Die kinetische Energie (aus gr. kinetikos = die Bewegung betreffend) oder auch Bewegungsenergie ist die Energie, die in der bewegten Masse eines Körpers enthalten ist. Sie hängt von der Masse m und von der Geschwindigkeit v des bewegten Körpers ab.
Als Formelzeichen für die kinetische Energie wird in der theoretischen Physik üblicherweise T verwendet, sonst meist Ekin.
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In der klassischen Mechanik ist die kinetische Energie eines Massenpunktes abhängig von seiner Masse m und seinem Bewegungszustand. Wird der Bewegungszustand durch die Geschwindigkeit v des Massenpunktes beschrieben, so gilt:
.In den folgenden häufig vorkommenden Koordinatensystemen hat dieser Ausdruck die Form:


![T=\frac{1}{2}m \left(r^2 \left[\dot \theta^2 + \dot \varphi^2 \sin^2\theta \right] + \dot r^2 \right)](/wikipedia.images/J/33350298548ac26acaaa603e877cd238.png)

Dabei bedeutet der Punkt über der Koordinate ihre zeitliche Änderung, die Ableitung nach der Zeit: 
Im Hamiltonformalismus wird der Bewegungszustand eines Massepunktes nicht durch seine Geschwindigkeit, sondern durch seinen Impuls p ausgedrückt. In diesem Fall gilt
.Die kinetische Energie eines starren Körpers mit der Gesamtmasse M und der Geschwindigkeit vs seines Schwerpunktes kann separiert werden als die Summe seiner Translationsenergie und Rotationsenergie:
.Hier ist Js das Trägheitsmoment des Körpers bezüglich seines Schwerpunktes und ω seine Winkelgeschwindigkeit.
Mit dem Trägheitstensor I wird dies allgemein geschrieben als
.In der Hydrodynamik wird oft statt der kinetischen Energie die kinetische Energiedichte angegeben. Diese wird meist durch ein kleines e oder ε ausgedrückt:
,wobei ρ die Dichte bezeichnet.
Im Rahmen der speziellen Relativitätstheorie stellt sich heraus, dass die oben angegebene klassische Beziehung für die kinetische Energie nur für Geschwindigkeiten gilt, die sehr viel kleiner als die Lichtgeschwindigkeit sind. Die allgemeine Formel ergibt sich zu
wobei m0 die Ruhemasse des Körpers, c die Lichtgeschwindigkeit und γ der Lorentzfaktor ist. Dieser ist definiert als
.Im Grenzfall
erhält man aus der Taylor-Entwicklung der Wurzel
, sodass sich wieder der klassische Ausdruck ergibt. Da
, ist es nicht möglich, einen massebehafteten Körper auf Lichtgeschwindigkeit oder gar höher zu beschleunigen.
Das rechts abgebildete Diagramm zeigt die Graphen der relativistischen (1) sowie der klassischen (2) Beziehung für einen Körper mit der Masse von 1 kg.
Da die Geschwindigkeit eines bewegten Körpers offenbar vom Bezugssystem abhängt, ist nun dessen kinetische Energie ebenfalls vom Bezugssystem abhängig, und zwar sowohl in der klassischen als auch in der relativistischen Theorie. In letzterer Theorie bildet die Summe aus Ruheenergie und kinetischer Energie die Nullkomponente eines Vierervektors.
In der Quantenmechanik ist der Erwartungswert
der kinetischen Energie eines Teilchens der Masse m, welches durch die Wellenfunktion
beschrieben wird, gegeben durch
,wobei
der Impuls-Operator des Teilchens ist.
Im Formalismus der Dichtefunktionaltheorie ist nur vorausgesetzt, dass die Elektronendichte bekannt ist, das heißt, dass die Wellenfunktion formal nicht bekannt sein muss. Mit der Elektronendichte
ist das exakte Funktional der kinetischen Energie für N Elektronen unbekannt; falls jedoch im Fall N=1 ein einzelnes Elektron betrachtet wird, so kann die kinetische Energie als
![T[\rho] = \int \frac{1}{8}\frac{\nabla \rho(\mathbf{r}) \cdot \nabla \rho(\mathbf{r}) }{ \rho(\mathbf{r}) } \mathrm{d}^3r](/wikipedia.images/J/f39fd0b271d15db01d99b14b2825080b.png)
geschrieben werden, wobei T[ρ] das Weizsäcker-Funktional der kinetischen Energie ist.
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