Dies ist eine chronologische Auflistung von Katastrophen in der bemannten Raumfahrt oder Katastrophen, die im Zusammenhang mit der bemannten Raumfahrt stehen, bei welchen Menschen verletzt oder getötet wurden.
Im Weltraumbahnhof Baikonur explodiert eine militärische Interkontinentalrakete R-16 und verursacht die größte offiziell bekannte (siehe 15. Februar 1996 weiter unten) Katastrophe der Raumfahrtgeschichte, bei der 127 Menschen sterben. Das Desaster wurde lange geheimgehalten und später als Nedelin-Katastrophe bekannt.
Während eines mehrtägigen Trainingsaufenthalts in einer mit reinem Sauerstoff gefüllten Isolationszelle verbrennt der Kosmonaut Walentin Bondarenko. Bei dem Versuch, einige Sensoren von seinem Körper mit einem in Alkohol getränkten Wattebausch zu entfernen, wirft er diesen unachtsam beiseite. Der Wattebausch fällt auf eine glühende Heizspirale und fängt sofort Feuer. In der Zelle breitet sich das Feuer rasend schnell aus. Bondarenko kann zwar noch lebend gerettet werden, stirbt aber am nächsten Tag an seinen schweren Verletzungen.
Das zweite angefertigte Exemplar des neuen Sojus-Raumschiffs soll zu einem unbemannten Testflug gestartet werden. Die Zündung einiger Triebwerke versagt jedoch, so dass der Start abgebrochen wurde. Während des Enttankens zündete der Rettungsturm, worauf die Rakete in Brand gesetzt wurde und kurz danach explodierte. Mindestens eine Person kam dabei ums Leben.
Am Boden bricht während einer Startsimulation an Bord einer Apollo-Kommandokapsel Feuer aus. Die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee sterben. Siehe dazu: Apollo 1
Bei Sojus 1 treten im Orbit Stabilisationsprobleme auf. Bei der Landung verbleibt der Haupt- und Reservefallschirm im Fallschirmbehälter, die Landekapsel stürzt ab. Der Kosmonaut Wladimir Komarow stirbt beim Aufprall.
Ein amerikanisches Raketenflugzeug vom Typ X-15A gerät in 80 km Höhe außer Kontrolle und zerbricht beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Der Pilot Michael Adams wird getötet.
Bei der amerikanischen Mission Apollo 13 explodiert 55 Stunden nach dem Start ein Sauerstofftank. Die geplante Mondlandung musste abgesagt werden, alle drei Mannschaftsmitglieder wurden gerettet.
Bei der Rückkehr der Landekapsel des Raumschiffs Sojus 11 zur Erde ersticken die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow. Ein Entlüftungsventil hatte sich beim Ablegen von der Raumstation Saljut-1 zu früh geöffnet, so dass die Atemluft aus der Landekapsel entwich. Druckanzüge wurden in der Kapsel nicht getragen.
Bei der Explosion einer startklaren Kosmos-3M Rakete auf der Startrampe kommen in Plessezk neun Personen ums Leben.
Die dritte Stufe einer Sojus-Rakete versagt. Die Kosmonauten Wassili Lasarew und Oleg Makarow an Bord des Sojus-Raumschiffs, die als Sojus 18 an die Raumstation Saljut 4 andocken sollte, erreichen nach einem ballistischen Flug lebend das vorgesehene Notlandegebiet. Diese verunglückte Mission wird als Sojus 18-1 oder Sojus 18A bezeichnet.
Während des Auftankens explodiert in der sowjetischen Raumfahrtbasis Plessezk direkt auf der Startrampe eine „Wostok-2M“-Rakete. 48 Menschen werden getötet.
Während des Starts gerät die Trägerrakete von Sojus T-10-1 auf dem Starttisch in Brand und explodiert. Das Raumschiff mit den Kosmonauten wird durch das automatisierte Rettungssystem von der Rakete gezogen, die Besatzung bleibt unverletzt.
Die Raumfähre Challenger explodiert 73 Sekunden nach dem Start. Sieben Astronauten (Dick Scobee, Michael Smith, Ronald McNair, Ellison Onizuka, Judith Resnik, Gregory Jarvis und Christa McAuliffe) sterben. Siehe dazu: STS-51-L.
Eine chinesische Trägerrakete vom Typ „CZ-2E“ stürzt nach dem Start ab. Trümmer töten 20 Bewohner eines Dorfes.
Wenige Sekunden nach dem Start vom Raumfahrtzentrum Xichang weicht eine chinesische Rakete vom Typ „CZ-3B“ mit einem kommerziellen Intelsat-Kommunikationssatelliten vom Kurs ab und schlägt in einem nur wenige Kilometer entfernten Dorf auf, wo die noch nahezu vollbetankte Rakete explodiert. Medien und westliche Experten werden nicht an den Unfallort gelassen. Offiziell werden von der chinesischen Führung sechs Tote und 57 Verletzte bestätigt, inoffizielle Stellen sprechen sogar von bis zu 500 Toten.
Eine Sojus-U Rakete stürzt nur Sekunden nach dem Start in Plessezk zurück auf die Startplattform und explodiert. Ein Soldat wird durch die Explosionsdruckwelle in einem benachbarten Gebäude getötet.
Bei der Rückkehr zur Erde wird die Raumfähre Columbia aufgrund einer beim Start erfolgten Beschädigung des Hitzeschildes zerstört. Sechs amerikanische und ein israelischer Astronaut starben (Rick Husband, William C. McCool, Michael P. Anderson, David M. Brown, Kalpana Chawla, Laurel Clark und Ilan Ramon). Siehe dazu: STS-107.
Eine brasilianische Trägerrakete vom Typ „VLS-1“ explodiert bei Startvorbereitungen und tötet 21 Techniker. Siehe dazu: Brasilianische Raketenexplosion