bischofspalast (Palacio Episcopal) am Plaza de Santa Ana, gegenüber der fünfschiffigen Kathedrale Santa Ana im historischen Stadtteil Vegueta in Las Palmas de Gran Canaria. Den Grundstein der Kathedrale legte man bereits im Jahre 1497. 1570 wurde sie erstmals bezogen. Da sich der Bau der Kathedrale über Jahrhunderte hinzog, sind hier erst gotische Stile nach Plänen von Diego Alonso de Montaude, später barocke und zuletzt neoklassizistische Stile eingeflossen. In einem Seitenschiff der Kathedrale befindet sich ein Diözesanmuseum (Museo Diocesano de Arte Sacro), welches unter anderem ein Porträt des Bischofs Codina Augerolas aus dem 19. Jahrhundert beherbergt.
Die offizielle Landessprache auf den Kanarischen Inseln ist heute Spanisch.
Vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert wurde von den Guanchen das Guanche gesprochen. Es existierte auch eine Schrift. Durch die Ausrottung deren Kultur sind nur noch wenige Sprachstücke überliefert, aber manchmal noch gebräuchlich.
Die Meerenge von Gibraltar bildete in der Antike die Grenze der gut bekannten Welt, die auch wegen ihrer starken Strömungen gefürchtet wurde. Trotzdem gab es bereits in der griechischen Mythologie Berichte z. B. über Herakles, der weiter hinausfuhr, um seine Aufträge zu erfüllen. Er beschaffte für die Göttin Athene die Unsterblichkeit bringenden Äpfel der Hesperiden durch den Riesen Atlas, dem Herakles so lange das Himmelsgewölbe abnahm. Ebenso wurde im Atlantik das Heim der Gorgo Medusa verortet, der Perseus das Haupt abschlug, wobei er sich mit einer Tarnkappe gegen ihren versteinernden Blick wappnete.
Erste historisch glaubhafte Berichte über Fahrten durch die Straße von Gibraltar ins Äußere Meer, gemeint ist der Atlantik, stammen von den karthagischen Seefahrern Hanno und Himilkon, von der Küstenbeschreibung (Periplus) des Pseudo-Skylax sowie bei Herodot über den Griechen Pytheas. Herodot berichtet in seinen Historien allerdings, dass die Phönizier schon um etwa 600 v. Chr. im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho II. von Ost nach West um Afrika segelten.
Die Römer erwähnten die Kanarischen Inseln erstmals ausdrücklich durch Pomponius Mela und Plinius Major; sie nannten sie Inseln der Glückseligen (Fortunatae insulae). Plinius Major bezieht sich dabei auf Beschreibungen des mauretanischen Königs Juba II., der von einer der Inseln große Hunde (lateinisch: Canis) bezog, so dass man hier den Ursprung des Namens Canaria vermutet.
Plinius Major unterscheidet klar die vergleichsweise gut bekannten Fortunatae insulae von den Gorgonen-Inseln (Gorgaden, d. h. Kapverden, gegenüber dem als Hesperu Ceras bezeichneten Cap Vert in Senegal) und von den Hesperiden. Die Hesperiden liegen gegenüber dem Vulkan "Theon Ochema" (Götterwagen), den Hanno besucht hatte. Der Vulkan wird meist mit dem Kamerunberg identifiziert und liegt fast genau südlich von Karthago. Nördlich der Kanaren liegen nach Plinius Major die Inseln Atlantis (Madeira) und die Purpur-Inseln - wahrscheinlich die ganze Madeira-Gruppe. Nach dem Geographen Sebosius Statius soll die Reise zu den Hesperiden 40 Schiffstage gedauert haben und die Insel Junonia (Lanzarote) 750 Meilen von Cádiz entfernt gewesen sein.
Die Lage und die Namen der einzelnen Kanarischen Inseln lassen sich - soweit bei Plinius Maior noch doppeldeutig - aus dem vollständig erhaltenen Werk von Claudius Ptolemäus eindeutig ableiten, trotz zum Teil starker Verzerrungen und nachweisbaren Fehlern.
Die ursprüngliche Bevölkerung (Guanchen) dürfte sprachlich zum Berberischen als Teilfamilie der Afroasiatischen Makro-Sprachfamilie gehört haben, auch heute noch vermischt mit den späteren spanischsprachigen Einwohnern auf den Inseln. Vom Guanche selbst sind allerdings nur noch einige wenige Worte überliefert.
Anzunehmen ist, dass spätestens seit der ab 5. Jahrhundert v. Chr. erfolgenden Besiedlung der westmarokkanischen Küste durch phönizische (punische) Seefahrer, diese auch auf die Kanarischen Inseln aufmerksam wurden. Archäologische Funde bestätigen die Anwesenheit von Puniern und Römern auf den Kanaren.
