| LIMESKASTELL | |
|---|---|
| Name | Kastell Hesselbach |
| ORL | 50 |
| Limesabschnitt | Neckar-Odenwald-Limes |
| Datierung (Belegung) | vor/um 100 bis max. 159 |
| Typ | Numeruskastell |
| Einheit | unbekannter Numerus (vermutl. Numerus Brittonum) |
| Größe | 80x73 m = 0,6 ha |
| Bauweise | a) Holz-Erde-Kastell b) Trockenmauer c) Mörtelmauer |
| Erhaltungszustand | sichtbare Spuren |
| Ort | Hesseneck-Hesselbach |
| Geographische Lage | 49° 34' 34.50" N, 9° 05' 26.00" O |
| Vorhergehend | ORL 49 Kastell Würzberg (nördlich) |
| Anschließend | ORL 51 Kastell Schloßau (südöstlich) |
| Siehe auch | |
Das römische Kastell Hesselbach liegt am nordöstlichen Ortsrand von Hesselbach, einem Ortsteil der Gemeinde Hesseneck im Odenwaldkreis. Es ist ein ehemaliges Numeruskastell der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes und das südlichste Limeskastell Hessens.
Inhaltsverzeichnis |
Das Kastellgelände erstreckt sich über eine Fläche von ca. 6000 m². Das Lager bot einer Auxiliartruppen-Besatzung von etwa 160 Mann Platz, vermutlich einem Numerus Brittonum.
Ausgrabungen wurden 1895/96 durch die Reichs-Limes-Kommission und von 1964 bis 1966 durch das Saalburgmuseum durchgeführt. Dabei konnten mehrere Bauphasen festgestellt werden.
Damit ergibt sich dieselbe chronologische Abfolge, wie sie auch für das Kastell Würzberg nachgewiesen wurde.
Das Haupttor (Porta Praetoria) war zum Limes hin ausgerichtet, der das Kastell in nur etwa 150 m Entfernung östlich passierte. Die Fachwerk-Innenbauten bestanden aus dem zentralen Stabsgebäude (Principia), vier Mannschaftsbaracken mit den Stuben (Contubernia), der Kommandeurswohnung (Praetorium) sowie Magazinen und Ställen.
Das übliche Kastellbad konnte in Hesselbach nicht nachgewiesen werden. Nach der Aufgabe des Kastells wurde das Areal noch für ein paar Jahre von einem eisenverarbeitenden oder -verhüttenden Handwerksbetrieb genutzt.
Insgesamt gilt das Kastell Hesselbach als das am besten erforschte Numeruskastell des Odenwaldlimes, insbesondere auch weil die Innenbebauung umfangreich erforscht und dokumentiert werden konnte.
Die Konturen der Kastellumwehrung sind im größtenteils nicht überbauten Wiesengelände noch heute gut zu erkennen.
Knapp zwei Kilometer südlich von Hesselbach auf einem 491,4 m ü. NN gelegenen Bergsattel, unmittelbar an der heutigen Kreisstraße K40 bzw. K3919 von Hesselbach nach Schlossau gelegen, befindet sich das Kleinkastell Zwing auch Kleinkastell Jägerwiese genannt. Durch Steinraub und zeitbedingt unzureichende Grabungsmethoden des altertumsbegeisterten Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823), der bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts dort hatte graben lassen, war bereits sehr viel zerstört, als die Reichs-Limes-Kommission 1895 das Areal untersuchte. Es konnte ein maximal 20 x 20 m großes Steinkastell nachgewiesen werden. Heute markiert ein rekonstruiertes Stück Mauer die ungefähre Lage des Kastells. Ferner lassen sich noch einige verstreute Baufragmente im Gelände ausfindig machen.
Grabungsbericht der Reichs-Limes-Kommission: