Die Katachrese (griechisch κατάχρηση, katáchrissi – der Missbrauch, die Unterschlagung, Veruntreuung) ist eine rhetorische Figur. Der Begriff hat in der Fachliteratur zwei unterschiedliche Bedeutungen.
1. Bildbruch: Bezeichnung für eine unstimmige, zuweilen widersprüchliche Verbindung mehrerer sprachlicher Bilder in einer Texteinheit. In der Antike war dies, mit dem Ziel, Komik zu erzeugen, erlaubt. Heute wird dieses Stilmittel eher selten eingesetzt (bspw. im Wirtschaftsteil der Frankfurter Rundschau oder der Titelseite der taz).
Geschieht eine Katachrese ungewollt (z.B. durch den Prozess des Versprechens als Kontamination aus zwei oder mehreren Redensarten), so betrachtet man sie hingegen als eher peinlichen oder komischen Stilfehler.
Beispiele:
2. Verwendung eines rhetorischen Tropus' zur Füllung einer sprachlichen Lücke und zur Benennung eines Gegenstandes, für den sonst keine spezifische Bezeichnung existiert bzw. die verdrängt wurde, oft auch bei neuartigen Gegenständen der Technik.
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3. Der Literaturwissenschaftler Jürgen Link hält die Katachrese hingegen für das grundlegende Prinzip, mit dem (insbesondere in den Massenmedien) verschiedene Spezialdiskurse (Wissenschaft, Ökonomie, Medizin, u. s. w.) und komplexe Sachverhalte mit einem Bild verknüpft werden können, das unmittelbar plausibel ist und vom Rezipienten automatisch verstanden wird. Die Katachrese sei daher kein Beispiel schlechten Stils, sondern grundlegendes Prinzip der Textproduktion. Dafür eignen sich insbesondere die Bildbereiche, die durch starke pragmatische Verankerung besonders eingängig sind: Schiffe, Automobile, Umweltkatastrophen, Organismen, Spielmetaphern usw. Die Wahl des Bildbereiches und das Phänomen, das damit ausgedrückt werden soll, verweisen zudem auf die grundlegende ideologische Position des Bildproduzenten – so werden ökonomische Prozesse oft durch Naturkatastrophen symbolisiert, um sie „natürlich“ erscheinen zu lassen.
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