Kurz nach der römischen Zerstörung Karthagos im Jahre 146 v. Chr. befuhr im Auftrage des Siegers Scipio Aemilianus Polybius die westafrikanische Küste, wahrscheinlich bis auf Höhe etwa das den Kanarischen Inseln auf dem Festland gegenüber liegende Kap Juby. Er stellte dort keine große Handelstätigkeit der Karthager mehr fest. Auch aufgrund des alternativen Transsahara-Handels über Land geriet so im Westen ein Großteil der westafrikanischen Küste, und der vorgelagerten Inseln südlich der Grenze der Provinz Mauretania Tingitana knapp südlich von Essaouira, in Vergessenheit. So blieb die steinzeitliche Kultur der Guanchen bis zur spanischen Eroberung Anfang des 15. Jahrhunderts erhalten.
Archäologische Funde legen nahe, dass auf dem Archipel höchstens seit dreitausend Jahren Menschen leben. Der genaue Zeitpunkt und das Warum und Wie der Besiedlung liegt allerdings immer noch weitgehend im Dunkeln. Die zurzeit beste Quelle in deutscher Sprache zur Vorgeschichte der Kanarischen Inseln ist die Zeitschrift Almogaren des Institutum Canarium in Wien. Eine immer noch aktuelle Zusammenfassung der zahlreichen Vermutungen um die Besiedlung der Inseln ist zu finden in: Hans Biedermann. Die Spur der Altkanarier. Burgfried-Verlag, Hallein, 1983.
Der Ursprung der kanarischen Urbevölkerung ist zwar schon vor vielen Jahren auf Nordafrika und die Sahara eingeschränkt worden, vollkommen geklärt ist er trotzdem nicht, denn das in Betracht stehende Gebiet umfasst beinahe den halben Kontinent mit zahlreichen verschiedenen Ethnien. Ein erster Versuch der Eingrenzung startete die ältere Anthropologie. Eine für diesen Versuch bekannte Anthropologin war Prof. Ilse Schwidetzky, die in den 1950er Jahren auf den Inseln sehr umfangreiche Knochenmessungen an Skelettresten der Ureinwohner durchführte. Anhand von Vergleichen mit anderen Knochenfunden versuchten Anthropologen den zu vermutenden nordafrikanischen Ursprung der Urbevölkerung festzustellen, was aber nur bis zu einem ungenauen Punkt möglich war[7].
Vor wenigen Jahren konnte mit Hilfe der modernen Gentechnik festgestellt werden, dass noch etwa 40 Prozent der heutigen einheimischen Bevölkerung, meist über die weibliche Line, mit der Urbevölkerung verwandt ist. Ob aber eventuell afrikanische Ethnien der nächste Ursprung der Guanchen sind, lässt sich noch nicht nachweisen. Es stünden jetzt Vergleiche mit der genetischen Ausstattung nordafrikanischer Bevölkerungen an. Am Besten wären Vergleiche mit zeitgleichen historischen Genmaterial aus archäologischen Funden, die aber nicht zu Verfügung stehen.
Auf keiner der Kanarischen Inseln sind irgendwelche Erzvorkommen bekannt. Die Ureinwohner der Inseln waren demnach dazu verurteilt, in einer "Zwangs-Steinzeit" zu leben. Doch trotz ihrer steinzeitlichen Kultur besaßen die Guanchen auf jeder Insel eine Schrift. Eine erste Veröffentlichung über sie aber kam erst 1870 von El Hierro[8]. Umfangreiche Forschung nach dem Ursprung dieser Schrift führte bis heute zu keinem eindeutigen Ergebnis, außer dass es sich um die Tifinagh-Schrift handelt, die heute nur noch von den Tuareg benutzt wird, in früheren Zeiten aber über ganz Nordafrika und in der Sahara verbreitet war[9].
