| Kanton Appenzell Ausserrhoden | |
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| Wappen des Kantons Appenzell Ausserrhoden | |
| Basisdaten | |
| Hauptort: | Regierungs- und Parlamentssitz Herisau Gerichts- und Polizeisitz Trogen |
| Fläche: | 243 km² (Rang 23) |
| Einwohner: | 52'800 (2004) (Rang 21) |
| Bevölkerungsdichte: | 217 Einw./km² (Rang 12) |
| Beitritt zur Eidgenossenschaft: | 1513 |
| Abkürzung: | AR (ISO:CH-AR) |
| Sprachen: | Deutsch |
| Website: | Kanton Appenzell Ausserrhoden |
| Karte | |
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.
Deutsch: Appenzell Ausserrhoden; Französisch: Appenzell Rhodes- Extérieures; Italienisch: Appenzello Esterno; Rätoromanisch: Appenzell Dador.
Inhaltsverzeichnis |
Appenzell Ausserrhoden grenzt an die Kantone Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. Die beiden Appenzell sind gänzlich vom Kanton St. Gallen umgeben.
Höchster Berg ist der Säntis ( 2'502 m ü. M.) im Alpstein, auf dem sich die Grenzen der drei Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen treffen.
Amtssprache ist Deutsch. Die gesprochenen schweizerdeutschen Mundarten unterscheiden sich etwas zwischen Vorderland (wobei der Kurzenberger Dialekt stark abweicht), Mittelland und Hinterland (Hörprobe).
Der grösste Teil des Kantons Appenzell Ausserrhoden ist historisch bedingt evangelisch-reformiert. Diese Gebiete trennten sich 1597 vom katholisch gebliebenen Hauptort (Landteilung).
Obwohl vollkommen selbständig, gilt Appenzell Ausserrhoden seit der Landteilung staatsrechtlich als Halbkanton. Es kann deshalb nur einen Abgeordneten in den Ständerat wählen und gibt bei eidgenössischen Volksabstimmungen eine halbe Standesstimme ab.
Die Regierung des Kantons Appenzell Ausserrhoden besteht aus sieben vollamtlichen Regierungsräten. Seit den letzten Gesamtwahlen setzt sich der Regierungsrat folgendermassen zusammen: Vier Vertreter gehören der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) an: Marianne Koller, Jakob Brunnschweiler, Rolf Degen und Jürg Wernli. Zwei der verbleibenden Regierungsmitglieder gehören der Schweizerischen Volkspartei (SVP) an, Hans Diem und Köbi Frei, Matthias Weishaupt gehört der Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) an. Der Regierung steht Frau oder Herr Landammann vor, zur Zeit ist Herr Jakob Brunnschweiler Landammann von Appenzell Ausserrhoden.
Appenzell Ausserrhoden hat einen Kantonsrat mit 65 Mitgliedern, die in ihren Wohngemeinden gewählt worden sind. Jede Ausserrhoder Gemeinde hat Anrecht auf mindestens einen Kantonsratssitz. Die verbleibenden Sitze werden gemessen an der Einwohnerzahl auf die Gemeinden verteilt. Sitzzahl der Gemeinden:
Bis zu ihrer Abschaffung an der Landsgemeinde 1997 wurden sämtliche kantonalen Abstimmungen und Wahlen an der jährlich stattfindenden Landsgemeinde entschieden. Sie fand abwechselnd in Trogen und Hundwil statt.
Die Stimmbürger versammelten sich auf dem jeweiligen Landsgemeindeplatz im "Ring", während die Kantonsregierung auf dem "Stuhl" (eine Art Holzbühne) stand. Abgestimmt wurde durch Erheben einer Hand und Schätzen ("Mehren") durch die Regierung. Bei knappem Ausgang wurden die Stimmen ausgezählt.
Zu Beginn der Landsgemeinde wurde von Stimmvolk und Regierung das Appenzeller Landsgemeindelied gesungen (Text: "Ode an Gott" von Karoline Rudolphi, Musik: Johann Heinrich Tobler).
Über die letzte "Männer-Landsgemeinde" in Hundwil, bei der das Frauenstimmrecht angenommen wurde, drehte Erich Langjahr den Dokumentarfilm "Männer im Ring" (auf der Seite des Produzenten/Regisseurs finden sich auch Standfotos der Landsgemeinde).
