Kaolin, auch als Porzellanerde, Porzellanton oder in der Apotheke als Bolus Alba bezeichnet, ist ein feines, eisenfreies, weißes Gestein, das als Hauptbestandteil Kaolinit, ein Verwitterungsprodukt des Feldspats, enthält. Weitere Bestandteile sind verschiedene andere Tonminerale und unzersetzte Feldspatteilchen.
Kaolin wird hauptsächlich bei der Papierherstellung und Porzellanbereitung gebraucht. Daneben wird Bolus Alba unter anderem als Bestandteil mancher Pudergrundlagen verwendet. (siehe Verwendung)
Der Preis für eine Tonne Kaolin bewegte sich in den Jahren 2003 bis 2005 konstant um 70 britische Pfund, da der Verbrauch (2003: 45 Mio. t.) nur wenig geringer ist, als die Fördermenge (2003: 45,6 Mio. t.).
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Das Wort Kaolin 高嶺土 wird von dem chinesischen Ortsnamen 高嶺 Gaoling (von chin.: gāo lĭng = weißer Hügel) abgeleitet. So heißt ein Ort in der Volksrepublik China, im Nordwesten der Provinz Jiangxi, wo die „weiße Erde“, eben das eingedeutschte Kaolin gefunden wurde. Das Wort kam im 18. Jahrhundert durch einen französischen Jesuitenpater nach Europa, wo es die bisher üblichen Bezeichnungen „Weißton“ oder „Passauer Erde“ ersetzte.
Es können zwei Arten von Kaolinlagerstätten unterschieden werden:
Lagerstätten von Kaolin sind ziemlich selten. Nennenswerte Lagerstätten befinden sich in Deutschland, England, USA, Japan, China und Indien. Die weltweiten sicheren und wahrscheinlichen Vorräte werden auf 14,2 Mrd. Tonnen berechnet. Die weltweite Jahresproduktion von Kaolin betrug im Jahr 2003 45,6 Mio. Tonnen. Ausgehend von diesen Daten reichen die weltweiten Kaolinvorräte noch für ungefähr 300 Jahre bis ins Jahr 2300.
Die größten Produzenten sind Kolumbien, die USA, Usbekistan, die GUS und Deutschland. Aus diesen Ländern stammten 2003 rund zwei Drittel der Jahresproduktion.
Die größten Abbauunternehmen weltweit sind Imerys (F), CADAM/PPSA (Bra), Thiele (USA), Engelhard (USA), Huber (USA) und die deutschen Quarzwerke. Die Quarzwerke hielten 2003 einen Weltmarktanteil von 1,1 %.
Das Hauptabbaugebiet für Kaolin in Deutschland befindet sich bei Hirschau in der Oberpfalz. Hauptvorkommen in Österreich befinden sich in Kriechbaum-Weinzierl (zur Gemeinde Tragwein, Grube und Tagbau) und Aspang-Zöbern.
Zu nennen sind auch unbedingt die seit alters her abgebauten Vorkommen bei Seilitz (Sachsen (zur GemeindeDiera-Zehren) gehörend), welche die Quelle für das berühmte Meißener Porzellan darstellen, und über eine kaolinitische Verwitterung der dortigen Granite entstanden sind.
Größter deutscher Produzent sind die Quarzwerke. Weitere deutsche Produzenten sind die Amberger Kaolinwerke, die Gebrüder Dorfner und Omya.
Österreich ist nach Deutschland sechstgrößter Produzent der Welt.
In Österreich ist die Kamig (Österreichische Kaolin- und Montanindustrie Aktiengesellschaft) in Tragwein das größte der drei bestehenden Förderunternehmen. 2004 wurden in den zwei niederösterreichischen und der einen oberösterreichischen Abbaustätte 80 Personen beschäftigt und 104.986 Tonnen Rohkaolin im Tagbau, im oberösterreichischen Tragwein auch im Grubenbau, gefördert. Dies ergab 16.345 Tonnen Reinkaolin in Tragwein und 5.832 Tonnen Muskovitglimmer in den niederösterreichischen Abbaustätten. Im Vergleich zu 2003 bedeutete dies einen leichten Anstieg.
Kaolin ist ein sehr feinkörniges Gestein, dessen Plastizität (Verformbarkeit) zwar gering, dessen Feuerbeständigkeit aber sehr hoch ist. Beim Brennen bildet es einen festen, dichten Scherben.
Kaolin dient hauptsächlich als Grundlage zur Herstellung von weißem Porzellan und für hellbrennende Tonmassen. Bekanntes Endprodukt ist das Meißener Porzellan. Darüber hinaus wird es aber auch in vielen anderen industriellen Bereichen eingesetzt:
Seine Varietäten können englische Bezeichnungen tragen, die aus dem angelsächsischen Bergbau und der weiterverarbeitenden Industrie stammen:
Liste der Gesteine, Portal:Geowissenschaften