Um 1312 besuchte der Genuese Lancelotto Malocello die Insel Lanzarote und blieb dort bis etwa 1330. Er erreichte, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel auf der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wurde. Seither trägt Lanzarote seinen Namen. Über diese zwei Jahrzehnte des Lancelotto Malocello auf Lanzarote ist wenig bekannt, wahrscheinlich betrieb er nur einen befestigten Handelsposten. Es besteht sogar die Annahme, dass ein Lanzarotto Maroxello schon um 1230 die Inseln erreicht hatte[10]. Weitere mögliche Besucher der Inseln können die Schiffe der Brüder Vivaldi aus Genua gewesen sein (1290), über deren Schicksal aber nichts bekannt ist, sie verschwanden. Eine portugiesische Expedition im Jahre 1341, über deren Verlauf man gut informiert ist, denn der Bericht des Steuermanns Niccoloso da Recco ist erhalten, ist das erste korrekte historische Dokument über einen europäischen Besuch auf den Inseln. Weiterhin besteht der unklar belegbare Verdacht geheimer Sklavenjagten durch mallorkinische Sklavenhändler[11]. Die Gesellschaftsstrukturen müssen bei diesen mehr oder weniger sporadischen Besuchen zumindest intakt geblieben sein, was sich später unter Jean de Béthencourt änderte[12]. Zuvor jedoch fand eine faszinierende Episode der Kirchengeschichte statt: es gibt eine Päpstliche Bulle von Papst Clemens VI. vom 7. November 1351, welche zur Gründung des ersten Episkopates in Telde auf Gran Canaria führte, um friedlich Einheimische zum Christentum zu bekehren. Doch 1393 wurden die Inseln von einer sevillanischen Flotte überfallen, welche mit vielen Inselprodukten - und besonders Sklaven - in Spanien Gelüste nach dem Besitz des Archipels weckte. Auf Gran Canaria wurde dabei der Versuch der friedlichen Mission der Kirche auf der Insel erfolgreich sabotiert. Die Ureinwohner von Gran Canaria konnten sich den Unterschied zwischen den christlichen Missionaren auf ihrer Insel und den christlichen Sklavenjägern vor ihren Küsten nicht mehr erklären. Um 1392/93 scheinen alle Patres und die mit eingewanderten Siedler von Mallorca in einem Anfall kollektiven Zorns erschlagen worden zu sein. Das Experiment der friedlichen Heidenmission war gescheitert[13]. In der Chronik der späteren Eroberung, Le Canarien, zitiert ihr Autor Gadifer de la Salle aus dem (nicht erhaltenen) Abschiedsbrief der Missionare, der ihm bei einem Besuch auf Gran Canaria zugesteckt worden war[14].
Die endgültige Eroberung des Archipels, die damals südlichste Christianisierung, begann 1402 unter der Lehensherrschaft der kastilischen Könige durch den Normannen Jean de Béthencourt auf den Inseln Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro. Gran Canaria konnte nur besucht werden, La Gomera wurde zwar auch betreten, konnte aber nicht unterworfen werden. Der Adelige, aber inzwischen verarmte Gadifer de la Salle, wurde Béthencourts Teilhaber und militärischer Experte. Über die gesamte Eroberung gibt es eine Art Kriegstagebuch, die Chronik Le Canarien, verfasst von Gadifer de la Salle persönlich, denn er war als Soldat und Literat bekannt. Der später von Jean de Béthencourt betrogene La Salle hatte mit dieser Schrift in Frankreich für seine Rechte an den Inseln werben wollen. Sie wurde allerdings um 1630 aus Prestigegründen von der Familie Béthencourt gefälscht veröffentlicht, das Original der Schrift tauchte erst 1888 im British Museum auf.
Nach dem Tode des erbenlosen Béthencourts um 1425 zerfiel der Besitz aller Inseln in viele Stücke. Die Siedler der Eroberer und die überlebenden Ureinwohner von Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro vermischten sich und bildeten eine erste kleine Kolonialgesellschaft. Auch die Kirche nahm ihre Missionstätigkeit wieder auf. 1441 war der andalusische Laienbruder des Franziskanerordens Didakus, spanisch San Diego de Alcalá, auf die Inseln gereist und gründete als Missionar das Kloster Fortaventure auf Fuerteventura. Etwa um 1448 errangen die Familien de las Casas - Peraza aus Sevilla wieder alle Rechte über die Inseln. Daraufhin begann eine Zeit der Ausbeutung und Sklavenjagd auch auf den noch nicht eroberten Inseln und dem nahen Afrika. Gegen diese rücksichtslosen Feudalherren fand 1477 auf Lanzarote ein Aufstand statt, was letztendlich zur Auflösung der ersten kleinen Kolonialgesellschaften führte. Die Menschen von Lanzarote und Fuerteventura flohen nach Gran Canaria, das gerade erobert wurde, oder sogar bis nach Sevilla. Die Inseln wurden durch berberische Sklaven neu bevölkert, die die Feudalherren an der afrikanischen Küste jagten.
