Kerpen

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Kerpen in Nordrhein-Westfalen. Für die Ortsgemeinde im Landkreis Daun in Rheinland-Pfalz siehe Kerpen (Eifel).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Kerpen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Kerpen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Erft-Kreis
Koordinaten: 50° 52′ N, 6° 42′ O
Höhe: 95 m ü. NN
Fläche: 113,94 km²
Einwohner: 64.425 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 565 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 50169, 50170, 50171
Vorwahlen: 02237 (Balkhausen, Brüggen, Kerpen, Türnich); 02273 (Horrem, Sindorf); 02275 (Blatzheim, Buir, Manheim)
Kfz-Kennzeichen: BM
Gemeindeschlüssel: 05 3 62 032
Stadtgliederung: 9 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Jahnplatz 1
50171 Kerpen
Bürgermeister: Marlies Sieburg (SPD)

Kerpen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt an der Erft etwa 20 Kilometer südwestlich von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Ortsteile

Kerpen wurde erstmals im Jahre 871 unter den Namen „Kerpinna“ urkundlich erwähnt. Der Ort erhielt 1941 die Stadtrechte.

Die heutige Stadt Kerpen ist 1975 aus der damaligen Stadt Kerpen und sieben bis dahin eigenständigen Gemeinden im Rahmen einer Gemeindereform durch das Köln-Gesetz von 1974 entstanden. Ihre Stadtteile sind überwiegend noch immer durch große freie Flächen voneinander getrennt und haben sich daher eine gewisse Eigenständigkeit erhalten:

Verkehr

Kerpen liegt am Autobahnkreuz der Bundesautobahnen A 4 und A 61 sowie am Bahnknoten der Bahnlinie (RE 1) KölnDürenAachenBrüssel, die bis Düren auch als S-Bahn (S 12 und S 13) betrieben wird, mit der Erftbahn (RB 38), die von Horrem über Bergheim nach Neuss und Düsseldorf führt. Die drei Bahnhöfe Horrem, Sindorf und Buir sind S-Bahnhöfe. Alt-Kerpen hat keinen Bahnanschluss. In Blatzheim kreuzen sich die Bundesstraßen B 264 und B 477. Innerörtlich und mit den Nachbargemeinden werden die Ortsteile durch Buslinien der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) erschlossen, die durch ein Anrufsammeltaxisystem ergänzt werden.

Nachbarstädte

Die Nachbarstädte sind, im Uhrzeigersinn von Nordwesten an: Elsdorf, Bergheim, Frechen, Hürth, Erftstadt (alle Rhein-Erft-Kreis), Nörvenich, Merzenich (alle Kreis Düren).

Wirtschaft

Kerpen und seine Stadtteile sind immer noch geprägt von der im Umkreis liegenden Braunkohleindustrie des Rheinischen Braunkohlereviers mit Tagebauen und Brikett-Fabriken. Der Tagebau Frechen im Osten ist ausgekohlt – dort befindet sich ein Rekultivierungsgebiet mit dem vom Weltjugendtag 2005 bekannten Marienfeld – (kleinere Felder wie das der Grube Louise bei Brüggen/Türnich mit Brikettfabriken I und II waren schon 1952 erschöpft), der neue Tief-Tagebau Hambach rückt 2020 an den Ortsteil Manheim heran. An die Sindorfer Glashütte 1911 bis 1978 erinnert nur noch die Hüttenstraße mit den ehemaligen Werkswohnungen. Die Braunkohlekraftwerke auf dem Villerücken sind nicht weit und bieten auch Kerpenern Arbeit. Die Autozubehörfirma Visteon hat ihre Europazentrale in Kerpen. Europäische Bedeutung hat auch der NATO-Militärflugplatz Nörvenich; ein Teil der dort stationierten Luftwaffensoldaten wohnt in Kerpener Kasernen.

Zentrale Einrichtungen

  • Amtsgericht Kerpen, zuständig für Kerpen und Frechen.

Politik

Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004:

Sehenswürdigkeiten

Schloss Lörsfeld
Schloss Lörsfeld

Natur und Freizeit

Kerpen hat auch als Naturlandschaft einiges zu bieten. Mit den Naturschutzgebieten Kerpener Bruch/Parrig und Dickbusch, Lörsfelder Busch, Steinheide liegt es im Naturpark Rheinland. Das neue Informationszentrum für den nördlichen Teil des Naturparks, die Gymnicher Mühle an der Erft, liegt an der Grenze zu Gymnich.

Die Kartbahn Erftlandring in Manheim ist als Michael Schumachers Hausbahn über die Ortsgrenzen hinaus bekannt.

Das Vierjahreszeitenbad Erftlagune zwischen Sindorf und Horrem sowie das Türnicher Freibad sind Stätten für Wassersport.

Bekannte Kerpener

Überregionale Bekanntheit hat die Stadt als Geburtsort des Gesellenvaters Adolph Kolping (1813). In Mödrath wurde am 22. August 1928 Karlheinz Stockhausen geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. In Buir wurde am 30. April 1947 die Professorin der Ethnologie Karin von Welck geboren, die seit 2004 parteilose Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg ist. Kerpen ist auch Heimat des Formel-1-Rennfahrers Wolfgang Graf Berghe von Trips, der Schriftsteller Petra Hammesfahr und Uwe Erichsen sowie des deutschen Comiczeichners Ralf Paul. Michael und Ralf Schumacher, beide Formel-1-Rennfahrer, sind in Manheim aufgewachsen. Außerdem lebte Ludwig van Beethoven einige Zeit in Kerpen, sein Haus war das frühere Geschäft "Strohband".

Partnerstädte

Um die Beziehungen durch Vereine, Schulen und Politik kümmert sich der Partnerschaftsverein. Die Partnerschaft mit St. Vith ist aus den Beziehungen der nach dem Versailler Vertrag aus dem Eisenbahnknoten St. Vith zum neuen Knoten Mödrath (an der Bahntrasse zur Ahr) umgesiedelten Bediensteten der Reichsbahn entstanden. Seit 1975 wird die Partnerschaft von der Stadt gepflegt. Die Partnerschaft mit Oświęcim/Auschwitz ging 1993 aus den Beziehungen der jeweiligen Sekundarschulen hervor, die nach der Öffnung Polens zum Westen 1991 aufgenommen wurden.

Weblinks

Commons
Commons: Kerpen – Bilder, Videos und Audiodateien

Vorlage:Navigationsleiste Kerpener Stadtteile

Quelle:
Artikel Kerpen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren