Karl-Heinz Rux (* 3. September 1907 in Bromberg; † 8. Mai 1945 in Villach durch Suizid) war ein deutscher Jurist und SS-Obersturmbannführer bei der Gestapo
Als Sohn eines Ingenieurs, der einer traditionsreichen Töpferfamilie aus Bromberg und Thorn entstammte, besuchte er die evangelische Stadtschule und das Gymnasium in Deutsch Krone. Anschließend studierte er das Fach Rechtswissenschaften in Jena von 1926 bis 1927.
Weitere Studien folgten in Köln und Bonn von 1927 bis 1930, wobei er die erste Staatsprüfung am Oberlandesgericht Köln ablegte. Es folgten weitere juristische Ausbildungsstufen bei Behörden und Gerichten in Deutsch-Krone, Berlin, Marienwerder und Schneidemühl. Politisch orientierte er sich 1932 bei den Nationalsozialisten, als Mitglied in der NS-Beamtenmarbeitsgemeinschaft in Schneidemühl wurde, 1933 in die NSDAP (Mitglied Nr. 1 444 292) und in die SS (Nr. 231 696) eintrat und auch Angehöriger des SD wurde.
Im Jahre 1935 wurde er zum GerichtsAssessor nach der Großen juristischen Staatsprüfung ernannt. Als SS-Untersturmführer wurde er zuerst beim SD-Leitabschnitt Danzig eingestzt. Angehöriger der Gestapo war er seit dem 1. September 1935.
In den nächsten zwei Jahren lernte er die Dienststellen der Staatspolizeileitstellen in Münster/Westfalen, Königsberg und Elbing kennen. Es folgte eine Versetzung ins Reichssicherheitshauptamt der SS. Zum Regierungsassessor wurde er 1937, zum Regierungsrat 1938 befördert.
Nach der NS-Machtübernahme in Österreich baute er in Salzburg 1938 als SS-Sturmbannführer und Chef der örtlichen Gestapo die Sicherheitspolizei (SiPo) auf. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm er unter SS-Standartenführer Dr. Emanuel Schäfer innerhalb der Einsatzgruppe II den Befehl über das Einsatzkommando 2 in Polen.
Dieses Einsatzkommando wurde im August 1939 aufgestellt, operierte unter der 10. Armee und am 20. November 1939 aufgelöst. Dabei nahm Rux an meheren Sondereinsätzen teil. Die Truppe seines Einsatzkommandos wurde nach der Auflösung dem Kommandeur des SD und dem SD Lublin übergeben.
Danach baute er in Bromberg als Leiter der Sicherheitspolizei die Staatspolizeistelle Bromberg auf und wurde zum Oberregierungsrat ernannt. Weitere untergeordnete SD-Dienststellen befanden sich in Thorn, Tuchel und anderen Städten. Im Jahre 1942 erlangte er mit der Befördeung zum SS-Obersturmbannführer den höchsten SS-Dienstgrad.
Im folgenden Jahr übernahm er auch zusätzlich die Leitung der Staatspolizeistelle in Graudenz. Nach Jugoslawien wurde er 1944 kommandiert, um im Raum Oberkrain an der Bekämpfung von Partisanen teilzunehmen. Dabei übernahm er das Kommando über den Sicherheitsdienst in Veldes. Bei einer Dienstfahrt erlitt er bei einem Angriff von Partisanen schwere Verwundungen.
Als sich die deutschen Truppen aus Jugoslawien zurückziehen mussten, wurde er von Briten gefangen genommen. Da er befürchtete, an die Partisanen ausgeliefert zu werden, nahm er sich in Veldes am 8. Mai 1945 das Leben.