Hernán Peraza erbte 1478 als despotischer Herrscher La Gomera, dass eher friedlich durchdrungen worden war. Peraza wurde 1488 von Einheimischen wegen seiner penetranten Versuche, sie als Sklaven zu verkaufen, ermordet, was eine innenpolitische Krise im Spanischen Königreich (und vermutlich die erste Diskussion über die Menschenrechte) auslöste[15]. Bei dem Aufstand von 1477 nutzten die Katholischen Könige Ferdinand II. von Aragonien und Isabella I. von Kastilien des damals zusammenwachsenden Spaniens die Gelegenheit, die Rechte auch auf den noch zu erobernden Inseln La Palma, Gran Canaria und Teneriffa den bisherigen Feudalherren gegen eine Entschädigung abzunehmen. Es war eine dringende Maßnahme, denn Portugal, unter der Leitung von Heinrich dem Seefahrer, machte starke militärische und diplomatische Anstrengungen, die Inseln unter seine Herrschaft zu bringen. Die Feudalherrn waren zu schwach, sich gegen diese kombinierte Umarmungsstrategie zur Wehr zu setzen. Die übrigen atlantischen Archipele Azoren, Kapverden und Madeira, die ebenso wie die Kanaren westlich von Afrika liegen, waren de facto längst entdeckt und für den portugiesischen Thron in Besitz genommen worden. Isabella I. erlangte 1479 mit dem Vertrag von Alcaçovas die komplette Zugehörigkeit aller Kanarischen Inseln zu Kastilien, aber es war ihren Schiffen vertraglich untersagt, weiter nach Süden auf dem Atlantik vorzudringen. Dies hing damit zusammen, dass Portugal in der Navigation und Entdeckerrolle allgemein, als auch in der Eroberung der Gebiete in Afrika und Asien, die absolute Vormachtstellung innehatte, denn Portugal strebte seit geraumer Zeit die Entdeckung des Seeweges nach Indien an, was unter Führung Vasco da Gamas 1498 schließlich gelang. In letztgenanntem Vertrag handelten Alfons V. und Isabella I. die Einflusssphären im Atlantik aus. Isabella erkannte die portugiesische Hegemonie an, dafür überließ Portugal Spanien endgültig die Kanaren (zur weiteren Aufteilung portugiesischer und spanischer Interessengebiete siehe Vertrag von Tordesillas, 1494).
Darauf begann die spanische Politik auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten, hauptsächlich dem Zuckerrohranbau, der noch freien Kanarischen Inseln (Gran Canaria, Teneriffa, La Palma) aufmerksam zu werden. Schon 1478, vor Abschluss des Vertrages von Alcaçovas 1479, begann Feldhauptmann Juan Rejón im Auftrag der beiden Katholischen Könige mit der Eroberung Gran Canarias, die allerdings erst 1483 von Pedro de Vera abgeschlossen werden konte. Alonso Fernández de Lugo, der schon auf Gran Canaria mitgekämpft hatte, unterwarf La Palma bis 1493 und beendete die Conquista 1496 schließlich mit der dritten größeren Schlacht auf Teneriffa, der Schlacht von La Victoria de Acentejo. Das bedeutete die endgültige Unterwerfung Teneriffas und damit der letzten aller Kanarischen Inseln. Seit diesen Eroberungszügen gehören die Inseln endgültig zu Spanien und stellten eine Art "Miniaturmodell" für die spätere Eroberung Amerikas dar.
Die Kultur der Ureinwohner, heute allgemein Guanchen genannt, wurde im 15. Jahrhundert teils unterdrückt, teils löste sie sich überraschend schnell auf, denn die meisten Überlebenden, beispielsweise auf Teneriffa, ein überaus neugieriges und intelligentes Volk, nahmen die herrlichen Neuerungen der für sie modernen Zivilisation nach dem Friedensschluss bewundernd an. Nur wenige "Unbeugsame" leisteten noch Jahrzehnte Widerstand in den abgelegenen Tälern der weitgehend leeren Insel, so dass heute nur noch wenig von der alten Kultur und Sprache überliefert ist, was auch auf die enormen Verluste im Verlauf der Jahrhunderte durch Brände, Plünderungen und "Entsorgung" in den Inselarchiven zurückzuführen ist. Zu ihren Überbleibseln gehören in Stein gemeißelte, schriftähnliche Zeichen, Tänze, Speisen und wenige Reste ihrer alten Sprache, dem Guanche[16]. Obwohl viele Guanchen in den drei großen Schlachten der Eroberung Teneriffas (La Matanza de Acentejo und La Laguna 1494, La Victoria de Acentejo 1495) getötet worden waren, und viele an eingeschleppten Krankheiten starben, stellten sie immer noch den größten Teil der Bevölkerung Teneriffas, mit der Fernández de Lugo die neue Kolonie für die Spanischen Könige aufbauen sollte. Er musste sich also recht diplomatisch verhalten, denn es ging um viel Geld. Der arbeitsintensive Zuckerrohranbau und die Zuckerherstellung boomten, willige Arbeitskräfte waren gefragt. Die meisten Überlebenden, vielfach Frauen, vermischten sich teilweise durch Heirat mit den eingewanderten Spaniern, zumeist Männer. So entwickelte sich auf Teneriffa, teils auch auf Gran Canaria, eine neue, stabilere, multikulturelle Kolonialgesellschaft. Schon nach kurzer Zeit erhielten einige Guanchensippen eigene Rechte. Anderen Sippen, die keinen Widerstand gegen die Eroberung geleistet hatten, wurden gar Ländereien gegeben. Die spanische Krone verbot 1537 den Sklavenhandel. Später stellte ein Dekret von Papst Paul III. den Sklavenhandel unter Strafe.
