Kaspar Faber
Kaspar Faber (* 1730; † 1784 in Stein) war ein deutscher Unternehmer.
Nach der Schule absolvierte Faber eine Ausbildung zum Schreiner. 1758 traf Faber, von Langenzenn kommend, in der Gemeinde Stein bei Nürnberg ein. Im gleichen Jahr wurde sein Sohn Anton Wilhelm geboren.
Zwei Jahre später ließ er sich hier als Schreiner endgültig nieder und eröffnete 1761 eine kleine Werkstatt, in der er „Bleyweißstefften“ herstellte; ein seinerzeit typischer Tätigkeitsbereich des Schreinerhandwerks. Bestrebungen, das Bleistiftmachen zu einem zunftgerechten Handwerk zu erheben, scheiterten an der fehlenden Genehmigung des Nürnberger Rugsamtes, das die Gewerbeaufsicht in der Reichsstadt und ihrem Umland ausübte.
Damit diese Stifte, ursprünglich aus reinem Graphit, nicht so leicht bröckelten und brachen, unternahm er um 1771 die ersten Versuche mit gemahlenem Graphit, den er mit Schwefel, Antimon und bindenden Harzen vermengte. Von der in Nürnberg schon längst bekannten Technik, die Schreibstifte in Holzstäbe einzuleimen, machte er jedoch noch keinen Gebrauch.
Zu seiner Lebzeit verlief die Produktion noch in kleinem Maßstab. Mit seinem kleinen Handwerksbetrieb legte er den Grundstein für eine Bleistiftfabrikation, die sein Urenkel in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Weltmarke führte.
Nachkommen
- Anton Wilhelm (1758-1819), nach dem Tod seines Vaters firmierte die Firma unter seinem Namen „A. W. Faber“. Es ist überliefert, dass seine Frau noch mit dem Weidekorb nach Nürnberg auf den Markt ging, um dort Bleistifte anzubieten.
- Georg Leonhard Faber (1788-1839) übernahm 1810 die Firma
- Lothar von Faber (1817-1896) übernahm 1839 das Geschäft, vertrieb die Bleistifte erstmals unter dem Markennamen „A. W. Faber“, führte die sechseckige Form der Stifte ein, gründete ein eigenes Vertriebssystem mit Niederlassungen in Europa, USA und Indien. Er heiratete Ottilie Richter (1831-1903). In Anerkennung seiner wirtschaftlichen und sozialen Verdienste erhält er 1862 den persönlichen Adel verliehen, 1881 wird er in den erblichen Freiherrnstand erhoben, 1865 zum lebenslänglichen und 1889 zum Erblichen Reichsrat der Krone Bayerns ernannt.
- Wilhelm von Faber (1851-1893), war Lothar von Fabers einziger Sohn, ab 1873 im Unternehmen tätig und ab 1877 zur Nachfolge bestimmt. Für ihn wurde die Villa neben dem 1872 erbauten „Alten Schloss“ errichtet. Er litt unter dem Tod seiner Söhne und hinterließ nach seinem frühen Tod neben seiner Frau drei Töchter. Lothar musste daher das Unternehmen bis zum eigenen Tod weiterführen.
- Lothar; starb im Alter von 3-4 Jahren.
- Alfred Wilhelm; starb im Alter von 3-4 Jahren
- Ottilie Freiin von Faber (1877-1944) Durch den Tod ihrer beiden Brüder war sie als ältestes Mädchen zur Erbin des Unternehmens aufgestiegen. Nach Lothars Tod wurde das Erbe von seiner Frau verwaltet, bis Ottilie geheiratet hat. 1898, im Alter von 20 Jahren ehelichte sie Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen. Lothar hatte testamentarisch verfügt, dass nachkommende Generationen den Namen „Faber“ stets im neuen gemeinsamen Familiennamen zu integrieren hätten. Mit königlich bayerischer Bewilligung nahm Alexander bei der Heirat (es war seine 2. Ehe) am 02.02.1898 den Namen Graf von Faber-Castell an, und verzichtet auf seine Recht gegenüber dem Haus Castell. Mit der Heirat entstand die neue Familienlinie der Grafen v. Faber-Castell und der Markenname „Faber-Castell“. 18 Jahre später trennte Ottilie sich von Alexander und heiratete Phillip von Brand zu Neidstein.
- Elisabeth
- ein Sohn (* 1902; starb nach wenigen Monaten)
- Mariella (* 1904)
- Roland; der Stammhalter übernahm 1928 die Firmenleitung
- Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell (* 1941)
- Johann Eberhard Faber [1] (* 6. Dez. 1822) Lothars jüngerer Bruder; ging 1848/49 in die USA und leitete die dortige Firmenfiliale bzw. gründet 1861 seine eigene Produktion von Bleistiften in New York.
- Bertha (* 11. April 1856) ∞ Wilhelm von Faber (1851-1893)
- Sophia (* 14. August 1857)
- John Eberhard (* 14. März 1859); gründete zusammen mit seinm Bruder Lothar 1922 in Neumarkt die Bleistift- und Radiergummifabrik „Eberhard Faber“ [2], die seit 1978 zur Staedler Gruppe gehört.
- Lothar W. (* 27. September 1861)
- Louise (* 2. Januar 1866)
- Rosie (* 3. Februar 1871)
Weblinks