Die FDP ist in Ausserrhoden mit Abstand die stärkste Partei. Sie besetzt gegenwärtig fünf der sieben Regierungsratssitze, die restlichen zwei Sitze belegt die SVP. Bis 2003 war auch die Sozialdemokratische Partei (SP) immer mit einem Sitz in der Regierung vertreten. Die Absenz in der Kantonsregierung dauerte bis 2006, wo mit Matthias Weishaupt wieder ein SP-Vertreter in den Regierungsrat gewählt wurde. Ein Vertreter der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP) wurde noch nie in die Ausserrhoder Regierung gewählt. Im Kantonsrat ist die Situation ähnlich: Die FDP besetzt 30 der 65 Sitze, die SVP 9, die SP 5, die CVP 3 und Parteilose haben 18 Sitze inne. In den Gemeinden existieren zudem Lesegesellschaften. Häufig werden Parteilose von Lesegesellschaften empfohlen, was die hohe Anzahl Parteiloser im Kantonsrat zum Teil erklärt.
| 7./8. Jahrhundert | Beginn der Besiedelung des Appenzellerlandes entlang der Glatt. Im geistigen und kulturellen Bereich grosse Ausstrahlung des Klosters St. Gallen (siehe auch: Kanton Appenzell) |
| 907 | Abt und Bischof Salomo, Kloster St. Gallen, schafft die Kirchhöri Herisau, erste Nennung einer Kirche Herisau |
| 1071 | Neubruch im Talkessel; Stiftung einer Kirche; erste Nennung des Namens Appenzell ("abbatis cella") |
| 1403 | Gefecht bei Vögelinsegg |
| 1405 | Schlacht am Stoss |
| 1411 | Appenzell wird zugewandter Ort der acht alten Orte |
| 1513 | Appenzell wird als 13. Ort in die Eidgenossenschaft aufgenommen |
| 1597 | Landteilung: Appenzell wird in das katholische Innerrhoden und in das reformierte Ausserrhoden geteilt. Rathaus, Stock und Galgen für Ausserrhoden kommen nach Trogen |
| ab 16. Jahrhundert | Beginn der Leinenherstellung, 1667 Leinwandschau in Trogen, 1706 Leinwandschau in Herisau, Gründung grosser Textilhäuser in verschiedenen Gemeinden, Blütezeit der Weberei, später Stickerei, Niedergang der Textilindustrie in den Krisenjahren 1920-1939 |
| 1749 | Seit 1749 besteht Ausserrhoden aus zwanzig Gemeinden mit neunzehn reformierten Kirchgemeinden (Lutzenberg bleibt kirchlich mit Thal (SG) verbunden) |
| 1834 | Annahme der ersten, liberalen Verfassung - Verfassungsrevisionen 1876 und 1908 |
| 1876 | Herisau wird Tagungsort des Kantonsrates, Sitz der Regierung und wichtiger Verwaltungszweige |
| 1875 - 1913 | Bau verschiedener Bahnlinien |
| 1910 | Höchststand der ausserrhodischen Bevölkerung (57'973 Personen); im Vergleich dazu 1990: 52'229 Personen |
| 1934 | Johannes Baumann wird als erster Appenzeller Bundesrat |
| 1972 | Einführung des Frauenstimmrechts auf Gemeindeebene |
| 1989 | Einführung des Frauenstimmrechts auf kantonaler Ebene |
| 1991 | Einführung Stimmrechtsalter 18 Jahre auf kantonaler und kommunaler Ebene |
| 1994 | Erstmalige Wahl von zwei Frauen in den Regierungsrat |
| 1995 | Annahme einer total revidierten Kantonsverfassung |
| 1996 | Verkauf der Kantonalbank |
| 1997 | Erstmalige Wahl einer Frau ins Landammannamt; Abschaffung der Landsgemeinde |
| 1998 | Erstmalige Urnenwahl des Regierungsrates |
| 2002 | Erste Urnenabstimmung auf der Grundlage eines fakultativen Referendums |
| 2003 | Hans-Rudolf Merz wird Bundesrat |
Nach der Landteilung wurden aus den sechs Rhoden des ungeteilten Kantons Appenzell, die nun im Gebiet von Ausserrhoden lagen, gleichnamige Gemeinden mit weitgehend gleichen Grenzen. Einige Änderungen im Grenzverlauf gab es allerdings an der neuen Grenze zu Innerrhoden. Im Lauf der Zeit teilten sich viele Gemeinden auf, bis schliesslich um 1749 mit der Abspaltung von Stein von Hundwil die heutige Gliederung in 20 Gemeinden entstand.
Einwohnerzahlen: Stand 2004
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Siehe auch: Gemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden
1858 wurde eine Gliederung des Kantons in drei Bezirke eingeführt. Offiziell wurde diese Gliederung 1995 wieder abgeschafft. Im täglichen Leben ist sie jedoch nach wie vor sehr verbreitet (z.B. in Namen von Sportanlässen und Vereinen).
Die ehemaligen Bezirke sind:
Die vielen Appenzeller Privatbahnen spielten eine Pionierrolle im Schweizer Bahnsystem. Die meisten sind Schmalspurbahnen, Teile davon verfügen über Zahnradabschnitte. Eine Sonderstellung nimmt die Rorschach-Heiden-Bergbahn RHB ein, die zu den weltweit ganz wenigen Normalspur-Zahnradbahnen gehört. Seit dem 1. Juli 2006 sind die appenzellischen Bahnen unter dem Dach der Appenzeller Bahnen (AB) vereint.
Auf Ausserrhoder Gebiet befinden sich keine Autobahnen und kein Meter SBB-Gleis.
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