Christoph Kolumbus machte auf der Insel La Gomera seine letzte Zwischenstation, bevor er am 6. September 1492 zu seiner Reise nach Indien aufbrach, aber Amerika erreichte. Die kleine Flotte von Kolumbus hielt sich zuvor fast vier Wochen zwischen den Inseln Gran Canaria und La Gomera auf, wobei sie technische und logistische Unterstützung von den Inseln erhielt. Die Karavelle La Pinta hatte einen schweren Ruderschaden und leckte. Kolumbus ließ auch ihre Takelung ändern, unklar ob auch die Takelung der Karavelle La Niña. Diese Reparaturen wurden auf Gran Canaria durchgeführt, wahrscheinlich in der Bucht von Gando, wo heute der Flughafen Gran Canaria liegt. Merkwürdigerweise wird der Aufenthalt der kleinen Flotte des Kolumbus in der einschlägigen älteren und neueren Literatur weitgehend übergangen, obwohl es offensichtlich ist, dass ohne die Stützpunkte auf den Kanarischen Inseln Amerika außerhalb der Reichweite der damaligen Schiffstechnik lag. Die Schiffe waren noch zu klein und zu langsam, um die entsprechenden Mengen an Proviant und Wasser für sehr lange Reisen aufnehmen zu können, zudem eine übergroße Besatzung an Bord war, weil Tag und Nacht gesegelt wurde. Man kann also annehmen, dass die Fahrt von Palos de Moguer zu den Kanarischen Inseln eher eine Testfahrt zur Erprobung der Schiffe und zum Trainieren der Mannschaft war. Die eigentliche Reise zu den "Indias" ging erst von La Gomera los, wie schon Fernando Kolumbus, Sohn Christoph Kolumbus´ und erster Biograph seines Vaters, anmerkte.[17]
Auf seiner zweiten Reise steuerte Christoph Kolumbus El Hierro an. Nachdem er frischen Proviant und dann auch günstigen Wind hatte, startete seine Flotte von 17 Schiffen nach 19 Tagen auf der Insel, am 3. Oktober 1493, von der Bahía de Naos aus in die Neue Welt.
Der Kanarische Archipel mit einigen großen Seehäfen stellte für etwa 300 Jahre das wichtigste Bindeglied auf den bedeutenden Handelsrouten für Segelschiffe zwischen Europa und Amerika dar. Das machte sie von Anfang an für Piraten interessant. Schon 1553 gelang es dem französischen Korsaren François LeClerc Santa Cruz de La Palma auszuplündern. Eine riesige holländische Flotte kreuzte 1599 vor Gran Canaria auf. Unter dem Kommando des Admirals Pieter van der Does gelang es den Holländern zwar an Land zu kommen und Las Palmas einzunehmen, scheiterten aber unter vielen Verlusten bei einem Versuch ins Innere der Insel vorzudringen an der listigen Verteidigungsstrategie der kanarischen Verteidiger. Ein Überfall auf La Gomera endete ebenfalls in einem verlustreichen Desaster. Im Laufe der Jahrhunderte wurden auf einigen Inseln Festungen zum Schutz gegen Piraten errichtet, wie das Castillo de San Gabriel bei Arrecife auf Lanzarote. Hier ereignete sich 1618 der letzte schwere Überfall algerischer Piraten, bei dem viele Einheimische aus der Cueva de los Verdes verschleppt und als Sklaven verkauft wurden. Auch England versuchte mehrfach die Inseln einzunehmen, da es nahezu die Herrschaft über die Weltmeere errungen hatte. Aber vor den Kanarischen Inseln hatte es kein Kriegsglück. Sir Francis Drake wurde 1585 und noch einmal 1595 vor Las Palmas erfolgreich abgewehrt. Ein Angriff des Admiral Blake auf Teneriffa schlug 1657 fehl. 1797 bedrohte Admiral Horatio Nelson mit sieben großen Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife und wollte mit etwa 700 Mann per Handstreich zunächst das zentrale Fort der Stadt stürmen. Der Plan gründete sich auf die Unwahrscheinlichkeit, gerade die stärkste, zentrale Stellung des Hafens anzugreifen, aber die Verteidiger hatten ihn trotzdem erahnt. Die daraufhin umpostierte Hafenartillerie versenkte eines seiner größeren Landungsschiffe und viele der Landungsboote. Die vollkommen durchnässte und fast munitionslose Truppe, die es trotzdem an Land geschafft hatte, wurde von den kanarischen Milizen mitten in Santa Cruz eingeschlossen, so dass der schwer verwundete Nelson aufgeben musste, denn bei dieser Eroberungsaktion hatte er nicht nur 226 seiner Leute verloren, die bei der verunglückten Landung ertranken oder erschossen worden waren, sondern auch seinen rechten Arm. Die gefangen überlebenden Engländer schickte General Antonio Gutierrez, der Nelsons Angriffplan erraten hatte, mit einer noblen Geste zurück. Heute erinnert die mächtige alte Bronzekanone El Tigre im Militärmuseum von Santa Cruz, die dem Glauben nach den entscheidenden Schuss abgefeuert haben soll, der Nelson den Arm kostete, an seine einzige Kapitulation[18].
Zur Zeit der spanischen Eroberung, die fast ein Jahrhundert (1402 bis 1496) andauerte, war die Einwanderung im Verhältnis zur Urbevölkerung relativ groß, obwohl man davon ausgeht, dass am Ende nur wenige Siedler geblieben sind. Man vermutet nur etwa 300 jeweils auf Gran Canaria und Teneriffa, die sich mit den Ureinwohnern vermischten. Um 1600 wurden 500 Sklaven auf die Inseln verkauft, wobei es sich allerdings um Nachkommen nach Sevilla verkaufter Sklaven handelte, also Guanchen. Im Grunde kann man die Kanaren zu dieser Zeit als unterbesiedelt bezeichnen, da Amerika attraktiver schien.
Die Auswanderung von den Kanarischen Inseln nach Amerika war zeitweise verboten oder gefördert, mal illegal, mal legal. Über 500 Jahre lang, bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, fand die Auswanderung immer wieder statt. Ziele waren Lateinamerika, insbesondere Venezuela, Kuba, Uruguay und Mexiko. Gründe waren kriegerische Auseinandersetzungen, Hunger durch lange Dürreperioden und die folgenschweren Vulkanausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736 auf Lanzarote. Im 18. Jahrhundert wanderte ein kleiner Teil der spanischsprachigen Bevölkerung nach Louisiana aus. In Amerika wurden sie Isleños genannt. Eine weitere Auswanderungswelle, hauptsächlich in Richtung Venezuela, fand zwischen 1935 und 1940, in der Zeit vor und während des Spanischen Bürgerkriegs statt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Emigration legalisiert, so dass etwa 100.000 Menschen die Inseln verließen. Venezuela wird auf den Kanaren deshalb häufig als "Die achte Insel" bezeichnet. Viele dieser Auswanderer sind mittlerweile zurückgekehrt, und Elemente der südamerikanischen Kultur und des Sprachgebrauches haben sich auf den Inseln mit dem Spanischen vermischt.
Die Inseln werden in den letzten Jahren vermehrt von Flüchtlingen aus Afrika unter sehr schwierigen Bedingungen, nämlich der Überquerung des Kanarenstroms als Teil des Golfstroms, mit kleinen Booten angesteuert. Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums noch 4.751. 2006 gab es einen Anstieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September erstmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden. Dieser enorme Aufwärtstrend setzte sich mit etwa 4.500 Einwanderern im ersten Halbjahr 2007 nicht fort. Die trotzdem hohe Zahl wird mit der verstärkten Bewachung der Straße von Gibraltar und der Ausstellung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen für illegale Einwanderer seitens der spanischen Regierung in der Vergangenheit in Verbindung gebracht. Von denen, die im Jahre 2006 die Kanaren erreicht haben, konnten nur knapp 10 Prozent in ihre Heimat zurückgebracht werden. Gründe sind das Schweigen der Flüchtlinge zu ihrer Herkunft, sowie noch nicht existierende Rückführungsabkommen mit den afrikanischen Ländern. Im November 2006 fand erstmals die "EU-Afrika-Konferenz für Migration und Entwicklung" statt, die sich ebenfalls mit dem Problem der illegalen Einwanderung beschäftigte. Der Einsatz der Frontex ist bis auf Weiteres verlängert worden. Dieser versucht, mit Hilfe verschiedener europäischer Patrouillenboote, unterstützt von Aufklärungsflugzeugen, das Ablegen von Flüchtlingsbooten an der afrikanischen, insbesondere der senegalesischen Küste, von der etwa die Hälfte aller Flüchtlingstransporte starten, zu verhindern. Es gibt eine Schätzung des Roten Kreuzes, dass im Jahre 2006 rund 6.000 Menschen bei dem Versuch, die Kanaren zu erreichen, im Atlantik umgekommen sein könnten.
Die Autonome Gemeinschaft der Kanaren besteht aus zwei Provinzen:
Die lokalen Verwaltungsbehörden sind die eigenen Cabildos Insulares jeder der sieben Inseln, deren Zusammenschluss heißt Mancomunidad de Cabildos. Die Cabildos Insulares sind wiederum in Gemeinden mit je einem Rathaus (ayuntamiento) unterteilt. Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre. siehe auch: Liste der Gemeinden auf den Kanarischen Inseln
Präsident der Kanarischen Inseln ist seit 2007 Paulino Rivero Baute von der regionalen Partei Coalición Canaria (CC). José Manuel Soria vom Koalitionspartner PP ist Vizepräsident der Regionalregierung. Wegen der Sitzmehrheit der Koalition gegenüber der Mehrheitspartei PSOE schied deren Kandidat Juan Fernando López Aguilar aus. Die Autonome Gemeinschaft der Kanarischen Inseln zählt derzeit 60 Abgeordnete. Nach den letzten Wahlen vom 27. Mai 2007 ergibt sich bei einer Wahlbeteiligung von 63,76 Prozent folgende Sitzverteilung[19]:
Nach dem Ende der Militärherrschaft des Generals Francisco Franco, unter der auch die eigenständige Kultur der Kanaren unterdrückt und vernachlässigt wurde, entwickelte sich Spanien ab 1975 rasch zu einer pluralistischen Demokratie. In diesem Rahmen bildeten sich auch einige kanarische Regionalparteien. Diese plädierten beispielsweise für eine Unabhängigkeit oder eine politische Hinwendung zu den Staaten Nordafrikas. Damit waren diese Parteien aber kaum mehrheitsfähig.
Die Inseln bilden zusammen seit 16. August 1982 eine der siebzehn Autonomen Gemeinschaften (span.: comunidades autónomas) Spaniens mit der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Erstmals in der Geschichte der Inseln konnte man am 30. Mai 1983 Personen in eine eigene politische Institution frei wählen. Seitdem ist der 30. Mai hier ein gesetzlicher Feiertag.
Als spanisches Gebiet gehören die Kanaren heute vollständig zur Europäischen Union. Auf den Inseln gilt das Recht der Europäischen Gemeinschaft, wobei in einigen Bereichen vorteilhaftere Sondervorschriften gelten, die der großen Entfernung zum übrigen Territorium der EU Rechnung tragen und die Nachteile der Insellage ausgleichen sollen. Als Währung löste der Euro am 1. Januar 2002 die Peseta ab. Ebenso gehört die Inselgruppe zum europäischen Zollgebiet, wobei sie in einigen Bereichen von Sonderbedingungen profitieren und eine Reihe von Hilfsprogrammen und Subventionen erhalten.
Das kanarische Bruttosozialprodukt ist zu 78 Prozent vom Dienstleistungssektor abhängig. Hier macht sich hauptsächlich der Tourismus bemerkbar, denn die Kanaren werden jährlich von über zehn Millionen Touristen besucht. Im Jahr 2006 wurden 12,6 Milliarden Euro in der Tourismusbranche umgesetzt, das bedeutet 3,5 Prozent Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr.
Aber auch der Handel ist nicht unbedeutend. Der größte Anteil der Exporte geht in die Europäische Union. In letzter Zeit stiegen auch die Exporte nach Westafrika und Asien. Der Beitrag der Landwirtschaft von 2 Prozent zum Bruttosozialprodukt wird vom Bananenanbau angeführt. Die Kanaren besitzen die größten Anbauplantagen Europas, dennoch sind die Ausfuhren rückläufig und beziehen sich fast ausschließlich auf Spanien (ca. 300.000 Tonnen im Jahre 2005)[20]. Weitere nennenswerte landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Tomaten (203.525 Tonnen; 2004)[21], Gurken (17.700 Tonnen; 2004)[22], Blumen und Pflanzen (5.748 Tonnen; 2004)[23], Kartoffeln und Wein. Auf einer Gesamtanbaufläche von 51.192 Hektar auf den Kanaren beträgt die Gesamtproduktion 1.047.267 Tonnen im Jahre 2004[24].
Die Industrie konzentriert sich hauptsächlich auf die Energie- und Wasserwirtschaft, aber auch auf Lebensmittel-, Tabak- und andere Leichtindustrien, die zusammen etwa 11 Prozent des kanarischen Bruttosozialproduktes ausmachen. Die Bauwirtschaft schlägt allein mit 9 Prozent zu Buche. Insgesamt stieg die kanarische Wirtschaft 2005 um 3,09 Prozent.
Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichen die Kanarischen Inseln 2005 einen Index von 89 (EU-25:100).[25]
Laut Nationalem Statistikamt INE[26] beträgt das Brutto-Monatsgehalt eines Arbeitnehmers auf den Kanaren im Jahr 2006 durchschnittlich 1.300 Euro, und ist damit das zweitniedrigste spanienweit. Hinzu kommt, dass ein kanarischer Arbeitnehmer mit durchschnittlich 146,1 Monatsstunden die drittlängste Arbeitszeit des Landes hat. 2005 hatte die Autonome Region Kanarische Inseln den zweithöchsten Anstieg der Arbeitslosenquote Spaniens. Entgegen diesen Trends verzeichnen die Kanaren jedoch nach Untersuchungen der katalanischen Caixa-Bank mit etwa 4,9 Prozent den höchsten Konsumanstieg des Landes, was ausschließlich auf das hohe Bevölkerungswachstum von über 29 Prozent in den letzten fünf Jahren zurückzuführen ist (Durchschnitt Spanien: 17,9 Prozent).
Seit Januar 2000 existiert die Sonderzone ZEC (Zona Especial Canaria), die zunächst bis 31. Dezember 2008 von der Europäischen Union genehmigt war, und im Januar 2007 von der EU bis ins Jahr 2019 verlängert wurde. Diese von der spanischen Zentralregierung und der Regionalregierung gegründete, und dem spanischen Wirtschaftsministerium angegliederte Organisation, hat zur Aufgabe, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Archipels zu fördern und zu erweitern, damit sie nicht nur von den vorherrschenden Wirtschaftszweigen Tourismus und Bau abhängt. Deshalb gibt es sogenannte ZEC-Unternehmen, die sich zu bestimmten Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen verpflichten, und somit beispielsweise von einem reduzierten Satz der spanischen Körperschaftssteuer von nur 4 Prozent profitieren können (normal in Spanien 30 Prozent). Auf den Inseln Gran Canaria und Teneriffa ist eine Mindestinvestition von 100.000 Euro und die Schaffung von fünf Arbeitsplätzen Voraussetzung, auf den anderen Inseln mit geringerer Wirtschaft sind es 50.000 Euro und drei Neueinstellungen. Eine Hauptaufgabe der ZEC ist es, ausländisches Kapital auf die Kanaren zu holen. Bereits über 78 Prozent der Investitionen im Niedrigsteuergebiet stammen aus dem Ausland, davon über 13 Prozent aus Deutschland, was damit nach Spanien zum größten Investor unter den zugelassenen ZEC-Unternehmen wurde. Des Weiteren wird hier geregelt, dass die spanische Mehrwertsteuer auf den Inseln nicht gilt. Dafür wird die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario), eine deutlich niedrigere Inselsteuer, erhoben. Hierbei handelt es sich um eine den Endverbraucher belastende indirekte Steuer, die der Mehrwertsteuer gleich kommt, mit einem reduzierten Steuersatz von derzeit 5 Prozent.[27]
Der Archipel ist rund zwei Flugstunden von der iberischen Halbinsel, und etwa vier Flugstunden von Zentraleuropa entfernt. Es gibt Direktflüge in die wichtigsten Städte Spaniens, Europas und der Welt. Jede Insel besitzt inzwischen einen eigenen Flughafen, wobei die Flughäfen Teneriffa Süd und Gran Canaria zu den verkehrsreichsten Spaniens zählen. Auch untereinander sind die Inseln durch zahlreiche Fluglinien miteinander verbunden. Diese werden hauptsächlich von der in Telde auf Gran Canaria ansässigen kanarischen Fluggesellschaft Binter Canarias übernommen. Eine weitere, im Jahre 2001 gegründete, kanarische Fluggesellschaft ist Islas Airways.
Des Weiteren besitzen die Inseln Teneriffa und Gran Canaria jeweils einen der größten Seehäfen der Welt, gemessen an Ausdehnung, Schiffsaufkommen und Handelstätigkeit. Auch untereinander sind die Inseln wiederum mit zahlreichen Fähren verbunden.
Bereits von 1904 bis 1959 fuhr auf Teneriffa eine Straßenbahn. Seit März 2007 fährt als einzig schienengebundenes Verkehrsmittel der Kanaren wieder eine Straßenbahn, die Tranvia Tenerife zwischen der Hauptstadt Santa Cruz und der Universitätsstadt La Laguna.
Durch die ereignisreiche Vergangenheit des Archipels sind die Kulturgüter der Inseln das Ergebnis einer Kulturvermischung, geprägt durch Guanchen, Berbergruppen, europäische Kolonialherren und die Sitten und Gebräuche, die durch Handelsschifffahrt, hauptsächlich vom amerikanischen Kontinent, auf die Inseln gebracht wurden. Es gibt zahlreiche archäologische Fundstätten - etwa die Pyramiden von Güímar - von denen wertvolle Funde in ethnografischen und anthropologischen Museen zu sehen sind. Ein einmaliges Kulturgut ist die Pfeifsprache El Silbo, die die Ureinwohner der Kanaren entwickelten, und die heute wieder in Schulen auf La Gomera gelehrt wird.
An vielen Plätzen und Straßen kann man historische und künstlerische Monumente bewundern, deren Architektur, Bildhauerei und Malerei die kanarische Identität zum Ausdruck bringen. Hier sind insbesondere die Werke des Künstlers und Naturschützers César Manrique von der Insel Lanzarote zu erwähnen. Das kulturelle Leben wird durch Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen von internationalem Rang bereichert. Traditionen drücken sich in Festen mit typischen Trachten und kanarischer Folklore in den einzelnen Dörfern aus, wobei das typische Saiteninstrument der Kanaren, die Timple, eine unverzichtbare Rolle spielt. Religion und heidnische Riten der Ureinwohner vermischen sich. Erwähnenswert ist der lateinamerikanisch angehauchte Karneval mit Samba-Rhythmen und vielen Farben, sowie die Tradition von Hahnenkämpfen und dem heute sehr populären Lucha Canaria, dem Kanarischen Ringkampf.
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